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Info-Archiv

Auf dieser Seite finden Sie für etwa 1 Jahr alle wichtigen Texte, die bislang in den Rubriken "Infos aus dem Rathaus" und "Infos aus dem örtlichen Leben" veröffentlicht wurden.

20.11.2020

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 17. November 2020)

Mit der Einrichtung eines Angebots für Carsharing mit Elektrofahrzeugen in Murr, dem Bericht über den Gemeindewald und der Betriebsplanung für den Wald für das Jahr 2021, einem Bericht über die Arbeit des Jugendhauses in diesem Jahr und der Beratung über einen Vorschlag zur Änderung der Elternbeiträge für die Kinderbetreuungsangebote in Murr beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner turnusmäßigen Sitzung, zu der er sich auf Einladung und unter Vorsitz von Bürgermeister Torsten Bartzsch am Dienstag, dem 17. November 2020, unter Corona-Bedingungen im Bürgersaal des Bürger- und Rathauses traf.
Zu der Sitzung konnte Bartzsch neben den Vertretern der Lokalpresse auch einige Zuhörerinnen und Zuhörer begrüßen.

Einrichtung eines e-Carsharing-Angebots in Murr
Dass der Verkehr in unserer dicht besiedelten und wirtschaftlich starken Region ein Thema ist, das die Bürgerinnen und Bürger sowie die Verantwortlichen und Entscheidungsträger in den Gremien und Behörden sehr stark und jeden Tag betrifft und beschäftigt, ist eine bekannte Tatsache. Trotz eines gut ausgebauten Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sind Tag für Tag sehr viele Autos im Individualverkehr unterwegs, was bei den kleinsten Störungen (Unfälle, Pannen) vor allem in den Stoßzeiten sofort für Staus und Verzögerungen führt. Bemühungen, den Individualverkehr zu reduzieren, sind daher eine Strategie, den zunehmenden Verkehrsproblemen in unserem Raum zu begegnen.
Dazu gehört auch das so genannte Carsharing. Bürgermeister Torsten Bartzsch unterbreitete dem Gemeinderat einen Vorschlag, ein solches Angebot auch in Murr einzurichten. Nach mehreren Gesprächen und Vergleichen der verschiedenen Anbieter in diesem Sektor soll dies mit der Firma deer GmbH aus Calw realisiert werden, weil - so der Schultes - diese Firma ein attraktives Angebot bietet und ausschließlich Elektrofahrzeuge im Bestand hat. Zwei Vertreterinnen der Firma stellten in der Sitzung das Angebot vor.
Danach würde die Gemeinde eine Ladesäule der Firma mit zwei Ladepunkten erwerben. Für die Anschaffungskosten von etwa 12.000 Euro gibt es voraussichtlich einen Zuschuss von etwa 40%. Die monatlichen Kosten in Höhe von rund 113 Euro müsste ebenfalls die Gemeinde tragen. Nutzer können sich nach Registrierung auf Grundlage einer jährlichen Grundgebühr in Höhe von knapp 30 Euro ein Fahrzeug für 5,90 Euro pro Stunde oder zu einem Tagespreis von knapp 35 Euro buchen und mieten. Kilometerpreise gibt es keine, die Stromkosten sind inklusive. Es gibt keine festen Abhol- und Rückgabestandorte und die Firma sagt zu, dass innerhalb von 24 Stunden ein Fahrzeug am Standort zur Verfügung steht. Ein Kooperationsvertrag zwischen Firma und Gemeinde würde wegen der Förderbedingungen zunächst für sechs Jahre abgeschlossen. Wenn das Angebot in dieser Zeit nicht auf genügend Resonanz stößt, steht die Ladesäule trotzdem für jeden privaten Nutzer zur Verfügung.
Von den Mitgliedern des Gremiums wurde der Vorschlag grundsätzlich einhellig als weitere Maßnahme für den Umwelt- und Klimaschutz sowie gegen die zunehmenden Verkehrsprobleme begrüßt. Intensiv wurde über den besten Standort für die Ladesäule beraten. Neben dem Vorschlag von Bürgermeister Torsten Bartzsch, die Ladesäule in der Ortsmitte auf dem Dorfplatz oder gegenüber am oberen Ende der Mühlgasse zu installieren wurden auch der Parkplatz bei der Gemeindehalle oder der Bereich Beethovenstraße/Heerstraße (Bereich Kleeblatt-Pflegeheim bzw. früheres Thürrauch-Areal) ins Gespräch gebracht. Mit dem Plan, den genauen Standort später noch festzulegen, wurde dem Vorschlag, mit der Firma deer GmbH eine Kooperation zur Schaffung eines e-Carsharing-Angebots in Murr einzugehen, mit großer Mehrheit gebilligt.

Betriebsplan für den Gemeindewald für das Jahr 2021
Traditionell zum Jahresende steht auch der Murrer Gemeindewald auf der Tagesordnung des Gemeinderats. So begrüßte Bürgermeister Torsten Bartzsch in der Sitzung den Leiter des Fachbereichs Wald im Landratsamt Ludwigsburg, Herrn Dr. Michael Nill, und den Revierförster im Hardtwald, Herrn Jürgen Weis.
Herr Dr. Nill ging noch einmal auf die erfolgte Reform der Forstverwaltung und die damit einhergehenden organisatorischen Änderungen ein, die sich gut bewährt hätten. Im Wald hätten sich im ablaufenden Jahr allgemein deutliche Umwelteinflüsse und klimatische Veränderungen unter anderem durch vermehrte großflächige Schäden und Ausfälle in Fichten- und Buchenbeständen bemerkbar gemacht.
Dies sei, so Revierförster Weis, auch im Hardtwald und dessen Murrer Teil zu beobachten. Zu wenig Wasser im letzten Winter und ein zu trockener Sommer haben wieder einen beträchtlichen Befall mit Borkenkäfern und vor allem bei Buchen vermehrte Trockenschäden zur Folge gehabt. Insgesamt sei der Murrer Gemeindewald aufgrund seines gemischten Bestandes aber in einem befriedigenden Zustand. Eine Initiative zur Gewinnung junger Eichen mit Saatgut aus dem eigenen Bestand verlaufe sehr erfolgreich; so werde jetzt der Grundstein für die Gewinnung von standortgerechtem und wertvollem Eichenholz in 100 bis 200 Jahren gelegt. Im von Corona geprägten Sommer 2020 habe sich der Hardy-Pfad als wahrer Magnet im Hardtwald erwiesen, wobei man aber auch Konflikte zwischen den Bedürfnissen der Erholungssuchenden und den anderen Waldfunktionen verstärkt zu spüren bekommen habe, so Weis.
Im kommenden Jahr seien die üblichen Arbeiten für die Kultur- und Jungbestandspflege, für die Verkehrssicherung und Wegeunterhaltung und für die Holzgewinnung geplant. Insgesamt werde mit einem fast ausgeglichenen Betriebsjahr gerechnet, wobei die Entwicklung der Holzpreise und damit die Erlöse aus dem Gemeindewald wie immer schwer vorausgeplant werden können.
Bürgermeister Torsten Bartzsch fügte an, der traditionelle Brennholzverkauf zum Jahresende werde wohl auch der Corona-Pandemie zum Opfer fallen, über Alternativen dazu werde noch nachgedacht.
Die Mitglieder des Gemeinderates bezeichneten den Gemeindewald als wertvolles Gut im Eigentum der Gemeinde und pflichteten dem Dank des Schultes für die Arbeit der Forstverwaltung, des Revierförsters und der Waldarbeiter zur Erhaltung und Pflege des Waldes bei. Anschließend stimmten sie der vorgelegten Betriebsplanung für das kommende Jahr einstimmig zu.

Bericht über die Arbeit des Jugendhauses
Als sehr ereignisreiches und in mehrerlei Hinsicht besonderes Jahr bezeichnete Sozialpädagogin Cordula Kraft das Jahr 2020 für das Murrer Jugendhaus. Geprägt von personellen Wechseln, dem Umzug in das neu erstellte Gebäude am Hermannsplatz und der Corona-Pandemie habe man vielfältige Herausforderungen zu bewältigen gehabt. Mit Sozialpädagoge Andreas Vogel stellte sich dem Gemeinderat ein neues Mitglied im Team des Jugendhauses vor, das im Oktober seinen Dienst in Murr begonnen habe. Mit Cordula Kraft als Leiterin, Ulrich Harsch als langjährigem Mitarbeiter, Andreas Vogel und dem Praktikanten im Freiwilligen Sozialen Jahr Michael Kaufmann sei das Jugendhaus nun personell gut ausgestattet.
Kraft betonte, wie glücklich das Team, aber auch die Besucherinnen und Besucher über das neue Haus am Hermannsplatz, dessen Raumangebot und Ausstattung seien. Auch wenn der Start im neuen Haus in Zeiten von Corona quasi nur schrittweise erfolgen konnte, wurde das neue Gebäude von Anfang an gut angenommen. Aufgrund der hohen Nachfrage wurden sogar die Öffnungszeiten auf 15 bis 20 Uhr ausgeweitet. Bis zu 50 Kinder und Jugendliche pro Öffnungstag würden das Jugendhaus besuchen. Im neuen Haus konnte ein Generationenwechsel registriert werden. Ins neue Jugendhaus kommen nun vermehrt jüngere Kinder und Jugendliche (Schwerpunkt: zwischen 10 und 15 Jahren), die älteren Besucher kommen nicht mehr so oft.
Die Corona-Zeit habe sich bei vielen Jugendlichen negativ ausgewirkt. Fehlende Tagesstruktur durch ausgefallenen Schulunterricht, belastende Familien- und Wohnverhältnisse, zu viel freie Zeit und Verlust von Gewissheiten hätten bei etlichen Jugendlichen Verhalten und Umgang schlecht beeinflusst. Die Erziehungs-, Betreuungs- und Beratungsarbeit im Jugendhaus habe dadurch spürbar zugenommen, so Frau Kraft. Auch Eltern würden sich verstärkt an das Team vom Jugendhaus wenden und um Beratung bitten.
Auch im neuen Gebäude ist das offene Angebot der Mittelpunkt der Arbeit, Beratungen und Hilfe bei Alltagsfragen, bei Bewerbungen oder bei Konflikten in Schule, Elternhaus oder mit Freunden, Nachhilfe und spezielle Angebote für Jungen und für Mädchen ergänzen dies. Sportliche und Bewegungs-Angebote kämen bei den Jugendlichen sehr gut an und der neue Standort am Hermannsplatz biete dafür auch gute Möglichkeiten. Die Werkstatt biete vor allem für die Jungs tolle neue Möglichkeiten. Auch für die Kooperation mit anderen Institutionen wie Schulen, Ortsbücherei und die Zusammenarbeit mit anderen Sozialarbeitern und der Polizei sowie die Mitwirkung in der Gemeinde beim Sommerferienprogramm oder der Dorfputzete nehme man sich Zeit.
Bürgermeister Torsten Bartzsch und die Ratsdamen und -herren sprachen dem Jugendhaus-Team Lob, Dank und Anerkennung für die engagierte und gute Arbeit aus, die in Murr allgemein sehr geschätzt werde. Man müsse darauf achten, dass am neuen Standort keine neuen Konfliktpunkte entstehen, dürfe aber auch das Fehlverhalten mancher Jugendlicher rund um den Hermannsplatz und den Skater-Platz nicht automatisch dem neuen Jugendhaus anlasten oder die Jugendhaus-Mitarbeiter für alles rund um das Jugendhaus verantwortlich machen. Frau Kraft sicherte zu, auch auf die Jugendlichen im Außenbereich zu achten und Fehlverhalten, das im Jugendhaus bekannt werde, anzusprechen. Dabei wisse sie sich von der Gemeindeverwaltung unterstützt.

Elternbeiträge für Kindergärten und Kleinkindbetreuung
Auf Bitte von Bürgermeister Torsten Bartzsch erläuterte Gemeindekämmerin Christina Gaus den Mitgliedern des Gremiums einen Vorschlag zur Neufestsetzung der Elternbeiträge für die Einrichtungen der Kleinkindbetreuung und der Kindergärten in Murr. Wie jedes Jahr orientiere man sich dabei an den Empfehlungen der kommunalen Spitzenverbände und der Kirchenleitungen sowie der Fachverbände in Baden-Württemberg. Danach solle für Kindertagesstätten in Baden-Württemberg ein Kostendeckungsgrad von 20 % durch die Elternbeiträge angestrebt werden. Da dieser Deckungsgrad auch ein Kriterium für die Bewilligung von Fördermitteln sein kann, halten sich die meisten Kommunen an die gemeinsamen Empfehlungen.
In Murr habe sich der Gemeinderat in den Jahren 2017 und 2018 jeweils entschieden, die damals empfohlenen Erhöhungen erst später umzusetzen. Daher erhebe man hier derzeit Elternbeiträge auf dem Stand der Empfehlungen für das Kindergartenjahr 2018/2019 und liege aktuell um 4,9 % unter dem aktuell empfohlenen Landesrichtsatz, die Elternbeiträge hätten im Jahr 2019 rund 13,6 % der angefallenen Betriebsausgaben gedeckt, so die Kämmerin. Daher werde nun eine Erhöhung der Beiträge zum 1. Januar 2021 vorgeschlagen. Um die Mehrbelastung für die Eltern und Familien abzumildern, könne diese Erhöhung auf die Landesrichtwerte vom 1. September 2019 begrenzt werden. Anstatt einem Anstieg um Beträge zwischen 3 und 19 Euro in der Kleinkindbetreuung, wenn man die aktuellsten Empfehlungen zugrunde lege, würde das in der Kleinkindbetreuung einen Anstieg um 2 bis 11 Euro und im Kindergartenbereich um 1 bis 4 Euro (je nach Kinderzahl in der Familie) bedeuten. Das würde für die Gemeindekasse auch einen Kostenausgleich an die Evangelische Kirchengemeinde in Höhe von 1.400 Euro pro Jahr bedeuten, da diese als Träger des Kindergartens Pfarrgasse verpflichtet sei, auf jeden Fall die aktuellen Richtsätze anzuwenden. Die entstehende Differenz werde durch die Gemeinde Murr ausgeglichen. Die vorgeschlagenen neuen Beiträge wurden von Gemeindekämmerin Christina Gaus differenziert nach den verschiedenen Betreuungsformen und Öffnungszeiten erläutert.
In der Beratung zeigte sich, dass die Mehrheit der Gremiumsmitglieder sich mit einer Beitragserhöhung dieses Jahr schwer tut. Ohne Einschränkungen sei das Kinderbetreuungsangebot in Murr in den letzten Jahren stark ausgebaut worden und quantitativ und qualitativ auf einem sehr hohen Niveau. Dies müsse den Nutzern auch etwas wert sein. Doch in diesem Jahr seien insbesondere Eltern und Familien durch die Corona-Situation stark zusätzlich belastet worden. Als Gemeinde in guter finanzieller Situation sollte man ein Zeichen setzen, die Beitragserhöhung dieses Jahr aussetzen und den Eltern somit eine weitere Belastung ersparen.
Bürgermeister Torsten Bartzsch hielt dem entgegen, die analog zu den Richtsätzen erhobenen Beiträge seien nicht zuletzt ein Signal an das Land Baden-Württemberg. Wenn eine Beitragssenkung oder gar Beitragsfreiheit von einzelnen Gemeinden praktiziert werde, entlasse man das Land aus seiner Pflicht zur finanziellen Absicherung der Kinderbetreuung. Dass dies nicht geschehe, darin sollten sich die Kommunen einig sein. Zudem investiere die Gemeinde zusätzlich zu den einmaligen Investitionen jährlich einen hohen Betrag in die gute Qualität ihrer Einrichtungen.
Die Mehrheit des Gremiums erkannte diese Argumente an, wollte aber angesichts der speziellen Situation in diesem Jahr die Lage der Familien nicht zusätzlich erschweren und daher von einer Beitragserhöhung absehen. Der Vorschlag wurde demnach mehrheitlich abgelehnt.

Aktuelles zur Corona-Pandemie
Wie immer in den letzten Wochen informierte Bürgermeister Torsten Bartzsch die Gemeinderäte über die aktuelle Situation in Murr vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie. Die Zahlen steigen weiter an, weshalb seit dem 2. November 2020 wieder Beschränkungen eingeführt wurden. Schule und Kindergärten seien geöffnet, doch der Sport- und Übungsbetrieb sei derzeit wieder eingestellt. Die Gemeinde habe vor zwei Wochen die Aufgabe übernommen, die so genannten "Genesungsanrufe" bei bestimmten Kontaktpersonen von Infizierten durchzuführen. Derzeit gebe es 73 bekannte Infektionsfälle in Murr, glücklicherweise sei direkt in Murr noch kein Todesfall zu verzeichnen. Die Gemeinde habe aus der finanziellen Unterstützung von Bund und Land zwischenzeitlich einen Betrag von rund 1 Million Euro als Kompensation für Gewerbesteuerausfälle erhalten. Nach Schätzungen von Fachleuten seien bei Bund, Ländern und Gemeinden durch die Corona-Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen Einnahmeausfälle von rund 88 Milliarden Euro zu verzeichnen. Wie bekannt, erwarte man für nächste Woche nach den Beratungen der Kanzlerin mit den Länderchefs weitere Beschlüsse und müsse sehen, was die für die Gemeinden mit sich bringen.

23.10.2020

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 20. Oktober 2020)

Wieder im Bürgersaal traf sich der Gemeinderat am Dienstag, dem 20. Oktober 2020, auf Einladung von Bürgermeister Torsten Bartzsch zu einer turnusmäßigen Sitzung. Neben den Mitgliedern des Gremiums folgten auch einige Zuhörerinnen und Zuhörer sowie die Vertreter der örtlichen Presse den Beratungen.
Auf der Tagesordnung standen die unterschiedlichsten Themen wie der barrierefreie Umbau der Bushaltestellen in Murr, die Anlegung eines Parkplatzes in der Beethovenstraße im Zusammenhang mit der Erweiterung des Kleeblatt-Pflegeheimes, die Feststellung des Entwurfs der ersten Änderung des Flächennutzungsplans für Murr und Steinheim, die organisatorische Vorbereitung der Landtagswahl am 14. März 2021 sowie die Neuorganisation der Hospizarbeit in Steinheim, Murr und Erdmannhausen.
Zudem informierte Bürgermeister Torsten Bartzsch wie in den letzten Wochen regelmäßig über die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie und die Folgen daraus.

Barrierefreier Umbau der Bushaltestellen
Wie Bürgermeister Torsten Bartzsch erläuterte, sollen nach dem Nahverkehrsplan unter anderem sämtliche Bushaltestellen bis zum 1. Januar 2022 barrierefrei umgebaut werden. Dafür können die Städte und Gemeinden Fördermittel des Landes erhalten. Auf Beschluss des Gemeinderates hat die Gemeinde die Aufnahme in das entsprechende Förderprogramm beantragt.
Der Schultes begrüßte in der Sitzung den Leiter des Verbandsbauamtes Großbottwar, Herr Jürgen Ruoff, der den Mitgliedern des Gremiums die Entwürfe für die Bushaltestellen an der Hardtlinde, in der Ortsmitte, an der Blattert-Kreuzung und an der Bietigheimer Straße vorstellte und erläuterte. Gemeinsam ist allen Umbauvorschlägen nach den Worten von Herrn Ruoff, dass die Belange und Anforderungen mobilitätseingeschränkter Menschen (vor allem Rollstuhlfahrern) und von Menschen mit Sehbehinderung bzw. Blinden berücksichtigt werden müssten. Dies wird vor allem durch die Herstellung von Hochbordsteinrändern (mindestens 18 cm), genügend Manövrierfläche für Rollstühle und Kinderwagen, stufenlosen Zugängen und die Anbringung von Blindenleitstreifen auf dem Boden erreicht.
Herr Ruoff verdeutlichte detailliert, ob und wie sich das bei den einzelnen Bushaltestellen realisieren lässt. An der Hardtlinde können die beiden Haltestellen in Form von Buskaps in Fahrtrichtung Marbach und Steinheim im Prinzip erhalten bleiben, die Änderungen wie das Erhöhen der Randsteine oder das Anbringen der weißen, genoppten Blindenleitstreifen seien dort gut möglich. In der Ortsmitte könne nur die Haltestelle am Rathaus in Fahrtrichtung Marbach umgebaut werden, die derzeitige Busbucht werde in ein Buskap umgestaltet, damit auch die längeren Gelenkbusse so nah wie möglich am Randstein halten können. Die gegenüberliegende Haltestelle in Richtung Steinheim könne wegen der dort befindlichen Parkplätze nicht umgebaut werden. An der Blattert-Kreuzung bleibe das bestehende Buskap in Richtung Marbach erhalten und werde mit den entsprechenden Elementen ergänzt. Die Haltestelle Richtung Ortsmitte, bislang eine Busbucht, werde in ein Buskap umgestaltet, wodurch auch zwei öffentliche Stellplätze geschaffen werden können. Die Busbucht an der Bietigheimer Straße könne im Grunde so bleiben und müsse mit den behindertengerechten Elementen ergänzt werden.
Nicht zuletzt aus Kostengründen, so Ruoff, würden alle Beläge in Asphalt ausgeführt. An einigen Stellen müssten Straßenleuchten versetzt werden, um die nötige Fläche für Rollstuhlfahrer zu erhalten.
Wie Bürgermeister Torsten Bartzsch ergänzte, betragen die Gesamtkosten für die geschilderten Umbaumaßnahmen rund 510.000 Euro. Es solle nun ein Antrag auf Gewährung der Zuwendungen für diese Maßnahmen gestellt werden, das Genehmigungsverfahren werde voraussichtlich etwas dauern. Es könne mit einem Zuschuss von rund 142.000 Euro gerechnet werden. Der Umbau solle dann gestartet werden, wenn die Förderung zugesagt ist.
Die Ratsdamen und -herren begrüßten die Umgestaltung der Bushaltestellen und stimmten den Entwürfen des Verbandsbauamtes dafür einstimmig zu.

Anlegen eines Parkplatzes in der Beethovenstraße
Wie Bürgermeister Torsten Bartzsch erläuterte, werde im Zuge der Erweiterung des Kleeblatt-Pflegeheimes der öffentliche Parkplatz neben dem Schafhaus wegfallen. Da rund um das Pflegeheim viele Parkplätze gebraucht werden und auch die künftig erweiterte Tiefgarage des Pflegeheims nicht den ganzen Bedarf decken kann, sei es sinnvoll, zusätzliche neue Stellplätze in diesem Bereich zu schaffen.
Der Schultes schlug vor, auf einem freien Grundstück westlich neben dem Pflegeheim, das der Katholischen Kirchengemeinde gehöre, rund 20 neue Stellplätze mit einer Schotterfläche anzulegen. Die Kirchengemeinde sei bereit, die Fläche dafür langfristig an die Gemeinde zu verpachten. Diese zusätzlichen Stellplätze können auch während der Bauphase als Ersatzparkplatz für die aktuellen Mieter der bestehenden Tiefgaragenplätze und später tagsüber für Besucher und Mitarbeiter des Kleeblatt-Heims und abends für Anwohner dienen. Der kleine Spielplatz auf dem Gelände würde wegfallen, die vorhandenen Bäume könnten erhalten werden. Die Fläche, die im Sommer für die Durchführung des Sommerferienprogramms gebraucht wird, bleibe frei.
Die Anlegung des Parkplatzes werde rund 23.000 Euro kosten, so Bartzsch. Darin enthalten sind zwei Beleuchtungsmasten.
Von den Mitgliedern des Gremiums wurde dieser Vorschlag einhellig begrüßt und die Schaffung dieser Parkplätze mit großer Mehrheit befürwortet.

Erste Änderung des Flächennutzungsplans 2025: Feststellung des Entwurfs
Wie bekannt, wurde im Mai 2019 vom Gemeindeverwaltungsverband Steinheim - Murr (GVV) eine Änderung des Flächennutzungsplans 2025 auf den Weg gebracht. Mit dieser Änderung sollen für das Gebiet der Gemeinde Mur vor allem etliche Bebauungsplanänderungen und Neubauprojekte in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden.
Hauptamtsleiterin Brigitte Keller gab dem Ratsgremium eine Übersicht über diese Änderungen. Es handelt sich dabei unter anderem um die Bebauungsplanänderungen für die Erweiterung des Kleeblatt-Pflegeheims, für die Neubebauung des Thürrauch-Areals an der Frauenstraße, für den Neubau des Jugendhauses am Hermannsplatz, für die Schaffung der neuen Wohnbaugebiete in verschiedenen Abschnitten des Langen Felds und für die Einrichtung eines Standorts für Rettungsfahrzeuge in einem ehemaligen Betriebsgebäude im Ziegeleiweg. Keller ging zudem auf die wichtigsten Stellungnahmen, die im Rahmen der frühzeitigen Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung eingegangen sind, und die Vorschläge für die Entscheidungen darüber ein.
Mit der Zustimmung zu diesem Entwurf erteilte der Gemeinderat den Murrer Vertretern in der zuständigen Verbandsversammlung des GVV den Auftrag, bei der nächsten Sitzung den Entwurf wie vorgestellt zu verabschieden.

Organisation der Landtagswahl am 14. März 2021
Als Termin für die baden-württembergische Landtagswahl wurde der 14. März 2021 bestimmt. Nach den Worten von Bürgermeister Torsten Bartzsch also Zeit, mit den Vorbereitungen für die Organisation der Wahl zu starten.
Er erläuterte den Mitgliedern des Gremiums, dass die Einteilung der Gemeinde in fünf Wahlbezirke beibehalten werde. Anstatt der Seniorenresidenz Bergkelter solle als Wahllokal für den Wahlbezirk 5 dieses Mal das Foyer der Sporthalle genutzt werden, da die Seniorenresidenz aufgrund der Corona-Pandemie nicht zur Verfügung stehe. Man rechne wie bei der Bürgermeister-Wahl im April dieses Jahres auch dieses Mal mit einem verstärkten Briefwahlaufkommen und stelle sich darauf ein. Es bleibe zu hoffen, dass eventuell bei der Bundestagswahl, die im September nächsten Jahres stattfinden werde, wieder normale Bedingungen herrschen.

Neuorganisation der Hospizarbeit
Bürgermeister Torsten Bartzsch informierte die Mitglieder des Gemeinderats über Ideen und Pläne, die bestehende Hospizarbeit im Bereich Steinheim, Murr und Erdmannhausen zu stärken. Da die Zahl der Ehrenamtlichen, die zum Beispiel in Murr seit 23 Jahren Sterbende und ihre Angehörigen begleiten und unterstützen, überschaubar sei, solle diese Arbeit und das Angebot bekannter gemacht und ausgeweitet werden.
Dazu hätten in letzte Zeit etliche Gespräche zwischen Gemeinden, Kirchengemeinden, der Diakoniestation Bottwartal und den Krankenpflegevereinen stattgefunden. Ergebnis dieser Initiative seien verschiedene Veranstaltungen in den nächsten Wochen, mit denen über die Hospizarbeit allgemein und die Arbeit der Hospizgruppe Steinheim - Murr - Erdmannhausen im Speziellen informiert werden soll. Neben der allgemeinen Information der Öffentlichkeit sollen damit auch neue Ehrenamtliche für diese Arbeit interessiert und gewonnen werden. Ab Februar 2021 finde ein Kurs statt, in dem Interessierte auf die Hospizarbeit vorbereitet werden.
Da den beteiligten Kommunen dieses Angebot sehr wichtig ist, würden sie die Kosten in Höhe von 12.000 Euro für diese Informations- und Vorbereitungsveranstaltungen gemeinsam tragen, so Bartzsch. Träger des neuen Angebots ist die Ökumenische Hospizinitiative im Landkreis Ludwigsburg e. V..

Aktuelles zur Corona-Pandemie
Wie üblich ging Bürgermeister Torsten Bartzsch zum Ende der Gemeinderatssitzung wieder auf die aktuelle Corona-Situation in Murr ein. Diese Information hat durch die Entwicklung der letzten Wochen und Tage wieder neue Bedeutung gewonnen. Zwar gebe es in Murr weiterhin keine hohe Zahl von akuten Fällen und noch keine Sterbefälle, doch im Landkreis, im Land und deutschlandweit habe sich die Entwicklung wieder rasant verändert. Wegen des starken Anstiegs der Zahlen im Landkreis Ludwigsburg habe das Landratsamt letzte Woche eine Allgemeinverfügung erlassen, mit der neue schärfere Beschränkungen festgesetzt worden seien. Diese Verfügung sei diese Woche schon wieder überholt, da mit Ausrufung der Pandemie-Stufe 3 die Landesregierung nun ihre Corona-Verordnungen anpassen musste. So sei aktuell zum Beispiel wieder die Nutzung von Schulräumen durch Externe untersagt, es werde eine Sperrzeit eingeführt und der Alkoholausschank in der Nacht untersagt. Die Entwicklung sei momentan wieder sehr dynamisch und man müsse von Tag zu Tag schauen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssten. Die Gemeindeverwaltung sei wie im Frühjahr über die übliche Arbeit hinaus wieder sehr gefordert, so der Schultes.

25.09.2020

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 22. September 2020)

Eine umfangreiche Tagesordnung mit den verschiedensten Themen aus unterschiedlichen Bereichen der Gemeindeverwaltung wartete auf die Mitglieder des Gemeinderats, als sie am Dienstag, dem 22. September 2020, auf Einladung von Bürgermeister Torsten Bartzsch -wegen der Corona-Bedingungen wieder im Bürgersaal - zu einer turnusmäßigen Sitzung zusammenkamen.
Sie berieten und entschieden über die Neugestaltung des Kioskbereichs und des Fahrradabstellplatzes im Freibad "Wellarium", über eine Neuordnung der Parkierung in den Straßen "Im Langen Feld", östliche Theodor-Heuss-Straße und Heerstraße, wurden über die Jahresrechnung und den Rechnungsabschluss der gemeindlichen Wasserversorgung informiert, stimmten dem Bauantrag zur Erweiterung des Kleeblatt-Pflegeheims zu, gaben den Einbau des Straßen-Endbelags im Neubaugebiet "Langes Feld VI - 3. Abschnitt" in Auftrag und berieten und verabschiedeten eine Änderung der Richtlinie über die Verleihung der Sportplakette.

Neugestaltung des Kioskbereichs und des Fahrradabstellplatzes im Wellarium
Nachdem im Freibad Wellarium, das von der Gemeinde Murr und der Stadt Steinheim an der Murr gemeinsam getragen wird, nun das Sanitär- und Umkleidegebäude sowie das Personal- und Kassengebäude saniert und neu gestaltet wurden, ist geplant, auch den Vorbereich vor dem Kiosk und den Fahrradabstellplatz zwischen Eingangsgebäude und Kreisstraße neu zu gestalten, so Bürgermeister Torsten Bartzsch. Er begrüßte in der Sitzung die Landschaftsarchitekten Jochen Roos und Daniel Bok vom Stadt- und Landschaftsplanungsbüro Roosplan aus Backnang, welches mit der Planung beauftragt worden war.
Die beiden Fachleute erläuterten den jetzigen Zustand der beiden Bereiche. Im Kioskbereich spenden die bestehenden Bäume nur noch bedingt Schatten und sind zum Teil überaltert oder abgestorben und der Bodenbelag ist stark erneuerungsbedürftig. Der Fahrradabstellplatz hat unter den Bauarbeiten stark gelitten und soll optisch aufgewertet werden; die Bügel für die Radfahrer sind nicht mehr zeitgemäß.
Die beiden Planer schlugen für den Kioskbereich einen neuen Bodenbelag, Sonnenschirme für die Tische in Richtung Wasserbecken und Ampelschirme direkt am Kiosk zur Beschattung des Ausgabebereichs sowie eine Pergola mit wildem Wein zur Schaffung eines beschatteten Sitzbereichs neben dem Kiosk vor. Der Fahrradabstellplatz soll durch bessere, höhere Stahlbügel besseren Komfort für die Radfahrer bieten und mit Bäumen, Sträuchern und Blumen sowie Sitzelementen qualitativ aufgewertet und neu gegliedert werden. Die Zahl der Abstellplätze würde sich zugunsten höheren Komforts und besserer Gestaltung reduzieren. Die Kostenschätzung für die Umgestaltung beider Bereiche belaufe sich auf insgesamt etwa 214.000 Euro.
Über die Zahl der Abstellplätze wurde eingehend beraten. Bürgermeister Torsten Bartzsch erläuterte, mit den zusätzlichen Fahrradplätzen im Bereich des gegenüberliegenden Parkplatzes stünden jetzt und in Zukunft mehr als ausreichend Plätze für Radfahrer zur Verfügung. Insgesamt wurden die Vorschläge der Planer von den Mitgliedern des Gremiums begrüßt. Es sei gut, dass nach den Sanierungen und Verbesserungen nun auch diese Außenbereiche neu gestaltet, modernisiert und aufgewertet würden. Nach den Worten des Schultes sollen, sofern die Verbandsversammlung auf ihrer Sitzung im Oktober zustimme, die Arbeiten noch vor der Freibadsaison 2021 ausgeführt werden. Der Gemeinderat gab für die Planung einstimmig grünes Licht.

Neuordnung der Parkierung in den Straßen Im Langen Feld, östliche Theodor-Heuss-Straße und Heerstraße
Wie in vielen Gemeinden sorgen auch in Murr parkende Autos immer wieder und vermehrt für Probleme und Konflikte. Besonders in der Straße Im Langen Feld (Gewerbegebiet), im Bereich der östlichen Theodor-Heuss-Straße um die Kreuzung zum Haugweg und in der Heerstraße zwischen Steinäcker- und Theodor-Heuss-Straße seien Lösungen dringend, so die Einschätzung von Bürgermeister Torsten Bartzsch. Die Planungsgruppe Kölz aus Ludwigsburg war daher mit der Untersuchung der genannten Bereiche und der Erarbeitung von Lösungskonzeptionen beauftragt worden.
Stadtplaner Andreas Weber von der Planungsgruppe Kölz stellte die Ergebnisse in der Sitzung vor. Die genaue Untersuchung der drei Bereiche in verschiedenen Begehungen habe gezeigt, dass vor allem eine Ordnung der bisher ungeordneten Parkmöglichkeiten notwendig sei. In der Straße Im Langen Feld würden parkende Fahrzeuge (oft auch Lastwagen) auf einer langen Strecke den Begegnungsverkehr erschweren und oft sehr riskant machen, teils würden Autos auf den Gehweg ausweichen. Die östliche Theodor-Heuss-Straße ist recht eng und wird oft abends und nachts durch wildes Parken noch enger. In der nördlichen Heerstraße wird oft auf beiden Seiten geparkt, so dass die Durchfahrtsbreite sehr gering ist. Vor allem in den beiden letzten Bereichen haben es Feuerwehr-, Rettungs- und Müllfahrzeuge oft mit dem Durchkommen schwer.
Weber schlug in allen drei Straßenbereichen klar gekennzeichnete, fest definierte und zum Teil versetzt angeordnete Stellplätze mit dem Hinweis vor, dass nur auf diesen geparkt werden dürfe. Im Gewerbegebiet solle mit einer Parkzeitbegrenzung von 1 Stunde sichergestellt werden, dass die Stellplätze von Kunden und Besuchern der dortigen Betriebe genutzt werden können und nicht durch Dauerparker, abgestellte Lastwagen oder von Betrieben abgestellte Autos, für die es private Unterstellmöglichkeiten gebe, blockiert werden. Zudem sollen nur noch PKWs abgestellt werden können. Die Einmündung des Fußwegs vom Lagauer Weg soll durch eine Straßenverengung sicherer gemacht werden. Auch in der Theodor-Heuss-Straße und in der Heerstraße seien Parkierungszonen mit ausgewiesenen Stellplätzen vorgesehen. In allen Bereichen werde sich die Zahl der Stellplätze reduzieren, so Weber. Doch speziell im Gewerbegebiet müssten auf den Betriebsgrundstücken genügend ausgewiesene Stellplätze vorhanden sein, um den Bedarf zu decken. Im Bereich der nördlichen Heerstraße stehen in unmittelbarer Nähe im Lindenweg genügend öffentliche Parkplätze zur Verfügung, so dass auch dort eine Reduzierung durch die Neuordnung als vertretbar angesehen wird.
Die genannten Vorschläge zur Neukonzeption seien, so Bürgermeister Torsten Bartzsch, auch bereits mit dem Landratsamt als Verkehrsbehörde abgestimmt. Die Ratsdamen und -herren begrüßten die Neuordnung der Parkierung in den drei genannten Bereichen einhellig, dies sei dringend notwendig. Die erläuterten Vorschläge wurden prinzipiell gebilligt, für Fußgänger konnten sich einige Mitglieder des Gremiums vor allem im Gewerbegebiet noch Verbesserungen im Detail vorstellen. Doch Tempo 30 oder Zebrastreifen seien dort aus rechtlichen Gründen nicht möglich, wie der Schultes erläuterte. Zum Abschluss wurde der vorgeschlagenen Neuordnung der Parkierung vom Gremium einhellig zugestimmt, die notwendigen Anordnungen können jetzt beim Landratsamt beantragt werden.

Jahresrechnung für das Jahr 2019
Der Rechnungsabschluss für das Jahr 2019 sei der letzte nach der alten kameralistischen Haushaltssystematik, so Bürgermeister Torsten Bartzsch. Er sei geprägt von geringeren Gewerbesteuereinnahmen auf der einen und beträchtlichen Investitionen auf der anderen Seite.
Die wichtigsten Zahlen wurden von Gemeindekämmerin Christina Gaus erläutert. Von geplanten Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 5 Millionen Euro flossen der Gemeindekasse am Ende des Jahres tatsächlich lediglich etwa 3,27 Millionen Euro zu, ein Minus von fast 1,8 Millionen Euro. Die eingeplante Zuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt musste demnach mit knapp 2,7 Millionen Euro um rund 720.000 Euro niedriger ausfallen als vorgesehen. Der Rückgang bei den Steuereinnahmen konnte jedoch weitgehend durch die Ausgaben kompensiert werden, so Gaus.
Trotzdem sei das Investitionsprogramm mit Maßnahmen wie der Erweiterung des Feuerwehrhauses, dem Neubau des Jugendhauses, der Sanierung im Wellarium, dem Bau des Kreisverkehrs, der Erneuerung der Technik im Bürgersaal und andere Projekten im letzten Jahr beträchtlich gewesen. Eine geplante Entnahme aus der Rücklage von fast 3,7 Millionen Euro konnte um etwa 2 Millionen Euro geringer ausfallen. Wichtig sei, dass auch im vergangenen Jahr die Gemeinde keine Kredite aufnehmen musste und nach wie vor seit 2005 komplett schuldenfrei sei.
Vom Gemeinderat wurde der Rechnungsabschluss einstimmig gebilligt.

Jahresabschluss der Wasserversorgung für das Jahr 2019
Mit einem kleinen Plus in Höhe von rund 14.200 Euro konnte die Wasserversorgung der Gemeinde das Jahr 2019 abschließen, wie Gemeindekämmerin Christina Gaus erläuterte. Sämtliche Umsatzerlöse sowie die Gesamterträge liegen unter den Vorjahreszahlen. Aber auch die Ausgaben waren 2019, vor allem weil es deutlich weniger Rohrbrüche gegeben hatte, geringer als 2018. Durch den kleinen Gewinn, so die Kämmerin, konnte die Wasserversorgung das vergangene Jahr mit voller Kostendeckung abschließen.
Das Ratsgremium billigte den Jahresabschluss einstimmig.

Bauantrag auf Erweiterung des Kleeblatt-Pflegeheims Murr
Wegen der Größe und Bedeutung der Baumaßnahme wurde dieses Baugesuch im Gemeinderat und nicht, wie üblich, im Verwaltungs- und Technischen Ausschuss behandelt. Im Juli sei die notwendige Bebauungsplan-Änderung vom Gemeinderat verabschiedet worden, so Bürgermeister Torsten Bartzsch. Der Bauantrag entspreche voll und ganz den Regelungen dieses Bebauungsplans. Der Schultes erläuterte noch einmal die wesentlichen Punkte der Erweiterung.
So entstehen in dem Anbau im Erdgeschoss 24 neue Pflegeplätze, alle aufgrund rechtlicher Vorgaben in Einzelzimmern, sowie ein zentraler Ess- und Gemeinschaftsbereich. Der Haupteingang für das Gebäude rücke auch in Richtung Osten. In den beiden Obergeschossen entstehen zusätzlich 30 Eigentumswohnungen in verschiedener Größe für das betreute Wohnen. Die zweispurige Zufahrt zur erweiterten Tiefgarage befinde sich zukünftig an der Heerstraße. Bartzsch ging auch auf die Ansichten und Maße des Gebäudes ein, das das zur Verfügung stehende Grundstück ausfülle. Doch mit Versätzen im oberen Stock und Eingrünungen werde auf die bestehenden Nachbargebäude Rücksicht genommen.
Mit ihrer einstimmigen Zustimmung erteilten die Gemeinderäte dem Bauantrag das erforderliche gemeindliche Einvernehmen.

Einbau des Endbelags im Neubaugebiet "Langes Feld VI - 3. Abschnitt"
Es ist üblich, so Bürgermeister Torsten Bartzsch, dass die Straßenendbeläge in einem neuen Baugebiet erst aufgebracht werden, wenn alle Grundstücke bebaut und fertiggestellt sind, um zu verhindern, dass neue Straßenbeläge nach kurzer Zeit immer wieder aufgegraben werden müssen. Die Bebauung im Gebiet "Langes Feld VI - 3. Abschnitt" sei sehr schnell erfolgt, fast alle Gebäude sind bezogen. Für den Endbelag als Abschluss der Erschließungsarbeiten wurden vom Verbandsbauamt Großbottwar zwei Angebote eingeholt.
Der Gemeinderat vergab auf Vorschlag des Schultes den Auftrag an den günstigsten Bieter, die Firma Eurovia, zum Angebotspreis von rund 56.640 Euro. Die Arbeiten sollen in diesem Herbst aufgeführt werden.

Änderung der Richtlinie der Gemeinde über die Verleihung der Sportplakette
Seit vielen Jahrzehnten werden in Murr jährlich erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler aus Murrer Vereinen oder wenn sie in Murr wohnen für Erfolge und herausragende Leistungen in einem Jahr geehrt. Dafür wurde im Jahr 1979 vom Gemeinderat eine Sportplakette gestiftet und in einer Richtlinie Kriterien für die Verleihung definiert.
Wie Bürgermeister Torsten Bartzsch schilderte, wird seit vielen Jahren bei der öffentlichen Sportlerehrung regelmäßig von diesen Grundsätzen abgewichen und diese dadurch aufgeweicht, dass auch Sportlerinnen und Sportler geehrt werden, deren Leistungen und Erfolge nicht der Richtlinie entsprechen bzw. zahlreiche Ehrungen ohne Sportplakette vorgenommen, die auch auf Vereinsebene gewürdigt werden. Dadurch werde die Bedeutung und der Stellenwert der Sportplakette als öffentliche Auszeichnung der Gemeinde letztendlich verwässert.
Deswegen schlug der Schultes vor, künftig bei der öffentlichen Sportlerehrung nur noch die Sportlerinnen und Sportler einzuladen und zu ehren, deren Leistungen und Erfolge tatsächlich genau der Richtlinie entsprechen. Diese könne im Prinzip so beibehalten werden, die Kriterien seien nach wie vor passend. Gemäß einer Empfehlung des Ältestenrats solle noch eine Kategorie für erste Plätze bei Kreismeisterschaften aufgenommen werden. Aus der Mitte des Gremiums wurde zudem vorgeschlagen, auch den Aufstieg in die jeweils nächsthöhere Spielklasse als Ehrungskategorie aufzunehmen, bisher war nur die Meisterschaft in einer Spielklasse beinhaltet.
Beide Ergänzungen wurden vom Gemeinderat einhellig befürwortet. Mit seiner einstimmigen Zustimmung zum vorgeschlagenen Vorgehen billigte der Gemeinderat den Vorschlag, künftig die Richtlinien für die Vergabe der Sportplakette bei der Sportlerehrung der Gemeinde wieder konsequent anzuwenden. Da die Ehrung damit wieder einen höheren Stellenwert bekomme, sollen alle Ausgezeichneten neben der Sportplakette und einer Urkunde in Zukunft anstatt eines Gutscheins über 10 Euro einen Gutschein im Wert von 20 Euro erhalten.

Zum Abschluss der Sitzung schilderte Bürgermeister Torsten Bartzsch wie in den vergangenen Wochen den Mitgliedern des Gremiums die Situation in Murr im Licht der weiter bestehenden Corona-Pandemie. Alle Einrichtungen der Gemeinde seien seit einiger Zeit wieder geöffnet und könnten unter Beachtung von Regeln und Vorsichtsmaßnamen wieder benutzt werden. Der Betrieb in Kinderbetreuungseinrichtungen und Schule sei ohne größere Probleme angelaufen. Die Saison im Freibad Wellarium sei mit den beschlossenen Sonderbedingungen gut gelaufen und jetzt - nach Schließung des Bades - könne festgestellt werden, dass der Beschluss zur Öffnung im Juni richtig war und man für die Besucher angesichts des schönen Wetters ein gutes Angebot habe machen können. Die Badegäste hätten sich grundsätzlich sehr verantwortungsvoll verhalten. Mit dem Kirbemarkt am 14. September auf dem Dorfplatz habe die Gemeinde auch unter Auflagen wieder ein Stück Normalität bieten können. Zur Zeit sei die Nachfrage nach größeren Räumen wie zum Beispiel dem Bürgersaal von den verschiedensten Seiten sehr groß, so dass man bei der Terminvergabe oft vor Herausforderungen stehe. Größere Veranstaltungen wie die Seniorenadventsfeier, einen Tag der offenen Tür im neuen Jugendhaus oder ein geplanter Ehrenamtsabend im kommenden Jahr seien abgesagt oder ihre Durchführung noch nicht sicher. Leider nehmen die Fallzahlen derzeit wieder deutlich zu, so Bartzsch. Habe man in den letzten Wochen in Murr immer 22 bestätigte Corona-Fälle gehabt, so seien in den letzten zwei Wochen zehn neue Fälle dazu gekommen.

31.07.2020

Gemeinderat lässt sich über Zustand des Gemeindewaldes informieren

Mitglieder des Murrer Gemeinderats werden vor Ort von Revierförster Jürgen Weis (mit Tasche) über den Murrer Gemeindewald informiert
Revierförster Weis und Mitglieder des Murrer Gemeinderats im Gemeindewald

Einer der schönsten Bereiche der Murrer Gemarkung ist zweifelsohne der Murrer Teil des Hardtwaldes. Neben der Schönheit des Waldes und der Landschaft hat der Wald aber auch eine wichtige ökologische und klimatische Funktion, ist Freizeitraum für Spaziergänger, Ausflügler und Fitness-Begeisterte und nicht zuletzt auch ein Wirtschaftsgut. Der Gemeinderat richtet daher stets ein großes Augenmerk auf den Zustand des Waldes und informiert sich immer wieder auf Rundgängen vor Ort über die Situation.
So auch am Dienstag, dem 28. Juli 2020, als sich die Mitglieder des Murrer Ratsgremiums am Rohrtäles-Parkplatz trafen und von Revierförster Jürgen Weis und dem neuen Leiter des Fachbereichs Forsten im Landratsamt Ludwigsburg Dr. Michael Nill durch den Wald geführt und über den Zustand und neue Entwicklungen eingehend informiert wurden. Dabei erfuhren die Ratsmitglieder viele Details über verschiedene Verjüngungs- und Aufforstungsmaßnahmen, über den Einfluss von Witterung, Niederschlag, Naturereignissen, Schädlingen und anderen Faktoren. Revierförster Jürgen Weis gelang es wie immer, das System Wald sehr anschaulich und lebendig darzustellen und Einsichten und Verständnis für die Zusammenhänge und das Nebeneinander verschiedener Baumarten, den Stellenwert des Lichts für die Bäume und die Arbeit und die Möglichkeiten der Forstwirtschaft zu vermitteln. Sehr deutlich wurde dabei, dass man heute mit dem Wald lebe, den vorige Generationen bewirtschaftet hätten und der Wald daher auch immer ein Produkt der jeweiligen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse ist, und die Ergebnisse der Arbeit der heutigen Forstwirtschaft immer erst in vielen Jahren zu spüren seien. Nachhaltigkeit sei dabei das entscheidende Kriterium, ein Begriff, der zuerst und schon sehr früh in der Forstwirtschaft eine Rolle gespielt habe.
Am Ende des rund zweistündigen Waldrundgangs befanden die Ratsmitglieder, sie hätten bei dem Rundgang wieder viele und grundlegende Einblicke in Zustand und Entwicklung des Murrer Gemeindewalds gewonnen und es sei gut und wichtig, sich immer wieder direkt vor Ort zu informieren. Zudem brachten Bürgermeister Torsten Bartzsch und die Gemeinderäte ihre Einschätzung zum Ausdruck, dass der Murrer Wald bei Revierförster Jürgen Weis in sehr guten Händen ist und bedankten sich für dessen Arbeit.

24.07.2020

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 21. Juli 2020)

Eine vielfältige Tagesordnung wartete auf den Gemeinderat, als er am Dienstag, dem 21. Juli 2020, auf Einladung und unter Vorsitz von Bürgermeister Torsten Bartzsch zur letzten regulären Sitzung vor den Sommerferien im Bürgersaal des Bürger- und Rathauses zusammentrat.
Die 14 Ratsdamen und -herren nahmen den Bericht zur Lage der Gemeindefinanzen zur Jahresmitte 2020 entgegen, fassten Beschlüsse, mit denen die Bebauungspläne "Gigis - 3. Änderung im Bereich Beethoven-/Heer- und Hindenburgstraße" sowie "Ziegelei I - 1. Änderung" als Satzung verabschiedet wurden, vergaben den Auftrag für eine neue Möblierung des Ratssaals und wurden von Bürgermeister Torsten Bartzsch über die aktuelle Situation in Murr vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie informiert. Zudem wurde Gemeinderat Gunter Eberhardt für seine 40-jährige Tätigkeit als Gemeinderat geehrt (siehe dazu gesonderten Bericht).

Finanzzwischenbericht zum 30. Juni 2020
Bürgermeister Torsten Bartzsch stellte fest, die bewährte Tradition, zur Jahresmitte einen genauen Blick auf die Lage der Gemeindefinanzen zu werfen, werde dieses Jahr unter ganz besonderen Bedingungen praktiziert. Zum Einen sei es das erste Haushaltsjahr mit dem Neuen Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesen (NKHR) und zum Zweiten habe auch in Murr die Corona-Krise die Finanzsituation sehr beeinflusst. Doch bei allen Unwägbarkeiten gebe es Licht am Horizont, denn gerade einen Tag zuvor habe die Landesregierung zusammen mit den Kommunalen Spitzenverbänden einen kommunalen Stabilitäts- und Zukunftspakt vereinbart, nach dem Land und Bund mit insgesamt rund 4,27 Milliarden Euro coronabedingte Einnahmerückgänge und Mehraufwendungen der Kommunen im Jahr 2020 weitgehend kompensieren, Zuweisungen erhöhen und wichtige öffentliche Aufgaben unterstützen wollen.
Die aktuellen Zahlen in Murr wurden von Kämmerin Christina Gaus erläutert. Sie berichtete, dass das Landratsamt den Haushaltsplan für 2020 genehmigt habe. Dieser weise bei Erträgen von 15.737.221 Euro und Aufwendungen von 15.505.952 Euro ein positives Ergebnis von 231.269 Euro aus. Die Corona-Pandemie bedeute für die Kommunen gegenüber der bundesweiten Steuerschätzung vom November 2019 einen Rückgang der Steuereinnahmen von 13 %, die baden-württembergischen Städte und Gemeinden müssten voraussichtlich auf geplante Einnahmen in Höhe von rund 2,4 Milliarden Euro verzichten.
Während in Murr bei der Grundsteuer dieses Jahr mit einem positiven Ergebnis gerechnet werden könne, müssen bei der Gewerbesteuer Mindereinnahmen von etwa 110.000 Euro im Vergleich zum Planansatz von 2,5 Millionen Euro erwartet werden. Auch der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer falle wahrscheinlich mit etwa 4,27 Millionen Euro um gut 500.000 Euro geringer aus als geplant, genauso werde beim Familienleistungsausgleich und auch bei anderen Einnahmeposten ein geringeres Ergebnis als im Haushaltsplan prognostiziert erwartet. Insgesamt werde, so Gaus, mit Mindererträgen aufgrund der Corona-Pandemie von rund 575.000 Euro gerechnet. Wenn die Aufwendungen in voller Höhe anfallen, muss unter dem Strich mit einem negativen ordentlichen Ergebnis von ca. 344.000 Euro gerechnet werden, ein Haushaltsausgleich sei dann nicht möglich. Sollte im Ergebnishaushalt beim ordentlichen Ergebnis ein erheblicher Fehlbetrag entstehen, der nicht durch Einsparungen kompensiert werden könne, müsse eventuell ein Nachtragshaushalt aufgestellt werden.

Änderung des Bebauungsplans "Gigis" im Bereich der Beethoven-, Heer- und Hindenburgstraße
Wie bekannt, soll das bestehende Kleeblatt-Pflegeheim in Murr erweitert werden. Da das bestehende Planungsrecht dies nicht ermöglicht, hat der Gemeinderat dafür im Mai 2019 die Änderung des Bebauungsplans "Gigis" in diesem Bereich auf den Weg gebracht.
Auf Bitte von Bürgermeister Torsten Bartzsch schilderte Hauptamtsleiterin Brigitte Keller in der Sitzung den bisherigen Ablauf des Bebauungsplanverfahrens und insbesondere das Ergebnis der öffentlichen Auslegung Anfang dieses Jahres. Dem Gremium wurden die dabei eingegangenen Stellungnahmen und die Vorschläge zu ihrer Abwägung und Entscheidung detailliert erläutert. Einige Hinweise öffentlicher Stellen wurden in den Textteil des Bebauungsplans übernommen. Zur weiteren Lärmreduzierung an dieser Stelle der Ortsdurchfahrt wird nach den Worten von Bürgermeister Torsten Bartzsch im Rahmen der Fortschreibung des Lärmaktionsplans auch die Anordnung von Tempo 30 in diesem Bereich angestrebt.
Mit seinem einstimmigen Beschluss billigte der Gemeinderat die Behandlung der eingegangenen Stellungnahmen und verabschiedete die Bebauungsplan-Änderung als Satzung.

Änderung des Bebauungsplans "Ziegelei I"
Wie schon mehrfach berichtet, hat der Gemeinderat mit seinem Beschluss vom März 2020, eine Änderung des Bebauungsplans "Ziegelei I" auf den Weg zu bringen, grundsätzlich dem Vorhaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zur Einrichtung einer Rettungswache im Gebäude einer ehemaligen Schreinerei im Ziegeleiweg grünes Licht gegeben. Danach sollte eine eindeutige Zulässigkeit von Anlagen für soziale und gesundheitliche Zwecke durch die planungsrechtliche Änderung des bisherigen eingeschränkten Gewerbegebiets in ein Mischgebiet im Plan verankert werden.
Auch in diesem Verfahren lagen jetzt die Ergebnisse der Anhörung der Beteiligten und Betroffenen vor, die von Hauptamtsleiterin Brigitte Keller erläutert wurden. Einzelne kleine Beschwerden, die sich aus dem bereits laufenden Betreib der Rettungswache ergeben hätten, seien bereits an das DRK weitergeleitet worden. Darüber hinaus seien keine größeren Untersuchungen mehr notwendig.
Mit seinem einstimmigen Beschluss stimmte der Gemeinderat auch hier den Vorschlägen zur Behandlung der eingegangenen Stellungnahmen zu und verabschiedete die Bebauungsplan-Änderung als Satzung.

Neumöblierung des Ratssaals
Bereits länger besteht der Wunsch des Gemeinderats, die Möblierung des Ratssaals, die wie das Bürger- und Rathaus seit über 30 Jahren besteht, zu erneuern und modernisieren. Ende 2019 wurden, so Bürgermeister Torsten Bartzsch, dafür verschiedene Stuhl- und Tischmodelle und -varianten von mehreren Herstellern angeschaut. In den neuen Ratstischen sollen im Hinblick auf die digitale Technik Anschlussfelder für Strom- und Datenanschlüsse für mobile Endgeräte enthalten sein.
Im Februar 2020 hat sich der Verwaltungs- und Technische Ausschuss eingehend mit den angebotenen Stuhl- und Tischmodellen befasst und der Gemeinderat hat im März 2020 eine Vorauswahl getroffen und die grundlegende Entscheidung gefällt, die neuen Tische künftig im Prinzip wie bisher anzuordnen.
Bürgermeister Torsten Bartzsch stellte noch die endgültige Farbe der Tische sowie das Bezugsmaterial für die Stühle (Stoff oder Leder) zur Auswahl. Als wirtschaftlichen Bieter schlug er die Murrer Firma Büroform GmbH für die Lieferung der Möbel vor. Der Angebotspreis liege, so der Schultes, bei rund 66.300 Euro. Darin ist auch ein Monitorträger für die Projektion von Bildschirmpräsentationen für die Verwaltungsplätze enthalten.
Nachdem der Gemeinderat die Details entschieden hatte, wurde festgestellt, es sei nach 30 Jahren angemessen, die Möblierung im Ratssaal zu erneuern und auch in der aktuellen Situation richtig, als öffentlicher Auftraggeber solch einen Auftrag an eine ortsansässige Firma zu vergeben. So wurden die neuen Tische und 21 neuen Stühle sowie der mobile Monitorträger in Auftrag gegeben.

Aktuelles zur Corona-Pandemie
Es gehört seit Wochen schon zur Routine von Gemeinderatssitzungen, dass Bürgermeister Torsten Bartzsch die Mitglieder des Gremiums über die aktuelle Situation in Murr vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie informiert. In der aktuellen Sitzung fiel diese Unterrichtung knapper als vorher aus, weil - so der Schultes - die meisten Einrichtungen wieder geöffnet und in Betrieb seien, wenn auch noch unter Auflagen und gewissen Beschränkungen. Doch im Grunde gebe es dabei keine größeren Probleme, wie sich zum Beispiel beim eingeschränkten Betrieb des "Wellariums" zeige, der sich gut eingespielt habe. Als nächste größere Veranstaltung solle am 14. September 2020 mit Auflagen wieder der Kirbemarkt auf dem Dorfplatz stattfinden, so dass auch hier wieder ein Stück Normalität einkehren könne.

29.05.2020

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 26. Mai 2020)

Erneut im Bürgersaal trat der Gemeinderat auf Einladung von Bürgermeister Torsten Bartzsch am Dienstag, dem 26. Mai 2020, zu einer turnusmäßigen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung standen die Verabschiedung des Haushaltsplanes für das Jahr 2020, eine Anpassung der Entschädigung für ehrenamtliche Tätigkeit sowie die Information über die aktuelle Situation in Murr in der Corona-Krise durch den Schultes.
Wie Bartzsch das Gremium eingangs informierte, habe das Landratsamt Ludwigsburg nach Prüfung der Bürgermeisterwahl vom 26. April 2020 mitgeteilt, dass die Wahl ohne Beanstandungen verlaufen sei, keine Einsprüche eingegangen seien und das Ergebnis somit rechtskräftig sei.

Haushaltsplan 2020
Am 3. März 2020 wurde dem Gemeinderat der Entwurf des Haushaltsplans - dem ersten nach der neuen Systematik des Neuen Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens (NKHR) und dem ersten der neuen Gemeindekämmerin Christina Gaus - vorgestellt und erläutert.
Trotz zu erwartender Rückgänge bei den Steuereinnahmen, brachte Bürgermeister Torsten Bartzsch in Erinnerung, konnte man damals mit einem Plus als Ergebnis rechnen. Zwischenzeitlich habe die Corona-Pandemie auch die Zahlen gehörig durcheinander gewirbelt und alle Prognosen und der Blick auf die weitere Entwicklung seien im Prinzip Kaffeesatzleserei, so der Schultes. Die Einnahmen aus den Steuern seien aus heutiger Sicht für dieses und auch das nächste Jahr völlig ungewiss. Eine aktuelle Steuerschätzung vom Mai 2020 habe gegenüber dem Oktober 2019 einen allgemeinen Rückgang der Steuereinnahmen von 13 % prognostiziert. So würden den baden-württembergischen Kommunen insgesamt 3,5 Milliarden Euro Einnahmen fehlen.
Zwar bekommen die Kommunen Hilfe vom Land, die auch schon eingegangen sei, doch die Folgekosten der Krise würden in Murr mit einem sechs- oder auch siebenstelligen Betrag zu Buche schlagen, resümierte Bartzsch. Trotzdem sei es gelungen, zumindest auf dem Papier einen ausgeglichenen Haushaltsplan für dieses Jahr aufzustellen, in dem alle geplanten Investitionsmaßnahmen enthalten seien.
Die wichtigsten Zahlen wurden von Gemeindekämmerin Christina Gaus erläutert. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer seien von ursprünglich 3 auf 2,5 Millionen Euro nach unten korrigiert worden, voraussichtlich würden sie noch niedriger ausfallen. Aufgrund des vom Gemeinderat beschlossenen Erlasses der Elternbeiträge für die Kinderbetreuung wurde der Planansatz dafür um 114.000 Euro reduziert. Die Corona-Hilfsleistungen des Landes in Höhe von 108.000 Euro seien schon eingegangen und bei den Einnahmen aufgeführt. Aufgrund der Situation sei damit zu rechnen, so Gaus, dass im Laufe des Jahres ein Nachtragshaushaltsplan aufgestellt werden müsse.
Aus heutiger Sicht könne der Haushalt ausgeglichen werden. Alle geplanten Investitionen mit einem Gesamtfinanzierungsbedarf von rund 5 Millionen Euro seien im Etat weiterhin enthalten, die Mehrausgaben könnten über die vorhandene Rücklage finanziert werden. Auch in den kommenden Jahren werde man auf diese Weise Lücken finanzieren müssen. Wenn man aber wie bisher Einnahmen und Ausgaben genau im Blick behalte, könne man den heute vorliegenden Haushaltsplanentwurf guten Gewissens empfehlen, so die Kämmerin.
Bürgermeister Torsten Bartzsch ergänzte, man wolle mit der Beibehaltung der geplanten Investitionen in der jetzigen Situation als Kommune auch ein Zeichen setzen und so einen Beitrag zur Stützung der Konjunktur leisten. Andere Kommunen hätten bereits Haushaltssperren beschließen müssen. In Murr könne man jetzt von der soliden Finanzpolitik der vergangenen Jahre profitieren.
Bürgermeister und Gemeinderat zollten Gemeindekämmerin Christina Gaus großes Lob für ihren ersten Haushaltsplan und bedankten sich bei ihr und ihren Mitarbeitern für die gute Leistung bei der Arbeit daran. Im Moment müsse man mit großen Unsicherheiten leben, aber es sei gut, dass alle Investitionsmaßnahmen beibehalten werden sollen.
So wurde der Haushaltsplan für das Jahr 2020 vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet.

Satzung über die Entschädigung für ehrenamtliche Tätigkeit
Wie jede Kommune werden auch in Murr bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten für die Gemeinde auf Grundlage einer Satzung über die Entschädigung für ehrenamtliche Tätigkeit entschädigt. Nach dieser Satzung werden insbesondere die Mitglieder des Gemeinderates für ihren Aufwand entschädigt.
Diese Satzung, so Bürgermeister Torsten Bartzsch, stamme aus dem Jahr 2002. Er sei mit dem Ältestenrat des Gemeinderats zu der Auffassung gekommen, die Sätze nach dieser Zeit moderat anzupassen. In Murr gebe es seit jeher eine Entschädigung nach dem Zeitaufwand (bis zu 2 Stunden zeitlicher Inanspruchnahme 20 Euro, bis zu vier Stunden 40 Euro, bis zu 6 Stunden 60 Euro und über 6 Stunden 80 Euro).
Vorgeschlagen werde, diese Sätze moderat um jeweils 10 Euro zu erhöhen. Insgesamt bedeute das für die Gemeinde pro Jahr einen Mehraufwand von höchstens 1.000 bis 2.000 Euro, was vertretbar sei.
Zum Teil wurde im Gremium die Auffassung vertreten, in der jetzigen Zeit auf die Anpassung der Sätze zu verzichten, insgesamt sprach sich die Mehrheit jedoch dafür aus. Bei wenigen Gegenstimmen wurde der Satzungsänderung zugestimmt.

Aktuelles zur Corona-Pandemie
Unter dieser Überschrift informierte Bürgermeister Torsten Bartzsch die Mitglieder des Gremiums über die Situation in Murr, die bestehenden Maßnahmen und die bereits wieder erfolgten Lockerungen.
Derzeit gebe es in Murr 22 Infizierte zuzüglich ihrer Kontaktpersonen, der Anstieg der Zahlen habe sich verlangsamt. In den letzten Wochen hätten nach und nach die Ortsbücherei, das Bürgermeisteramt, die Spielplätze, die Freiluftsportanlagen und andere Einrichtungen unter Auflagen wieder geöffnet werden können. Bestehende Auflagen und Beschränkungen seien gut akzeptiert worden und es habe im Großen und Ganzen keine Probleme gegeben; allerdings sei manchmal eine gewisse Müdigkeit bei der Beachtung der bestehenden Regelungen zu beobachten, so der Schultes.
Seit dem 18. Mai 2020 hätten auch die Kinderbetreuungseinrichtungen im so genannten eingeschränkten Regelbetrieb wieder geöffnet, allerdings seien vom Land nicht oder erst sehr spät notwendige Vorgaben gekommen. Die Einrichtungen in Murr würden gemäß den Vorgaben jeweils 50 % der Kinder in wechselndem Turnus betreuen und das würde von den Eltern gut angenommen. Für Kinder in der Schulkindbetreuung gebe es derzeit weiterhin nur die Notbetreuung.
Auch die Sportanlagen, das Jugendhaus und andere Einrichtungen könnten wohl in naher Zukunft wieder öffnen. Die für 20. Juni 2020 geplante Einweihung des Jugendhauses werde voraussichtlich im Herbst nachgeholt.
Es sei eine verstärkte Nachfrage nach Räumen zu registrieren und man müsse Konzepte entwickeln, welche Veranstaltungen, Übungseinheiten oder Kurse unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln ab wann und in welchen Räumen erlaubt werden können. Sicher, so Bartzsch, könne man zur Zeit nicht vom regulären Belegungsplan für die Hallen ausgehen, sondern müsse mit den Vereinen sprechen und schauen, welche Nutzungen möglich sind und dafür spezielle, differenzierte Vorgaben machen. Auch wann und unter welchen Bedingungen das Wellarium öffnen kann, sei im Moment noch unsicher.
Im Gremium wurden erfolgte oder angekündigte Erleichterungen positiv aufgenommen, allerdings bemängelt, dass die Vorgaben teils sehr unklar, sehr detailliert und für die Verantwortlichen in den Vereinen oft unverständlich seien.

08.05.2020

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 28. April 2020)

Wieder im Bürgersaal und unter Einhaltung der coronabedingten Vorsichtsmaßnahmen fand am Dienstag, dem 28. April 2020, eine turnusgemäße Sitzung des Gemeinderates statt.
Zu Beginn der Sitzung bedankte sich Bürgermeister Torsten Bartzsch sehr herzlich für das große Vertrauen, das ihm mit dem Ergebnis der Bürgermeisterwahl am Sonntag, dem 26. April 2020, entgegengebracht worden sei. Er sei überwältigt von der großen Wahlbeteiligung und seinem persönlichen Ergebnis, mit dem er in seinem Amt bestätigt worden sei. Sein Dank richtete sich auch an die Mitglieder des Gemeindewahlausschusses, an alle Wahlhelferinnen und Wahlhelfer und an Hauptamtsleiterin Brigitte Keller und Gemeindeangestellte Jule Zils, die die Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Wahl unter erschwerten Bedingungen hervorragend gemeistert hätten. Er freue sich, so Bartzsch, auf die weitere Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Gemeinderats in den kommenden acht Jahren.
Im Verlauf der Sitzung wurde über die Fortschreibung des gemeinsamen Flächennutzungsplans für die Gemeinde Murr und die Stadt Steinheim an der Murr sowie über den Erlass der Kinderbetreuungsbeiträge für den Monat Mai beraten und entschieden.
Bürgermeister Bartzsch gab als Vorsitzender bekannt, dass der Auftrag für die vom Gemeinderat im Februar auf den Weg gebrachte Erneuerung der EDV-Anlage im Rathaus vergeben worden sei und die Gemeinde in das
Förderprogramm für die barrierefreie Umgestaltung der Bushaltestellen aufgenommen sei.

Erste Änderung des Flächennutzungsplans 2025 – Frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit
Im Mai 2019 hat die Verbandsversammlung des Gemeindeverwaltungsverbandes (GVV) Steinheim-Murr eine Änderung des gemeinsamen Flächennutzungsplans (FNP) 2025 für die Gemeinde Murr und die Stadt Steinheim an der Murr auf den Weg gebracht.
Gründe für die Änderung sind Bebauungspläne in beiden Kommunen, die aus dem FNP entwickelt wurden und nun als Bestand aufgenommen werden sollen, und die Anpassung von Gebietsfestsetzungen im FNP an mittlerweile rechtskräftige Bebauungspläne.
Hauptamtsleiterin Brigitte Keller erläuterte auf Bitte des Schultes die Details. Danach sind in Murr unter  anderem folgende Bereiche von der FNP-Änderung betroffen: Die neue Wohnbebauung auf dem Thürrauch-Areal, die laufende Änderung des Bebauungsplans als Grundlage für die Erweiterung des Kleeblatt-Pflegeheims, die Änderung des Bebauungsplans „Sportanlagen Murrtal“ als Grundlage für den Neubau des Jugendhauses und anstehende Baugebietserweiterungen in den Gebieten „Langes Feld V“ und "Langes Feld VI“. Hinzu kommen einige Änderungen auf Steinheimer Gemarkung.
Wie Bürgermeister Torsten Bartzsch berichtete, habe der Steinheimer Gemeinderat der öffentlichen Auslegung der Unterlagen auf der Grundlage der aktualisierten Entwürfe bereits zugestimmt. Wenn der Murrer Gemeinderat auch zustimme, könne auf der Sitzung der Verbandsversammlung am folgenden Tag die Auslegung formal beschlossen werden. Eine Einsichtnahme sei nach Rücksprache mit dem Wirtschaftsministerium vor dem Hintergrund der Corona-Krise auch bei eventuell geschlossenen Rathäusern mit vorheriger Terminvereinbarung möglich und rechtlich unbedenklich. Dies solle gleich in die erforderliche Bekanntmachung aufgenommen werden.
Der Gemeinderat stimmte der Beauftragung der Gemeindevertreter in der GVV-Verbandsversammlung, dem
Entwurf und der Auslegung zuzustimmen, einstimmig zu.

Erlass der Kinderbetreuungsbeiträge für den Monat Mai
Bereits Ende März hat der Gemeinderat einem Erlass der Kinderbetreuungsbeiträge für den Monat April 2020 wegen der Schließung der Betreuungseinrichtungen aufgrund der Corona-Krise zugestimmt.
Bürgermeister Torsten Bartzsch schlug nun vor, die Beiträge auch für den Monat Mai zu erlassen, da die Einrichtungen auf Grundlage der aktuellen Corona-Verordnung des Landes voraussichtlich noch bis Mitte Juni geschlossen bleiben sollen. Dies sei auch mit der evangelischen Kirchengemeinde abgestimmt, die sich einem
Beschluss des Gemeinderates auch für ihren Kindergarten in der Pfarrgasse anschließen wolle. Der Schultes betonte, es werde nicht nur eine Aussetzung vorgeschlagen, bei der die Beiträge eventuell später noch nachgefordert werden könnten, sondern ein endgültiger Erlass. Aus der vom Land beschlossenen Soforthilfe für Kommunen von insgesamt 100 Millionen Euro habe Murr insgesamt etwa 48.000 Euro erhalten, davon rund 29.300 Euro eigens für Kindergartenbeiträge für die eigenen Einrichtungen und für den Kindergarten Pfarrgasse und das Kinderhaus von Itzebitz. Die Beiträge für die Gemeindeeinrichtungen machen pro Monat einen Betrag von ca. 37.000 Euro aus, so der Schultes. Das Land habe einen zweiten Hilfsbetrag von weiteren 100 Millionen Euro angekündigt. Er schlage vor, so Bartzsch, auf Sicht zu handeln, die Beiträge zunächst für einen weiteren Monat zu erlassen und später je nach Entwicklung der Lage erneut zu entscheiden.
Mehrere Mitglieder des Gremiums sprachen sich hingegen für einen generellen Erlass der Beiträge ohne zeitliche Bindung und so lange, wie die Einrichtungen geschlossen bleiben, als Signal an die Eltern und Familien aus. Diese hätten es in der augenblicklichen Ausnahmesituation schon schwer genug und ihnen sollten unnötige Belastungen und Sorgen genommen werden. Die Zustimmung der evangelischen Kirchengemeinde sei gesichert.
Bürgermeister Bartzsch brachte die Position der Kommunen gegenüber dem Land Baden-Württemberg ins Spiel. Ein befristeter Beitragserlass sei ein Signal, dass sich das Land nicht aus der Finanzierung der Kinderbetreuung zurückziehen könne, ein Erlass ohne zeitliche Beschränkung könne den Eindruck entstehen lassen, dass die Kommunen ohne Unterstützung des Landes auskommen könnten. Dies sei nicht der Fall, zumal die Erzieherinnen weiterhin ihr Entgelt bekommen und im öffentlichen Dienst auch keine Kurzarbeit möglich sei. Eine Entscheidung je nach Lage entlaste die Eltern gleichermaßen, bedeute jedoch politisch einen gewissen Druck auf das Land.
Letztendlich entschied sich der Gemeinderat nach Ablehnung des weitergehenden Antrags auf unbefristeten Beitragserlass einstimmig für den Erlass der Beiträge für den Monat Mai.
In diesem Zusammenhang berichtete Bürgermeister Bartzsch über die Situation in Murr vor dem Hintergrund der Corona-Krise. Die erweiterte Notbetreuung aufgrund der teilweisen Lockerungen sei am Montag, 27. April 2020, gestartet, es wurde jedoch noch kein allzu großer Ansturm registriert. Die Ortsbücherei habe unter Auflagen seit dem 27. April 2020 wieder geöffnet und der Betrieb laufe wieder an. Auch das Bürgermeisteramt wurde am 4. Mai 2020 wieder für den Publikumsverkehr geöffnet, ebenfalls unter Auflagen wie
Abstands- und Zugangsbeschränkungen und Hygienevorkehrungen. Weiter geschlossen bleiben vorerst die Sportstätten und Versammlungsräume, bis neue Vorgaben vom Land bekannt seien.
Stand heute gebe es in Murr 21 Corona-Fälle, für die Quarantäne angeordnet werden musste.
Bei den Gemeindefinanzen sei die Situation bereits in einem Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen bzw. -zahlungen spürbar. Augenblicklich verzichte die Gemeindekasse darauf, Mahnungen zu verschicken.

Im weiteren Verlauf der Sitzung informierte Bürgermeister Torsten Bartzsch darüber, dass die Arbeiten zur Sanierung der Blankensteinstraße begonnen hätten und bislang im Zeitplan sind. Aufgrund der Absage der geplanten Informationsveranstaltung für die Anlieger beantworten das Verbandsbauamt, der Bauhof und die ausführende Firma Fragen direkt vor Ort und bieten Gespräche für alle Anlieger auf der Baustelle oder am Telefon an.
Auf Anfrage aus der Mitte des Gremiums schilderte der Schultes, dass offensichtlich auf den Friedhöfen der Gemeinde Gießkannen und Aufsätze, die vor kurzem angeschafft worden seien, abhanden gekommen sind. Man könne nur annehmen, dass sie mitgenommen wurden und man müsse sich schon fragen, warum so etwas gemacht werde.
Im Namen des Gemeinderats gratulierte Gemeinderat und erster Bürgermeister-Stellvertreter Markus Kaiser Bürgermeister Torsten Bartzsch herzlich zu seiner Widerwahl und seinem sehr überzeugenden Wahlergebnis. Er überreichte Bartzsch ein Geschenk und brachte die Freude des Gremiums auf die weitere gute Zusammenarbeit zum Ausdruck.

09.04.2020

Bericht über die Gemeinderatssitzung vom 31. März 2020

Bürgermeister Bartzsch begrüßte die Mitglieder des Gemeinderates aufgrund der Corona-Pandemie im Bürgersaal des Bürger- und Rathauses, um die Hygienevorschriften für dieTeilnehmer einhalten zu können. Gemeinderatssitzungen fallen nicht unter den Begriff der sonstigen Versammlungen und können im Ermessen der Gemeinde stattfinden. Nachdem die Gemeinde über entsprechende Räumlichkeiten verfügt, wurde auf die Beschlussfassung im Umlaufverfahren verzichtet.
Bürgermeister Bartzsch berichtete, dass sich die Ereignisse aufgrund der Corona-Pandemie in den letzten Wochen überschlagen haben und bei der Arbeit in der Verwaltung Spuren hinterlassen haben. Vor dem 13. März 2020 haben die Kommunen bzw. die Veranstalter die Situation unterschiedlich gehandhabt. Einige Veranstaltungen wurden abgesagt, andere durchgeführt.
Mit Beschluss der Corona-Verordnung durch das Land wurden die Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen ab dem 17. März 2020 geschlossen. Die Gemeinde hat kurze Zeit später beschlossen, die Bücherei, das Bürgerhaus und alle gemeindeeigenen Versammlungsräume ab dem 17. März bis vorerst 19. April 2020 zu schließen.
Die Corona-Verordnung wurde in der Zeit vom 16. März bis 28. März drei Mal geändert. Hierzu wurden viele Richtlinien und Anwendungshinweise erlassen. Das Rathaus wurde ab dem 17. März 2020 für den Publikumsverkehr geschlossen. Seit dem 23. März 2020 arbeiten die Mitarbeiter im Rathaus und im Bauhof im Schichtbetrieb, ebenfalls die Erzieherinnen.
Anfangs hat die Verwaltung sehr viele Anfragen bezüglich  der Auslegung der Verordnung erhalten. Die Gemeinde hat zunächst auf die Kontrolle der Betriebe durch das Ordnungsamt und den Gemeindevollzugsdienst verzichtet.
Als Ortspolizeibehörde ist die Gemeinde auch für die Anordnung der Quarantäne zuständig. Der Ablauf musste organisiert werden. Derzeit (Stand 31. März 2020) haben wir in der Gemeinde 10 positiv getestete Personen.
An dieser Stelle nimmt Bürgermeister Bartzsch die Gelegenheit wahr, sich bei allen Menschen, die in der kritischen Infrastruktur arbeiten, zu bedanken. Ebenfalls spricht er seinen Dank an die Mitarbeiter der Gemeinde, die den Betrieb aufrechterhalten, aus. Er hofft, dass nach Corona auch die Aufwertung bestimmter Berufsfelder stattfindet.

Bebauungsplan"Langes Feld V - Erweiterung, 1. Bauabschnitt"
Die Gemeinde plant, das Gewerbegebiet "Langes Feld V" in zwei Bauabschnitten zu erweitern. Für den ersten Bauabschnitt soll das Verfahren eingeleitet werden. Im Flächennutzungsplan des Gemeindeverwaltungsverbandes Steinheim-Murr ist die geplante Erweiterung als gewerbliche Fläche dargestellt. Die Erschließung des ersten Bauabschnittes soll über die Straße "Im Langen Feld" erfolgen.
Zunächst wird die städtebauliche Konzeption für das Gebiet ausgearbeitet. Anhand dieser Konzeption wird der Entwurf gefertigt.
Der Gemeinderat beschließt einstimmig, für den Bereich "Langes Feld V - Erweiterung, 1. Bauabschnitt" nach § 2 Abs. 1 BauGB einen Bebauungsplan aufzustellen.

Kindergarten Lindenweg- Einführung einer 7-stündigen Betreuung
Seit dem Beginn des aktuellen Kindergartenjahres bestehen im Kindergarten Lindenweg insgesamt 4 Gruppen mit je 25 Plätzen mit verlängerter Öffnungszeit mit einer täglichen Betreuungszeit von 7.30 bis 13.30 Uhr.
Die Eltern haben an die Gemeinde den Wunsch herangetragen, eine Betreuung mit 7 Stunden anzubieten. Die Verwaltung schlägt vor, 25 Plätze mit einer Betreuungszeit von 7.00 bis 14.00 Uhr im Bestand zu erweitern. Dies würde den Personalschlüssel um circa 0,25 Stellen erhöhen.
Ein warmes Mittagessen kann aufgrund der Raumsituation im Kindergarten Lindenweg derzeit nicht angeboten werden. Es würde, wie bisher schon gehandhabt, ein zweites Vesper angeboten werden. Nachdem die Belegungszahlen weiter steigen, wird perspektivisch ein Anbau an den Kindergarten Lindenweg notwendig. Mit diesem Anbau sollte dann auch eine Küche und ein Essensraum eingerichtet werden.
Derzeit sind wenige Plätze im Kindergarten Lindenweg frei, so dass das neue Angebot überwiegend für die jetzigen Kinder angeboten wird. Die Kinder werden nur in den Randzeiten von 7.00 bis 7.30 Uhr und von 13.30 bis 14.00 Uhr gemeinsam betreut, die restliche Zeit werden sie in ihrer bisherigen Kindergartengruppe weiterbetreut.
Die Mitglieder des Gemeinderates begrüßen die Erweiterung des Angebotes und bitten zu prüfen, ob in den Schulräumen ein Mittagessen angeboten werden könnte. Die Verwaltung schlägt vor, die Kindergartengebühren für das 7-stündige VÖ-Angebot entsprechend der höheren Betreuungszeit zu erhöhen. Der Gemeinderat beschließt einstimmig, dass zum nächsten Kindergartenjahr 2020/2021 imKindergarten Lindenweg als neues Betreuungsangebot eine 7-stündige VÖ-Betreuung täglich von 7.00 bis 14.00 Uhr für insgesamt 25 Plätze eingeführt wird. Zur Abdeckung des Angebots muss der Personalschlüssel im Kindergarten Lindenweg um ca. 0,25 Stellen erhöht werden.

Wasserversorgung - Erneuerung der EMSR-Technik und Fernwirktechnik
Im Bereich der örtlichen Wasserversorgung sind in den nächsten Jahren umfangreiche Erneuerungen und Modernisierungen im Bereich der elektrischen Mess-, Steuer- und Regelungstechnik notwendig. Mit der Landeswasserversorgung, die seit 1. Juli 2009 die Betriebsführung für die zwei Tiefbrunnen, die Filteranlage zur Enteisenung, die drei Hochbehälter Lug, Berg und Silla Hopp sowie die Druckerhöhungsanlage inne hat, wurden die notwendigen Maßnahmen abgestimmt und kalkuliert.
Die Erneuerung der EMSR-Technik ist in mehreren Abschnitten vorgesehen. In diesem Jahr soll zunächst die EMSR-Technik in den Hochbehältern Berg und Lug sowie die Fernwirktechnik der Filteranlage erneuert werden. In den nächsten beiden Jahren stehen dann die restlichen Anlagen sukzessive zur Erneuerung an.
Die Landeswasserversorgung hat eine öffentliche Ausschreibung für die Erneuerung der EMSR-Technik in den Hochbehältern Berg und Lug sowie für die Fernwirktechnik der Filteranlage durchgeführt. Die Kostenschätzung der Landeswasserversorgung lag bei circa 113.000,00 Euro brutto und somit um circa 15.000,00 Euro unter dem wirtschaftlichsten Angebot.
Der Gemeinderat begrüßt, dass eine Firma aus der Nähe das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hat. Der Gemeinderat beschließt einstimmig: Für die Erneuerung der EMSR-Technik in den Hochbehältern Berg und Lug sowie für die Fernwirktechnik in der Filteranlage wird auf Grundlage der öffentlichen Ausschreibung die Firma Füllgrabe & Teubner Elektrotechnik GmbH aus Kirchberg an der Murr zum Angebotspreis von 128.739,89 Euro beauftragt. Für die Erneuerung der weiteren Anlagen werden in den Haushaltsjahren 2021 und 2022 entsprechende Finanzmittel bereitgestellt.

Verschiedenes: Erlass der Kinderbetreuungsgebühren für den Monat April 2020
Bürgermeister Bartzsch schlägt dem Gemeinderat vor, die Kinderbetreuungsgebühr zunächst für den Monat April den Eltern zu erlassen, da seit dem 17. März bis voraussichtlich 19. April 2020 keine Kinderbetreuung stattfinden darf. Der Verzicht auf die Aprilgebühr verursacht Kosten in Höhe von 37.000 Euro. Die Vorgehensweise wurde mit der evangelischenKirchengemeinde abgestimmt.
Das Land will den Kommunen und den freien Trägern 100 Mio. Euro zur Verfügung stellen. Die privaten Träger können über den Rettungsschirm Gelder beantragen.
Der Gemeinderat begrüßt grundsätzlich die Entscheidung, die Gebühr für den Monat April zu erlassen. Gemeinderat Utz begrüßt ebenfalls den Vorschlag und bittet, diesen doch insoweit auszudehnen, dass auf die Kinderbetreuungsgebühren solange verzichtet wird, wie die Einrichtungen geschlossen sind.
Bürgermeister Bartzsch bemerkt, dass er eine Vorgehensweise "auf Sicht" bevorzugt, da die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die finanzielle Situation der Gemeinde nicht abgeschätzt werden können; im Bereich der Gewerbesteuer- und Einkommensteuereinnahmen muss mit wesentlich geringeren Einnahmen als geplant gerechnet werden.
Die Mehrheit des Gemeinderats befürwortet die vorgeschlagene Vorgehensweise der Verwaltung, da diese mit der evangelischen Kirche abgestimmt wurde. Es wird beschlossen, die Kinderbetreuungsgebühren für den Monat April 2020 zu erlassen und bei Bedarf erneut darüber zu beraten, falls die Einrichtungen länger geschlossen bleiben.

03.04.2020

Ehrungen für Mehrfach-Blutspender/innen und für erfolgreiche Sport-ler/innen dieses mal ohne öffentliche Veranstaltung

Auf sehr ungewöhnliche Weise müssen dieses Jahr die offiziellen Ehrungen der Mehrfach-Blutspenderinnen und -Blutspender und der erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler vorgenommen werden. Was sonst in einer Veranstaltung vor großer Öffentlichkeit stattfindet, muss jetzt aus aktuellem Anlass quasi auf dem Postweg und ohne Publikum erfolgen.
Gerade deshalb ist es Bürgermeister Torsten Bartzsch jedoch wichtig, zumindest im Nachrichtenblatt und auf der Internetseite der Gemeinde den Beitrag der Mehrfach-Blutspender/innen für die Allgemeinheit zu würdigen und auf die vielfältigen und besonderen Leistungen und Erfolge der Murrer Sportlerinnen und Sportler im vergangenen Jahr aufmerksam zu machen.

Insgesamt 16 Mehrfach-Spenderinnen und Spender, darunter einer mit 125 Blutspenden
Die Corona-Krise führt uns den Stellenwert des Gesundheitssystems in unserem Lande momentan besonders drastisch vor Augen. Wie gut unsere medizinische Versorgung organisiert und ausgestattet ist, das muss sich in der aktuellen Situation beweisen. Seit Jahren ist das Spenden von Blut für die Gewährleistung von gesundheitserhaltenden und lebensrettenden Maßnahmen unerlässlich. Daher wird einem die Wichtigkeit des Engagements von Menschen, die unentgeltlich ihr Blut spenden, in der augenblicklichen Situation besonders deutlich vor Augen geführt.
Die Ehrung der Mehrfach-Blutspenderinnen und -Blutspender in Murr ist Bürgermeister Torsten Bartzsch daher in diesem Jahr besonders wichtig und er bedankt sich im Namen des Gemeinderats und im Namen des DRK-Ortsvereins Murr ganz besonders bei denen, die für eine mehrfache Blutspende ausgezeichnet werden.
Dies sind für den Zeitraum Oktober 2018 bis September 2019 folgende Spenderinnen und Spender:
- Für 10-maliges Blutspenden werden geehrt: Christian Bach, Christina Bäuerle, Daniela Blank, Susanna Bogert, Wolfgang Böker, Jasmin Maier, Sabrina Möseneder, Alina Runkel und Verena Stieber.
- 25 Mal haben Blut gespendet: Markus Ackermann und Ingrid Laibacher.
- Die 75. Blutspende haben im letzten Jahr geleistet: Jelica Babic, Wilfried Krauß und Frank Schwarz.
- Für 100 Blutspenden gibt es eine Ehrung für Werner Maier.
- Auf ganze 125 Blutspenden hat es Michael Hentschel gebracht.
Allen Spenderinnen und Spendern werden die jeweiligen Ehrennadeln, Urkunden und ein Dankeschön von der Gemeinde in den nächsten Tagen zugestellt.

Sport als Ausdruck von Gemeinschaft, sozialem Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft
In diesen schwierigen Zeiten spüren wir alle, dass Kontakte unter den Menschen, gemeinsame Unternehmungen und Interessen nicht nur wichtig sind, sondern einen unverzichtbaren Kernbestandteil des Lebens darstellen. Aauf Grundlage dieses Gedankens erscheint Sport als Betätigung, ob in einem Verein oder in anderem Rahmen, geradezu essenziell. Er dient der Gesunderhaltung, dem körperlichen und seelischen Ausgleich von Stress und anderen Belastungsfaktoren, begründet und fördert Gemeinschaftsgefühl, Kameradschaft, Fairness, sozialen Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Teamgeist. Eigenschaften, deren Bedeutung uns gerade in diesen schwierigen Zeiten besonders klar vor Augen geführt wird.
Dieses Mal werden für Erfolge und Leistungen im Jahr 2019 folgende Sportlerinnen und Sportler aus Murr bzw. aus Murrer Vereinen ausgezeichnet:
- Patrick Zieker (TV bittenfeld) ist Mitglied der Handball-Nationalmannschaft und hat mit dieser den fünften Platz bei der Europameisterschaft in diesem Jahr erreicht.
- Felix Grieb (VfL Waiblingen) wurde deutscher Meister im Freiwasserschwimmen über die Strecke von 2,5 km im Freistil und hat bei den süddeutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen über 5 km Freistil offen den 2. Platz erreicht.
- Sophia Grieb (VfL Waiblingen) hat im Schwimmen bei den württembergischen Jahrgangsmeisterschaften unter anderem zweite Plätze in der Kombiwertung Schmetterling, über 50 m Schmetterling und über 100 m Schmetterling sowie einige dritte Plätze in weiteren Schwimmdisziplinen errungen. Bei den württembergischen Kurzbahnmeisterschaften erschwamm sie sich unter anderem zweite Plätze über 100 und 200 m Schmetterling, im Mehrkampf Schmetterling und über 100 m Lagen sowie ebenfalls dritte Plätze in weiteren Schwimmdisziplinen. Als Kunst- und Turmspringerin wurde sie süddeutsche Meisterin in der Kombinationswertung, über 1 m vom Brett und 5 m vom Turm. Zweite Plätze über 1 und 3 m vom Brett erzielte sie sowohl bei den baden-württembergischen als auch bei den baden-württembergischen/bayrischen Meisterschaften im Kunst- und Turmspringen.
- Felix Eigen vom JudoTeam Steinheim wurde Dritter bei den offenen baden-württembergischen Meisterschaften im Einzelkampf, Zweiter bei den nord-württembergischen Meisterschaften im Einzelkampf und Dritter im Einzelkampf bei den württembergischen Einzelmeisterschaften. Zudem qualifizierte er sich mit der Mannschaft des Marbacher Schiller-Gymnasiums für das Finale von "Jugend trainiert für Olympia".
- Valentin Fleischle (JudoTeam Steinheim) erkämpfte als Judoka erste Plätze in den Altersklassen U 13 und U 15 bei den offenen baden-württembergischen Einzelmeisterschaften und unter anderem einen dritten Platz bei den nord-württembergischen Einzelmeisterschaften. Mit der Mannschaft des Schiller-Gymnasiums nahm er am Finale von "Jugend trainiert für Olympia" in Berlin teil.
- Franziska Fleischle (JudoTeam Steinheim) wurde Dritte im Judo Einzel in der Altersklasse U 18 bei den württembergischen Einzelmeisterschaften.
- Lara Schneider vom JudoTeam Steinheim hat als Judo-Kämpferin jeweils zweite Plätze in ihrer Altersklasse U 14 beim Gürtelfarbturnier 2019 und beim Hopser-Turnier in Landau erzielt. Ebenfalls Zweite wurde sie mit der Mannschaft des Marbacher Schiller-Gymnasiums beim RP-Finale des Wettbewerbs "Jugend trainiert für Olympia".
- Tim Schneider (JudoTeam Steinheim) hat sich zweite Plätze in der Altersklasse U 12 im Judo bei den Bezirks-Einzelmeisterschaften und mit der Mannschaft bei den nord-württembergischen Mannschaftsmeisterschaften sowie dritte Plätze im Judo Einzel bei den nord-württembergischen und den württembergischen Einzelmeisterschaften sowie bei den offenen baden-württembergischen Einzel-meisterschaften sowie den ersten Platz beim Hopser-Turnier in Landau erkämpft.
- Eine besondere Sportart übt Claudia Mletzko (TSV Haubersbronn) aus: im Rhönradturnen hat sie den ersten Platz im Schwaben-Cup Einzel, je einen zweiten Platz im Einzel bei der Gaumeisterschaft Landesklasse und beim württembergischen Vereins-Mannschafts-Wettkampf, einen vierten Platz im baden-württembergischen Wettkampf Musikkür und einen fünften Platz bei der baden-württembergischen Vereins-Mannschaftsmeisterschaft errungen.
- Walter Fetscher übt seine Sportart Bowling beim SV Vaihingen und im Gehörlosen-Sportclub Ludwigsburg aus. Er wurde baden-württembergischer Meister im Einzel für Gehörlose und deutscher Meister im Einzel für Schwerhörige.
- Angelika Hornung und Marcus Leibbrandt wurden als Rallye-Sportler Sieger in ihrer Klasse bei der internationalen Rallye in Luxemburg und Fünfte in ihrer Gruppe beim deutschen Rallye-Cup.
- Dominik Benedix und Sarah Bunge zeigen als Mitglie-der des TV cannstatt 1846, dass auch in Deutschland Cheerleading als Sportart betrieben werden kann. In der Disziplin Cheerleading Partnerstunt wurden sie Erste bei der württembergischen Meisterschaft im Storm Cup, Zweite bei der württembergischen Meisterschaft Legends of Cheersport und haben bei der Europameisterschaft in der Sparte "German all level" den vierten Platz erreicht.

Traditionell gibt es bei der Turnabteilung des SGV Murr viele Turnerinnen und Turner in allen Altersklassen, die jedes Jahr erfolgreich auf den verschiedensten Ebenen sind. Im Jahr 2019 waren dies:
- Steven Jeschke: 1. Platz im Schüler-Mehrkampf männliche Jugend C beim Fest der Mehrkämpfe und beim Landesfinale, im Wahlvierkampf 2. Platz mit der Mannschaft und 3. Platz im Einzel beim Tuju-Fest sowie im Geräteturnen mit der Mannschaft den 4. Platz im Bezirksfinale und den fünften Platz im Landesfinale.
- Hannes Feederle: 2. Platz im Wahlvierkampf mit der Mannschaft beim Tuju-Fest, 3. Platz im gemischten Vierkampf beim Gaukinderturnfest, 3. Platz im Wahlvierkampf mit der Mannschaft beim Neckar-Enz-Jugendfest, 4. Platz im Geräteturnen mit der Mannschaft beim Bezirksfinale und 5. Platz im Geräteturnen mit der Mannschaft beim Landesfinale Geräteturnen.
- Lukas Müller: 1. Platz im gemischten Vierkampf beim Gaukinderturnfest, 2. Platz beim Wahlvierkampf mit der Mannschaft beim Tuju-Fest, 3. Platz im Wahlvierkampf mit der Mannschaft beim Neckar-Enz-Jugendfest, 4. Platz im Geräteturnen mit der Mannschaft beim Bezirksfinale und 5. Platz im Geräteturnen mit der Mannschaft beim Landesfinale Geräteturnen.
- David Greiner: 2. Platz im Wahlvierkampf mit der Mannschaft beim Tuju-Fest.
- Joshua Gummelt: 3. Platz im Wahlvierkampf mit der Mannschaft beim Neckar-Enz-Jugendfest.
- Tom Bertram: 1. Platz im Geräte-Pflicht-Vierkampf beim Gaukinderturnfest und 3. Platz beim Wahlvierkampf mit der Mannschaft beim Neckar-Enz-Jugendfest.
- Felix Rapp: 3. Platz im Wahlvierkampf mit der Mannschaft beim Neckar-Enz-Jugendfest.
- Nick Rademacher: 1. Platz in der Disziplin "2 Geräte" beim 2plus2-Wettkampf und 3. Platz im Wahlvierkampf beim Tuju-Fest.
- Nikolai Veit: 1. Platz im Geräte-Pflicht-Vierkampf beim Gaukinderturnfest und 2. Platz in der Disziplin "2 Geräte" beim 2plus2-Wettkampf.
- Hannes Schäfer, Fabian Lipp, Manuel Bertram und Said Hodzic: 1. Platz in der Disziplin "2 Geräte" beim 2plus2-Wettkampf.
- Tom Engelhardt, Illias Arslan, Noah Arslan und Luca Caporaso: 2. Platz in der Disziplin "2 Geräte" beim 2plus2-Wettkampf.
- Maximilian Werlitz und Kuzey Turmus: 1. Platz in der Disziplin "2 Geräte" beim 2plus2-Wettkampf.
- Marc Kopf, David Buzakovic und Nico Engelhardt: 2. Platz in der Disziplin "2 Geräte" beim 2plus2-Wettkampf.
- Florina Göhner: 3. Platz im gemischten Vierkampf beim Gaukinderturnfest.
- My Hoang: 3. Platz im gemischten Sechskampf beim Fest der Mehrkämpfe.
- Lena Hörner, Mia Steinhauer, Marie Feederle und Leticia Wiebeck: 1. Platz im Pflichtvierkampf beim Neckar-Enz-Jugendfest.
- Marie Fischer, Jessica Liebscher, Leni Schuster, Dilara Wagner und Julia Schanku: 2. Platz im Pflichtvierkampf beim Neckar-Enz-Jugendfest.
- Yasin el Azzazy: Bei den Gaumeisterschaften 2. Platz im Kür-Sechskampf mit der Mannschaft, 1. Platz im Kür-Sechskampf Einzel, 1. Platz im Bodenturnen, beim Sprung und am Reck sowie 2. Platz an den Ringen.
- Julian Rentschler und Jonas Zimmermann: 2. Platz im Kür-Sechskampf mit der Mannschaft bei den Gaumeisterschaften.

Eine ebenfalls große wie sportlich starke Abteilung im SGV Murr sind die Leichtathleten. Auch im vergangenen Jahr haben viele Mitglieder der Abteilung aus den verschiedensten Altersklassen in vielen Wettbewerben auf allen Ebenen hervorragende Leistungen erzielt und vordere Plätze belegt. Im einzelnen sind dies:
- Ella Ebert: 1. Platz im Crosslauf U 8 bei den Crosslauf-Kreismeisterschaften.
- Tim Fischer: 1. Platz im Crosslauf U 14 bei den Crosslauf-Kreismeisterschaften und 1. Platz im 800 m-Lauf bei den Einzel-Kreismeisterschaften.
- Steven Jeschke: 1. Platz im Vierkampf bei den Mehrkampf-Kreismeisterschaften.
- Karolina Kettgen: 1. Platz im Crosslauf U 8 bei den Crosslauf-Kreismeisterschaften.
- Roman Kraft: 1. Platz im Crosslauf U 16 bei den Crosslauf-Kreismeisterschaften.
- Sophia Mindt: 1. Platz im Kugelstoßen und 1. Platz im Speerwerfen bei den Wurf-Kreismeisterschaften.
- Marie Baumann-Pronenca: 1. Platz im Crosslauf U 8 bei den Crosslauf-Kreismeisterschaften.
- Florian Renz: jeweils einen 1. Platz im Kugelstoßen bei den Wurf-Kreismeisterschaften sowie im 75 m-Lauf, im Weitsprung, im Ballwurf und im Diskuswurf bei den Einzel-Kreismeisterschaften.
- Lukas Renz, Niklas Treib und Lenni Wulf: 1. Platz im 3 x 800 m-lauf U 12 bei den Langstaffel-Kreismeisterschaften.
- Liv Wägerle: jeweils einen 1. Platz im Kugelstoßen und im Speerwerfen bei den Wurf-Kreismeisterschaften.
- Alexandra Funk: Bei den World Transplant Games in Newcastle (Großbritannien) erkämpfte sie sich 1. Plätze im Speerwurf und im Hochsprung, 2. Plätze im Kugelstoßen, im 100 m-Lauf und im Weitsprung sowie einen 5. Platz mit der 4 x 400 m-Staffel der Frauen. Bei den deutschen Meisterschaften der Transplantierten, die im letzten Jahr in Murr stattfanden, wurde sie erste und damit deutsche Meisterin in den Disziplinen Kugelstoßen, Schlagball, 100 m-Lauf, Weitsprung und Hochsprung.
- Jutta Rau-Theodosiou: jeweils 1. Platz im 60 m-Lauf und im Weitsprung bei den baden-württembergischen Senioren-Hallenmeisterschaften, jeweils 1. Platz im Weitsprung und im 100 m-Lauf bei den baden-württembergischen Seniorenmeisterschaften und einen 1. Platz im Crosslauf Sprint mit der Mannschaft bei den Crosslauf-Kreismeisterschaften.
- Stephanie Siebert: 1. Platz im Crosslauf Sprint mit der Mannschaft bei den Crosslauf-Kreismeisterschaften.
- Vanessa Theodosiou: jeweils ein 1. Platz im Crosslauf Sprint mit der Mannschaft und im Crosslauf Sprint Einzel bei den Crosslauf-Kreismeisterschaften, ein 1. Platz im 400 m-Lauf bei den Einzel-Kreismeisterschaften und 8. Platz im 400 m-Lauf bei den baden-württembergischen Meisterschaften.
- Jürgen Gall: jeweils ein 6. Platz im Diskuswurf bei den deutschen Seniorenmeisterschaften Winterwurf und im Kugelstoßen bei den baden-württembergischen Senioren-Hallenmeisterschaften.
- Michael Götz: 5. Platz im 1.500 m-Lauf und 4. Platz im 800 m-Lauf bei den baden-württembergischen Senioren-Hallenmeisterschaften sowie 27. Platz im 1.500 m-Lauf bei den Senioren-Europameisterschaften.
- Joel Guthammer: 4. Platz im 400 m-Lauf bei den baden-württembergischen Hallenmeisterschaften sowie jeweils 1. Platz im Crosslauf Sprint mit der Mannschaft und im Einzel bei den Crosslauf-Kreismeisterschaften.
- Dr. Thomas Hentschel: 4. Platz im 400 m-Lauf bei den baden-württembergischen Seniorenmeisterschaften.
- Mirko Huber: 3. Platz im Weitsprung bei den baden-württembergischen Seniorenmeisterschaften und 2. Platz im Speerwurf bei den deutschen Seniorenmeisterschaften Winterwurf.
- Simeon Micha Kägi: 8. Platz im Crosslauf Mittelstrecke bei den baden-württembergischen Crosslaufmeisterschaften, 5. Platz im 5.000 m-Lauf bei den baden-württembergischen Langstreckenmeisterschaften, 1. Platz im Crosslauf Mittelstrecke bei den Crosslauf-Kreismeisterschaften und 2. Platz in der Altersklasse U 18 bei den baden-württembergischen Berglaufmeisterschaften.
- Sebastian Kaps: jeweils 1. Platz im Crosslauf Sprint mit der Mannschaft bei den Crosslauf-Kreismeisterschaften und im 800 m-Lauf bei den Einzel-Kreismeisterschaften.
- Frank Mösel: 19. Platz im Hochsprung bei den Senioren-Europameisterschaften.
- Daniel Rauser: 1. Platz im Crosslauf Sprint mit der Mannschaft bei den Crosslauf-Kreismeisterschaften.
- Martin Renz: 3. Platz im Kugelstoßen und 1. Platz im Diskuswurf bei den baden-württembergischen Senioren-Meisterschaften.
- Andreas Stöhr: 6. Platz im 60 m-Lauf bei den baden-württembergischen Senioren-Hallenmeisterschaften.

Obwohl in der Murrer Vereinsfamilie noch ein relativ junges Mitglied, hat der Tanzsportverein (TSV) Murr immer schon bei großen Wettbewerben und Meisterschaften auf höchster Ebene vorderste Plätze belegt und damit Engagement, Motivation, Talent und Leistungsvermögen seiner Mitglieder unter Beweis gestellt. Auch im Jahr 2019 waren die Mitglieder des TSV Murr wieder sehr erfolgreich und werden unter anderem dafür geehrt (alle im Folgenden aufgeführten Erfolge wurden bei der baden-württembergischen Meisterschaft erreicht):
- Vivien Klüberspies, Annalena Dobmeier: 1. Platz im Gardetanz Hebefiguren Jugend und 3. Platz im Schautanz modern Hauptklasse.
- Annika Scholly: 1. Platz im Gardetanz Hebefiguren Jugend und 2. Platz beim Marsch Schülerklasse.
- Marie Lücke: 1. Platz im Gardetanz Hebefiguren Jugend und 2. Platz beim Marsch Schülerklasse.
- Isabel Lücke: 1. Platz im Gardetanz Hebefiguren Jugend und 1. Platz beim Garde-Solo Schülerklasse Mini.
- Nele Krauter, Grace Adelhelm, Amelie Bellon, Lilly Stojanovic, Leni Sossalla, Mara Otterbach, Saviana Stazzone und Ronja Prang: 1. Platz im Gardetanz Hebefiguren Jugend und 2. Platz beim Marsch Schülerklasse.
- Nina Krauter, Zoe Gorzolka, Eileen Kempinger, Sabrina Wägerle und Marlene Stöhr: 3. Platz im Schautanz modern Hauptklasse.
- Sophia Biebel, Lilly Borgardt, Maxine Repscher und Florina Göhner: 1. Platz im Gardetanz Hebefiguren Jugend.
- Hannah Otterbach: 2. Platz beim Garde-Solo Schülerklasse Mini.

Stammgäste bei der Sportlerehrung und damit jedes Jahr erfolgreich sind die Mitglieder des Tennisclubs Murr. Im Jahr 2019 stieg die Mannschaft der Herren 40 ungeschlagen in die Staffelliga auf. Zur Mannschaft gehören: Roland Clasen, Franco Cito, Markus Mack, Aydin Yildiz, Diego Camporeale, Eugenio Dominech, Dietmar Kuschel und Savo Kaiser.

Allen aufgeführten Sportlerinnen und Sportlern gratulieren wir auf diesem Weg sehr herzlich zu ihren Erfolgen und Leistungen und wünschen ihnen auch weiterhin viel Freude und Motivation bei ihrem Sport. Die Ehrungen werden in den nächsten Tagen per Boten oder über die (Abteilungs-)Vorstände zugestellt und verteilt.
Ein Dank geht auch an die vielen Trainer/innen, Übungsleiter/innen, Betreuer/innen, Eltern, Vorstände und Abteilungsverantwortliche, die sehr viel zu den sportlichen Leistungen beigetragen haben und - oft über Jahre hinweg - tagein, tagaus viel dafür tun, dass es in Murr so ein reichhaltiges, lebendiges, attraktives und erfolgreiches Sport- und Vereinsleben gibt.

28.02.2020

Jugendhaus-Parcours in Murr

Kinder an verschiedenen Stationen in der Sporthalle
Kinder hangeln an Seilen in der Sporthalle

Ein Samstagnachmittag im Februar. Im vorfrühlingshaften Sonnenschein hat sich vor der Sporthalle an Station "N" eine Schlange ausgelassener Kinder in Sportkleidung aufgereiht. Sie alle wollen mit dem Trike, dem coolen Murrer Jugendhaus-Dreirad, die mit Kreide eingezeichnete Route bis zum Basketballkorb fahren oder "driften" und können es kaum abwarten, endlich dran zu sein. Einige verbringen die Wartezeit mit Federball, Stelzen oder Roller.
In der Halle haben die Sozialarbeiter*innen 14 weitere Stationen aufgebaut. Dort gilt es, Hindernisse zu überwinden, zu hangeln, zu springen, zu klettern und zu balancieren. Es erinnert ein bisschen an Zirkeltraining, allerdings ohne Stoppuhr und ohne Leistungsdruck. Freude an der Bewegung, Zusammenhalt in der Gruppe, Zutrauen und Vertrauen in sich selbst stehen im Vordergrund.
Bereits zum dritten Mal bieten die Bottwartäler Jugendhäuser in Kooperation mit der Schulsozialarbeit Steinheim und dem Parcoursverein Höpfigheim den Action-Parcours an. Dieses Jahr ist der Andrang besonders groß. 50 Kinder, einige begleitet von Eltern oder Großeltern, die das muntere Treiben von der Zuschauertribüne aus verfolgen, nehmen begeistert teil. Einige powern sich so richtig aus und tanken zwischendrin verschwitzt an der Verpflegungsstation neue Energie: Wasser, Gemüse- und Obstspieße, sowie hübsch dekorierte Brötchen, alles kostenlos von den Jugendhäusern bereitgestellt. Zum Schluss helfen die Kids beim Abbauen der Sportgeräte und bekommen danach alle eine Urkunde.
DieVeranstaltung kam sehr gut an und wird nächstes Frühjahr wiederholt. Wir danken allen, die dabei waren und die geholfen haben, sowie der Gemeinde Murr, dass wir die Sporthalle nutzen durften.
C. Kraft, Jugendhaus Murr

17.02.2020

25-jähriges Jubiläum von Frau Olga Saar bei der Gemeinde und im öffentlichen Dienst

Bürgermeister Torsten Bartzsch gratuliert Olga Saar zum 25-jährigen Dienstjubiläum und überreicht ihr Urkunde und Blumenstrauß als Anerkennung und Dank
Olga Saar und Bürgermeister Torsten Bartzsch

Für 25-jährige Tätigkeit bei der Gemeinde und damit auch im öffentlichen Dienst wurde dieser Tage Frau Olga Saar von Bürgermeister Torsten Bartzsch beglückwünscht. Der Schultes bedankte sich bei ihr für all die in dieser Zeit geleistete Arbeit und sie erhielt dafür aus den Händen des Schultes als Anerkennung eine Urkunde und einen Blumenstrauß.
Im Februar 1995 begann Olga Saar ihren Dienst bei der Gemeinde Murr. Sie betreute zunächst zwei Jahre die damalige Gymnastikhalle halbtags als Hausmeisterin. 1997 begann sie mit ihrem Mann Friedrich Saar die Arbeit als Hausmeister-Ehepaar in Schule, Gemeindehalle und - ab 2001 - auch in der neuen Sporthalle. In all den Jahren sorgte Olga Saar für Sauberkeit und Ordnung und war für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Sportlerinnen und Sportler und Veranstalter von Festen der gute Geist im Hintergrund. Von den täglichen Routinearbeiten wie Bodenpflege, Reinigung der Sanitärräume oder Leeren der Papierkörbe bis hin zu den Großputzaktionen in den Ferien, bei denen die Gebäude von Grund auf gereinigt werden, erledigte Frau Saar ihre Aufgaben stets zuverlässig, gewissenhaft und gründlich. Auch nachdem ihr Mann als Hausmeister in den Ruhestand ging, setzte sie ihre Arbeit fort; derzeit ist sie als Reinigungskraft in der Schule tätig. Bürgermeister Torsten Bartzsch gratulierte Frau Saar zum runden Dienstjubiläum und wünschte ihr für die Zukunft alles Gute und Gesundheit.

14.02.2020

Theatergruppe des Obst- und Gartenbauvereins unterhält an zwei Abenden im Bürgersaal mit amüsanter „Mallorca-Reise“

Nach zwei erfolgreichen Theaterabenden verdienter Applaus im Bürgersaal für die Theatergruppe des OGV Murr
Alle Mitwirkende nach der Vorstellung auf der Bühne des Bürgersaals

Insgesamt rund 400 Gäste beim Mundarttheater - Gemeinschaftsleistung vieler Mitwirkender

Der Obst- und Gartenbauverein Murr (OGV) ist eindeutig ein Aktivposten in der Gemeinde. Mit Blumenschmuckwettbewerb, Schnittkursen, Blütenspaziergängen, Sonnenblumen- und Apfelsaftaktion bietet er vieles zur Erhaltung und Förderung von Obst- und Gartenbau an. Was der Verein aber auch kann, ist Theater machen. Und das durchaus im positiven Sinn, denn seit rund 25 Jahren gibt es eine sehr aktive Theatergruppe im OGV, die das Publikum alljährlich mit einem neuen Mundarttheaterstück auf das Beste unterhält und amüsiert. Ursprünglich entstanden aus der Idee, die traditionelle Abschlussveranstaltung des Blumenschmuckwettbewerbs am ersten Adventswochenende in der Gemeindehalle zu bereichern, bilden die beiden weiteren Aufführungen des jährlichen Stückes im Bürgersaal des Bürger- und Rathauses in der ersten Jahreshälfte längst einen festen und beliebten Bestandteil des gemeindlichen Kulturangebots im Rahmen der Reihe "Kulturprisma Murr".
Am Wochenende war es wieder soweit: Am 7. und 8. Februar 2020 lockte die Theatergruppe mit zwei Aufführungen des Stückes "D'Mallorca-Reise" - einer Komödie in drei Akten von Jasmin Leuthe - insgesamt knapp 400 Gäste in den Bürgersaal des Bürger- und Rathauses und begeisterte ihr Publikum an beiden Abenden von Anfang bis Ende.
Schon mit der Auswahl des Stückes bewies die Gruppe um Regisseur Bernd Fischer eine glückliche Hand. So bot die Komödie "D'Mallorca-Reise" auch dieses Jahr wieder jede Menge Verwicklungen, lustige Missverständnisse und Situationskomik und für alle Akteure Rollen, in denen sie Typ und Talent jeweils voll zur Entfaltung bringen konnten. Dabei gelang es der Theatergruppe dieses Jahr wieder einmal, einige neue, vor allem auch jüngere Mitspieler zu gewinnen, die alle hervorragend zum Ensemble passten und ihre Sache beim Debut genauso toll machten wie die "alten Hasen".
Zu denen gehört zweifelsohne Joachim Walouch. Er verkörperte dieses Jahr den gutmütigen Alfred Eberle, der mit seinem Kumpel Franz von einer gewonnenen Mallorca-Reise zurückkehrte und sich aufgrund eines dummen Missverständnisses den Verdächtigungen von Ehefrau und Tochter erwehren muss, einen Seitensprung begangen zu haben, mit Herzblut, Können und Routine und verlieh seiner Rolle große Glaubwürdigkeit. Genauso die auch schon zum Stamm gehörende Ute Guber, die die Ehefrau Vroni Eberle überzeugend, mit starkem Willen und schwäbischer Wortgewalt darstellte, die in der Durchsetzung ihrer Interessen nicht zimperlich, ihrem "besten Stück" Alfred aber im Grunde herzlich zugetan ist. Wie sie sich ihrem Schmerz als (vermeintlich) betrogene Ehefrau nach "Genuss" einer Flasche Hochprozentigem hingibt, war sicher ein Höhepunkt des Stückes.
Die Tochter von beiden, Susi Eberle, wurde von Laura Walouch - letztes Jahr zum ersten Mal im Ensemble - authentisch, gewitzt, lebhaft und mit jugendlicher Frische gespielt und war damit eindeutig eine Bereicherung der Theatergruppe. Zwei Nicht-Schwaben als Neumitspieler fügten sich gleichfalls hervorragend in die Ensembleleistung ein: Peter Subenieks als Alfreds nicht ganz heller, aber gutmütiger Kumpel Franz Pfeiffle und Michaela Brodtbeck in der Rolle seiner dominanten, aber im Grunde sehr herzlichen Ehefrau Mathilde Pfeiffle und Freundin von Vroni zeigten, dass sie die schwäbische Mentalität verinnerlicht haben; ihre vorherige Bühnenerfahrung bei anderen Gelegenheiten war in ihrem frischen, lebendigen und sicheren Auftreten spürbar.
Schon eine Weile zur Theatergruppe gehört Tobias Ebinger. In den vergangenen Stücken hat er sich quasi als Darsteller exotischer Figuren "spezialisiert", die dem jeweiligen Stück eine gehörige Portion skurrile Komik und Situationskomik beisteuerten. So auch dieses Jahr als Italiener Antonio, Studienfreund von Tochter Susi und Pseudo-Liebhaber von Vroni Eberle, um deren Mann eifersüchtig zu machen. Mit südländischem Temperament, italienischem Akzent und überschäumenden Emotionen konnte er als Komödiant aus dem Vollen schöpfen und tat dies auch mit spürbarer Freude.
Neu auf der Bühne waren Julia Ebinger und Vanessa Groß als junge Französinnen Angelique und Jacqueline, die überraschend im Haushalt von Eberles auftauchen und einigen Wirbel verursachten. Bewundernswert, wie sicher und unbefangen die zwei jungen Darstellerinnen in ihre Rollen fanden und wie natürlich und lebendig sie den Urlaubsbekanntschaften von Alfred und Franz französischen Charme verliehen. Last but not least ist mit Michael Schempp ein weiteres Neumitglied zur Theatergruppe gestoßen, der als Taxifahrer der beiden Französinnen gekonnt über die schweren Koffer bruddelt, die er schleppen muss, und nicht locker lässt, bis er seinen hart verdienten Fahrpreis kassieren kann. Auch Schempp hat sich sehr gut in die Schauspielleistung der Gruppe eingefügt.
An beiden Abenden wurde den Akteuren auf der Bühne vom Publikum lebhaft und mit vollem Recht großer Applaus gespendet. Zum Schluss erhielten auch die vielen Helfer, Helferinnen und Mitwirkenden neben und hinter den Kulissen den wohlverdienten reichlichen Beifall. Allen voran Bernd Fischer, der dieses Jahr nicht selber auf der Bühne stand, aber als Regisseur - wie es von Joachim Walouch zum Ende der Aufführungen formuliert wurde - für die Schauspieler Antreiber, Motivator, Inspirator, Kritiker und Lobspender in einem war und daher ganz wesentlich zu den guten Aufführungen beigetragen hat. Sicherheit für die Akteure auf der Bühne bot auch dieses Mal wieder Monika Ebinger als Souffleuse, die zuverlässig und unauffällig weiterhalf, wenn es mal notwendig war. Für das rechte Licht und den guten Ton sorgten Fabian und Thomas Groß in der Technik, auch für sie gab es Lob und Beifall. Genauso genannt und honoriert wurde die Arbeit der vielen ungenannten Helferinnen und Helfer beim Kulissenbau, bei Aufbau und Abbau, beim Schminken und Frisieren und nicht zuletzt der zahlreichen OGV-Mitglieder, die an beiden Abenden bei der Bewirtung des Publikums umsichtig und routiniert für das leibliche Wohl der Gäste sorgten.
An beiden Abenden gab es im Bürgersaal daher nicht nur für die gelungenen und sehr unterhaltsamen Theateraufführungen, sondern auch für die Gemeinschaftsleistung aller Mitwirkenden vom Publikum herzlichen und lebhaften Beifall.

07.02.2020

Gelungenes Festwochenende zum 30-jährigen Jubiläum der Ortsbücherei

Wolfgang Seljé
Wolfgang Seljé auf der Bühne
Das Theater Mika und Rino bei seiner Vorführung
Aus dem Stück vom Zauberlehrling

Seit nunmehr 30 Jahren gibt es sie jetzt: Die Ortsbücherei im Bürger-und Rathaus. Eine kleine Bücherei gab es in Murr schon lange davor, aber am 26. Januar 1990 eröffnete die neue Bücherei in den großzügigen Räumlichkeiten des nagelneuen Bürger- und Rathauses ihre Pforten. Mit einem erweiterten Angebot und ausgedehnten Öffnungszeiten zog die Murrer Institution seit ihrem Bestehen tausende Menschen, vor allem Familien, an und entwickelte sich zu einer der beliebtesten Einrichtungen im Ort.
Ein Grund zum Feiern, fand das Büchereiteam und lud den schwäbischen Entertainer Wolfgang Seljé zu einer Abendveranstaltung ein. Seljé, ausgebildeter Bariton, bewies sein Können zu Beginn mit zwei kulturschwangeren Kunstliedern, doch wer befürchtet hatte, der Abend könnte sich zu einem Opernverschnitt entwickeln, hatte sich getäuscht: Zur Erheiterung des Publikums sang Seljé bekannte Popsongs - im Original in englischer Sprache - mit eigenen - schwäbischen - Texten, teilweise in Kurzfassung.
Aus "Yesterday" von den Beatles wurde: "Eschther gsäh", aus "No woman no cry" von BobMarley wurde "Do numm ond do nei" und aus "I was born under a wandering star" von Lee Marvin wurde "I wois net, wo i geschderd wor". Das Publikum amüsierte sich prächtig, die gereichten Cocktails und das Fingerfood waren lecker, ein Künstler, der sichtlich Spaß an seinem Tun hatte: Ein rundum gelungener Abend.
Allen Helferinnen und Helfern ein riesengroßes Dankeschön!

Am Sonntag war die Bücherei von 14 bis 17 Uhr geöffnet, es gab Kaffee und Kuchen (an dieser Stelle nochmals allen Kuchenspenderinnen ein ganz herzliches Dankeschön!) und für die Kinder das Theater "Mika und Rino" mit dem Stück "Der Zauberlehrling": Der strenge Hexenmeister war mit seinem Zauberlehrling Rino nie zufrieden: Mal war er zu langsam, zu unordentlich oder er schlief auf seinem Besen ein. Die Szene mit dem Putzeimer ließ alle Besucher herzlich lachen.
Eines Tages begab sich der Meister auf den Blocksberg zu einem Treffen mit anderen Hexern. Vorher trug er dem Rino aber zahlreiche Strafarbeiten auf. Rino nutzte die Abwesenheit des Hexenmeisters, um selbst zu zaubern und sich die Arbeit womöglich zu erleichtern. Das ging natürlich gründlich schief. Da flog die Wäsche in der Gegend rum, die Wäschestücke machten sich als Wäschegeister selbständig und in dem Moment kehrte auch noch der Meister zurück. Mit dem Zauberspruch "Ratz Fatz, alles auf seinen Platz" war der Schaden aber schnell behoben. Alle Kinder wie auch Erwachsene hatten ihren Spaß an dem Stück. Es wurde viel gelacht und zum Schluss gab es noch jede Menge Beifall, der mit einem kleinenTänzchen belohnt wurde.
Auch sonst war einiges geboten. Der Kinderschminktisch war ständig besetzt. In unserem neuen Spielhaus wurde eifrig gespielt und am Maltisch entstanden zahlreiche Bilder.

07.02.2020

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 4. Februar 2020)

Von Berichten und Rückschauen auf das vergangene Jahr war ein großer Teil der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung geprägt, die am Dienstag, dem 4. Februar 2020, auf Einladung und unter Vorsitz von Bürgermeister Torsten Bartzsch im Ratssaal des Bürger- und Rathauses stattfand. Neben den Mitgliedern des Gremiums konnte Bartzsch auch einige Zuhörerinnen und Zuhörer und Vertreter der Lokalpresse begrüßen.
Büchereileiterin Ursula Kindermann erstattete einen Bericht über die Arbeit der Ortsbücherei und die Entwicklung der wichtigsten Zahlen im Jahr 2019. Der Schultes ließ anhand umfangreicher statistischer Daten die Entwicklung der Gemeinde und die Arbeit von Gemeinderat und Verwaltung in den wichtigsten Bereichen im Jahr 2019 Revue passieren. Zudem gab er einen Überblick über die Arbeit des Gemeindebauhofs und dessen wichtigste Aufgaben im vergangenen Jahr.
Des Weiteren ging es in der Sitzung um die Vergabe von Arbeiten für die anstehenden Sanierungen des Kanalnetzes und der Blankensteinstraße sowie um Ausgleichsmaßnahmen im Zusammenhang mit der baulichen Weiterentwicklung im "Langen Feld", die Erneuerung der EDV-Anlage im Rathaus und eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit dem Landratsamt über den Holzverkauf. Wie jedes Jahr wurde das Gremium auch über Spenden an die Gemeinde und die Beteiligung der Gemeinde an Unternehmen des privaten Rechts informiert.
Zu Beginn gab Bürgermeister Torsten Bartzsch bekannt, dass für das Jugendhaus der Sozialpädagoge Herr Martin Müller eingestellt worden sei, der aus Murr stamme, mit dem Monat Februar seine Arbeit begonnen habe und in Zukunft als Leiter des Jugendhauses fungiere.

Jahresbericht der Ortsbücherei 2019
Mit statistischen Zahlen und Bildern gab Büchereileiterin Ursula Kindermann einen informativen Bericht über die Entwicklung und Arbeit der Ortsbücherei Murr im vergangenen Jahr. Wie Bürgermeister Torsten Bartzsch anmerkte, ist das 30-jährige Jubiläum der Bibliothek, das am zurückliegenden Wochenende mit tollen Veranstaltungen, die sehr gut besucht waren, begangen wurde, ein passender Zeitpunkt für einen solchen Bericht.
Nach Kindermanns Worten sind die Entleihungen im Jahr 2019 erneut gestiegen. Vor allem die Onleihe habe sich weiterhin als Erfolgsmodell erwiesen. Mit über 12.600 Entleihungen sei dieses Angebot - auch im Vergleich zu anderen Büchereien - in Murr ein echter "Renner". Die Benutzerzahlen seien im letzten Jahr konstant geblieben. Die Zahlen von Zu- und Angängen im Medienbestand zeigen, dass das Angebot laufend attraktiv und aktuell gehalten werde. So wurde auch der Bestand der Sachliteratur stark durchforstet, weil das Nutzerverhalten sich in diesem Bereich geändert habe.
Im vergangenen Jahr sei die Kinderecke der Ortsbücherei umgebaut und eine gemütliche Rückzugsecke eingerichtet worden, die sehr gut ankomme.
Anhand einiger Bilder zeigte die Büchereileiterin eindrucksvoll das breite und vielfältige Veranstaltungsangebot der Ortsbücherei, das auch 2019 zahlreiche kleine und große Bücherfreunde anzog.
Im Gemeinderat wurde dem Büchereiteam viel Herzblut und großer Einsatz bescheinigt, die dafür sorgen, dass die Ortsbücherei im Ort ein hohes Kulturgut sei. Bürgermeister Torsten Bartzsch sprach Ursula Kindermann und ihren Kolleginnen herzlichen Dank für ihre Arbeit aus, dank derer die Ortsbücherei weiterhin die beliebteste Einrichtung bei Jung und Alt in der Gemeinde und darüber hinaus sei.

Kanalsanierung: Vergabe der Arbeiten
Im Juli 2019 hatte der Gemeinderat grundsätzlich beschlossen, auf Grundlage eines Konzeptes des Verbandsbauamtes Großbottwar schadhafte Kanäle in zwei Abschnitten sanieren zu lassen. Damit solle den Vorgaben der Eigenkontrollverordnung, die eine regelmäßige Überprüfung von Abwassereinrichtungen und die Behebung von Schäden und Mängeln vorsieht, nachgekommen werden. Für den ersten Abschnitt hat das Verbandsbauamt die Arbeiten zwischenzeitlich ausgeschrieben.
Bürgermeister Torsten Bartzsch begrüßte in der Sitzung den Leiter des Amtes Jürgen Ruoff, der den Ratsdamen und -herren das Ergebnis der Ausschreibung erläuterte. Es seien gute und attraktive Angebote eingegangen. Die Firma Erles Umweltservice aus Meckenheim, die mit dem günstigsten Angebot um rund 30.000 Euro unter der Kostenschätzung liege, sei als leistungsfähig und zuverlässig bekannt. Der Auftrag wurde denn auch vom Gremium einstimmig an diese Firma vergeben. Nach Ruoffs Worten solle mit den Arbeiten im Frühjahr begonnen werden. Vorteil sei, dass bis auf wenige Ausnahmen die Schäden ohne Aufgrabungen und damit auch fast ohne Beeinträchtigung der Straßennutzung behoben werden können. Für den zweiten Abschnitt solle die Ausschreibung im Herbst durchgeführt werden.

Sanierung der Blankensteinstraße
Am 22. Oktober 2019 hat der Gemeinderat grundsätzlich beschlossen, die Blankensteinstraße mit einem geschätzten Kostenaufwand von 1,36 Millionen Euro grundlegend sanieren zu lassen. Der Leiter des Verbandsbauamtes Jürgen Ruoff stellte in der Sitzung das Ergebnis der Ausschreibungen vor.
Danach habe die Firma Lukas Gläser mit gut 1,17 Millionen Euro das günstigste Angebot für die Tiefbauarbeiten und die Firma Tröger & Entenmann aus Köngen mit rund 34.800 Euro das günstigste Angebot für die Lieferung der Leitungs- und Zubehörmaterialien abgegeben. Beide Firmen seien als leistungsfähig und zuverlässig bekannt, so Ruoff.
Der Gemeinderat vergab beide Aufträge einstimmig gemäß dieser Empfehlung. Mit den Arbeiten soll im Frühjahr begonnen werden. Die Anlieger sollen grundsätzlich in einer Informationsveranstaltung und während der Arbeiten laufend informiert werden. Um die Belastungen in Grenzen zu halten, solle die Sanierung in vier oder fünf Abschnitten erfolgen. Wenn die Witterung mitmache, könne die Sanierung bis zum Jahresende weitgehend erledigt werden, eventuell müsse der Endbelag je nach Wettereinflüssen im Frühjahr 2021 aufgebracht werden.
Den Mitgliedern des Gremiums war es wichtig, die Beeinträchtigungen für die Anlieger so gering wie möglich zu halten und diese über die Bauarbeiten vor Beginn und während der Bauphase gut zu informieren.

Vorgezogener Funktionsausgleich im Zuge der Baulandentwicklung "Langes Feld V"
Wie Bürgermeister Torsten Bartzsch erläuterte, soll nach dem Willen der Gemeinde im Westen der Gemeinde im Gebiet "Langes Feld V" weiteres Bauland entwickelt werden. Zur Klärung des damit verbundenen Eingriffs in Natur und Landschaft wurde schon sehr früh ein Fachbüro mit Analysen und Untersuchungen beauftragt und mit den entsprechenden Fachbereichen des Landratsamtes Ludwigsburg Kontakt aufgenommen.
Auf Bitte des Vorsitzenden informierte Hauptamtsleiterin Brigitte Keller das Gremium darüber, dass in einem im Gebiet liegenden Teich die streng geschützten Tierarten Kammmolch und kleiner Wasserfrosch gefunden wurden. Wenn die Tiere dort verbleiben würden, müssten große Flächen zu ihrem Schutz als Habitat erhalten werden, was eine bauliche Entwicklung nahezu unmöglich machen würde. Daher erscheine eine Umsiedlung der Tiere sinnvoll. Dafür müsse ein Ersatzhabitat gefunden oder neu geschaffen werden, so Keller. Vorhandene Gewässer wie das bestehende Retentionsbecken am Riedbach oder ein Teich auf Gemarkung Pleidelsheim hätten sich nach näheren Untersuchungen als nicht geeignet erwiesen.
Somit werde die Anlegung eines neuen Gewässers in der Nähe des Retentionsbeckens als Ersatzhabitat und die Umsiedlung der Tiere dorthin präferiert. Der Aufwand dafür betrage nach Schätzungen etwa 100.000 Euro, die auf die Umlegungsbeteiligten umgelegt werden können. Eventuell könnte diese Maßnahme auch zum Teil dem Ökokonto der Gemeinde gutgeschrieben werden.
Bürgermeister Torsten Bartzsch ergänzte, wenn man mit der Entwicklung der Bauflächen wie geplant in diesem Jahr beginnen wolle, müsse mit der Umsetzung - unter Vorbehalt der Zustimmung des Landratsamtes - im Frühjahr anfangen werden. Zeitgleich sollen die Verfahren für die Erstellung des notwendigen Bebauungsplans und die Umlegung auf den Weg gebracht werden.
Die Mitglieder des Gremiums bezeichneten das Anlegen eines Ersatzhabitats als guten Vorschlag und stimmten der Maßnahme und dem geschilderten Vorgehen einstimmig zu und ermächtigten Schultes Bartzsch, die entsprechenden Arbeiten zu vergeben.

Erneuerung der EDV-Anlage im Rathaus
Auf Bitte von Bürgermeister Torsten Bartzsch informierte Gemeindekämmerin Christina Gaus, die EDV-Anlage im Rathaus bestehe aus einem Server und 22 Arbeitsplatzrechnern. Der Server habe mit fünf Jahren, die Einzelrechner mit acht Jahren Nutzungsdauer ein Alter erreicht, bei dem ein Austausch notwendig werde. Zudem reiche die Kapazität des Servers für den Speicherbedarf nicht mehr aus. Die Einzelrechner seien mit dem Betriebssystem Windows 7 ausgestattet, für das der Support nun eingestellt worden sei. Auf Grundlage eines Leistungsverzeichnisses, das die Gemeindeverwaltung zusammen mit dem Rechenzentrum erarbeitet habe, fallen für die Anschaffung neuer Geräte (Server und Einzelplatzrechner) rund 30.000 Euro an, notwendige Lizenzen für Betriebssysteme und Software kosten rund 10.000 Euro und die Inbetriebnahme durch das Rechenzentrum schlage mit etwa 8.000 Euro zu Buche, so Gaus.
Der Gemeinderat stimmte der Erneuerung der EV-Anlage zu den genannten Bedingungen einstimmig zu.

Zustimmung zum Abschluss einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung über den gemeinsamen Holzverkauf
Wie bekannt, hat sich die langjährige Struktur der Forstverwaltung und Waldbewirtschaftung aufgrund geänderter rechtlicher Vorgaben auf europäischer und Landesebene in den letzten Jahren grundsätzlich geändert. Das bisherige Einheitsforstamt, so Bürgermeister Torsten Bartzsch, wurde zum 1. Januar 2020 aufgelöst, der Gemeinderat habe im November 2019 beschlossen, die Betreuung des Gemeindewalds ab diesem Datum weiterhin als Dienstleistung der Unteren Forstbehörde in Anspruch zu nehmen. Dazu müssen Vereinbarungen mit dem Landratsamt Ludwigsburg abgeschlossen werden.
Eine weitere Vereinbarung zwischen Kommunen und Landratsamt soll auch den gemeinsamen Holzverkauf waldbesitzender Gemeinden weiterhin dem Landratsamt Ludwigsburg übertragen. Der Entwurf einer solchen Vereinbarung als rechtliche Grundlage lag dem Gemeinderat vor. Er stimmte diesem Entwurf einstimmig zu.

Bauhof der Gemeinde: Jahresrückblick 2019
Einen weiteren Blick zurück in das Jahr 2019 nahm Bürgermeister Torsten Bartzsch vor, als er den Mitgliedern des Gremiums die Arbeit des Gemeindebauhofs erläuterte. Mit der Einstellung eines weiteren Mitarbeiters im Mai 2019 sei der Bauhof personell wieder verstärkt worden. Die produktiven Stunden lagen mit rund 12.800 etwas über dem Niveau der Vorjahre.
Auch im vergangenen Jahr stellte die Pflege und Unterhaltung der Grünanlagen mit rund 35 % oder durchschnittlich 85 Arbeitsstunden in der Woche den Löwenanteil der Bauhofarbeit dar, so der Schultes. Weitere Schwerpunkte waren wieder die Wasserversorgung sowie Unterhalt und Pflege der Friedhöfe und der Sportplätze. Das Aufgabengebiet des Bauhofs war auch im vergangenen Jahr sehr umfangreich und vielfältig.
Vom Gemeinderat wurde die Arbeit von Bauhofleiter Markus Lischka und seiner Mannschaft einhellig gelobt. Man spüre, dass das Bauhofteam seine Aufgaben mit Herzblut erledige. Bürgermeister Torsten Bartzsch bedankte sich bei Lischka und allen Mitarbeitern des Bauhofs herzlich für ihre Arbeit und ihren hohen persönlichen Einsatz im Jahr 2019. Der Bauhof sei eine sehr schlagkräftige Einrichtung, die auch Unvorhergesehenes sehr schnell erledige und ihre vielfältigen Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit im Griff habe.

Annahme von Spenden
Alljährlich muss der Gemeinderat über Spenden, die die Gemeinde erhalten habe, unterrichtet werden und hat über ihre Annahme zu befinden. Bürgermeister Torsten Bartzsch zeigte sich erfreut, dass auch 2019 der Gemeinde eine beträchtliche Summe von über 16.000 Euro aus vielen kleinen und größeren Spenden zugewendet worden sei. Als Verwendungszwecke wurden vor allem der Arbeitskreis Asyl, die Freiwillige Feuerwehr, die Ortsbücherei und andere genannt.
Die Mitglieder des Gremiums begrüßten die Spenden ebenfalls einhellig und stimmten ihrer Annahme formell zu.

Bericht über die Beteiligung der Gemeinde an Unternehmen des privaten Rechts im Jahr 2019
Die Gemeindeordnung gibt ebenfalls vor, dass der Gemeinderat jedes Jahr über die Beteiligung der Gemeinde an Privatunternehmen zu informieren ist. Anhand einer schriftliche Vorlage unterrichtete Bürgermeister Torsten Bartzsch die Ratsdamen und -herren, dass die Gemeinde auch 2019 mit einem Anteil unter 25 % an Unternehmen beteiligt war, so zum Beispiel an der Kleeblatt-Pflegeheime gGmbH, an der Murr zwei von 42 Anteilen hält.
Weiterhin informierte der Schultes über die Mitgliedschaft bzw. Beteiligung der Gemeinde in oder an Zweckverbänden, Eigenbetrieben u. ä. wie zum Beispiel den Zweckverbänden Landeswasserversorgung, Gruppenklärwerk Häldenmühle oder Verbandsbauamt Großbottwar sowie der Mitgliedschaft in der Tourismusgemeinschaft Marbach-Bottwartal oder der Forstbetriebsgemeinschaft Hadrtwald.

Jahresbericht 2019
Wie üblich zu Jahresbeginn erhielten die Mitglieder des Gremiums mit dem Jahresbericht 2019 einen umfangreichen und detaillierten statistischen Überblick über die Entwicklung der Gemeinde im vergangenen Jahr in den wichtigsten Bereichen. Bei der Vorstellung des Berichts wies Bürgermeister Torsten Bartzsch unter anderem darauf hin, dass die Einwohnerzahl von Murr auf über 6.700 gestiegen sei. Positiv sei, dass auch im vergangenen Jahr mehr Geburten als Sterbefälle zu verzeichnen gewesen seien. Auch erfreulich sei der Anstieg der Erwerbstätigen und der Zahl der Arbeitsplätze. Die Zahl von fast 1.120 An-, Ab- und Ummeldungen belege nicht nur die laufende Fluktuation in der Einwohnerschaft, sondern auch den Arbeitsanfall beim Einwohnermeldeamt. Die Schülerzahlen in der Lindenschule seien seit langem konstant. Insgesamt, so Bartzsch, zeigen die Zahlen, dass die Gemeinde weiter wachse und sich weiterentwickle.

Zum Abschluss der Sitzung wies Bürgermeister Torsten Bartzsch darauf hin, dass am Samstag, dem 7. März 202 wieder eine Markungsputzaktion durchgeführt werde. Beginn sei um 9 Uhr, Treffpunkt der Gemeindebauhof im Lindenweg.

17.01.2020

Ein Gesamtkunstwerk unter dem Motto „Zeit und Traum“ aus Musik, Gedichten und Texten zum Auftakt des Jahres im Bürgersaal

Neujahrskonzert mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim unter Peter Wallinger

Mit einem Höhepunkt zu Jahresbeginn hat die Veranstaltungsreihe "Kulturprisma Murr" wieder einmal aufgewartet, als am 11. Januar 2020 im Bürgersaal des Bürger- und Rathauses traditionell das Neujahrskonzert mit der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim präsentiert wurde. Vor vollem Saal spielte das besondere Orchester mit seinem Gründer und Leiter Peter Wallinger als Dirigent ein Konzert unter dem Motto "Zeit und Traum", das das Publikum durch seine Zusammenstellung unbekannter und bekannter Werke und die leidenschaftliche, lebendige und differenzierte Art des Musizierens von Anfang bis Ende in den Bann zog.
Das Neujahrskonzert gehört fast seit Bestehen des Bürger- und Rathauses zu den Konstanten des gemeindlichen Kulturangebots, es ist aber in dieser Zeit nie in Routine oder gar Langeweile erstarrt. Das liegt an dem besonderen Orchester, das junge und erfahrene Musikerinnen und Musiker vereint, die sämtlich die Leidenschaft an der und für die Musik zusammenführt. Das liegt aber auch vor allem an Peter Wallinger, dem es seit jeher ein wichtiges künstlerisches Anliegen ist, wenig bekannte Musik vertrauter und vertraute Musik neu erlebbar zu machen. Dazu beigetragen hat darüber hinaus in diesem Jahr auch wesentlich der Rezitator Johann-Michael Schneider - zum zweiten Mal in Murr dabei -, der zwischen den Stücken Gedichte, Texte oder kurze Rezitationen von Johann Wolfgang Goethe bis zu Heinz Erhardt einstreute, die die Musik kongenial ergänzten, bereicherten und akzentuierten. So entstand ein Gesamtkunstwerk, das den Abend zu einem besonderen Erlebnis machte.
Werke aus vier Jahrhunderten spielte das Orchester, Musikstücke, die unterschiedlicher nicht sein konnten, wie die Komposition "Festina lente" des estnischen Komponisten Arvo Pärt, in der drei Instrumentengruppen beginnen, gleichzeitig zu spielen, die Melodie aber in drei verschiedenen Tempi vortragen. Die am schnellsten gespielte Melodie wird sieben Mal wiederholt. Nach einer kurzen Coda verblasst die Musik und verklingt ins Nichts. Hier kam der schwebende, silbrige, äußerst feine und sensible Streicherklang des Orchesters auf das Schönste zur Geltung und glitt am Ende fast unmerklich in ein Nichts über, was beim Zuhören fast den Atem stocken ließ.
Den lebhaften Kontrast direkt danach boten die Musiker mit dem Adagio für eine Orgelwalze von Mozart und der Humoreske IV von Jean Sibelius. Im Anschluss rezitierte Johann-Michael Schneider, frei schaffender Schauspieler, Theatermusiker und Regisseur, Rainer Maria Rilkes impressionistisches Gedicht "Das Karussell" so lebendig, dass man meinte, tatsächlich auf einem Rummelplatz vor einem vorbeikreiselnden Karussell zu stehen und hölzerne Tiere und lachende Kinder an sich vorbeischweben zu sehen: "... und dann und wann ein weißer Elefant."
Als Solistin brillierte in Gioacchino Rossinis Streichersonate A-Dur vor der Pause Konzertmeisterin Sachiko Kobayashi, Mitglied des bekannten "Lotus String Quartets", und bewies mit fein nuancierter Dynamik, schwelgerischen Melodiebögen und Pizzicato-Tönen ihre Klasse.
Absurde Traumbilder, heiter und ausdrucksvoll interpretiert von Johann-Michael Schneider, bot zu Beginn des zweiten Teiles das Gedicht "Närrische Träume" von Gustav Falke. Musikalischer Mittelpunkt des zweiten Teils war die "Idylle" des tschechischen Komponisten Leoš Janá?ek, bei dem die Musikerinnen und Musiker und Dirigent Peter Wallinger Geigen und Celli, Bratschen und Kontrabass lebhaft und feinfühlig miteinander harmonieren und kontrastieren ließen. Wie es dem Orchester gelingt, aus den vielen Stimmen ein harmonisches, spannungsreiches, vielschichtiges Ganzes zu formen, ist immer wieder ein besonderer Hörgenuss.
Das wurde zum krönenden Abschluss noch einmal mit dem bekanntesten Werk des Abends, der "Romanze" aus Mozarts kleiner Nachtmusik, auf faszinierende Art und Weise unter Beweis gestellt; selbst ein so bekanntes und oft gehörtes Stück klingt bei der Süddeutschen Kammersinfonie Bietigheim immer wieder frisch und lebendig.
Der lebhafte und lang anhaltende Applaus der rund 180 Gäste im Bürgersaal war Beleg genug für dieses schöne Konzert und Lohn für Musikerinnen und Musiker, Dirigent und Sprecher, die dem Publikum mit diesem Neujahrskonzert einen ganz besonderen Auftakt des neuen Jahres beschert haben. Zum gelungenen Abend trugen zudem Mitglieder der Gesangsabteilung des SGV Murr bei, die mit Getränken und einem kleinen Imbiss vor dem Konzert und in der Pause engagiert und reibungslos für das leibliche Wohl der Gäste sorgten.

17.01.2020

Aus dem Gemeinderat: Stehender Beifall für Albrecht Keppler zum Abschluss seiner 39-jährigen Tätigkeit als Kämmerer

Verabschiedung nach 39 Jahren als Kämmerer: Albrecht Keppler (mitte) mit (von links) Manfred Hollenbach, Frau Keppler, Bürgermeister Torsten Bartzsch und Gemeinderat Markus Kaiser
Von links: Manfred Hollenbach, Maria Keppler, Bürgermeister Torsten Bartzsch, Albrecht Keppppler und Gemeinderat Markus Kaiser

Stehende Ovationen gibt es selten in einer Gemeinderatssitzung. Am Dienstag, dem 14. Januar 2020, war es im Ratssaal des Bürger- und Rathauses soweit, als vom Gemeinderat unter Vorsitz von Bürgermeister Torsten Bartzsch der langjährige Kämmerer der Gemeinde, Albrecht Keppler, offiziell in den Ruhestand verabschiedet wurde. Mit warmherzigen Worten des Dankes, des Lobes und der Anerkennung wurde auf die nahezu 39-jährige Amtszeit zurückgeblickt, die Keppler als Hüter der Gemeindefinanzen und im Interesse der Gemeinde tätig war.
Bürgermeister Torsten Bartzsch wünschte zu Beginn der ersten Gemeinderatssitzung 2020 allen Anwesenden ein gutes neues Jahr und begrüßte neben den 14 Mitgliedern des Gremiums seinen Amtsvorgänger und Ehrenbürger der Gemeinde Manfred Hollenbach und dessen Frau, den Träger der Bürgermedaille und früheren Gemeinderat Heinz Allmendinger, viele ehemalige Gemeinderäte aus verschiedenen Amtsperioden, den ehemaligen Hauptamtsleiter Heinz Trautwein, die Kämmererkollegen von Keppler aus Steinheim an der Murr, Erdmannhausen, Pleidelsheim und Freiberg am Neckar, Revierförster Jürgen Weis und natürlich den frischgebackenen Ruheständler selbst mit Frau, Söhnen, Schwiegertochter und Enkel.
Bartzsch blickte zurück auf Kepplers Werdegang, der ihn vom Heimatort Beilstein über das Abitur in Heilbronn und die erste berufliche Station in Hechingen am 1. April 1981 als Kämmerer nach Murr geführt habe. Die Zeit seitdem mit Keppler als Kämmerer, dem Bürgermeister Manfred Hollenbach und dem früheren Hauptamtsleiter Heinz Trautwein könne man als Ära bezeichnen, in der die Gemeinde Murr ungemein vorangebracht worden sei. Dazu habe Keppler in einem großen Aufgabengebiet sehr viel beigetragen. Neben den Finanzen war er für die Bereiche Personal, EDV, Feuerwehrwesen, Kinderbetreuung und Schule, Liegenschaften, Wasser und Abwasser, Forstbetriebsgemeinschaft und andere verantwortlich und habe etliche Bauvorhaben mit betreut, so unter anderem Bürger- und Rathaus, Feuerwehrhaus, Bauhof, Kleeblatt-Heim, Kinderhaus Regenbogen, Sporthalle, wo er mit seinem enormen Verhandlungsgeschick für die Gemeinde viel Geld gespart habe. Nicht zuletzt ihm sei es zu verdanken, dass die Gemeinde seit 2005 komplett schuldenfrei ist und seitdem nichts für Zins und Tilgung ausgeben müsse. Auch die Steuer- und Gebührensätze in Murr seien sehr niedrig und seit vielen Jahren stabil, was den Bürgern und Betrieben zugute komme, so Bartzsch.
Als Standesbeamter habe er zudem rund 125 Trauungen in Murr durchgeführt. Albrecht Keppler sei ein Beamter wie aus dem Bilderbuch, so der Schultes, sein Pflichtbewusstsein, sein Fleiß, seine Zuverlässigkeit, seine Loyalität, sein breites Fachwissen, gepaart mit technischem Know-How, und seine Einsatzbereitschaft bezeichnete Bartzsch als beispielhaft. Oft hätte in Kepplers Büro im zweiten Stock des Bürger- und Rathauses bis spät in die Nacht oder am Wochenende das Licht gebrannt.
Aber auch seine menschliche und warmherzige Art, seine Hilfsbereitschaft und seine Vertrauenswürdigkeit seien im Kreis der Mitarbeiter sehr geschätzt worden. Als "Fels in der Brandung", wie Bartzsch es ausdrückte, habe Keppler immer ein offenes Ohr für Fragen, Sorgen und Nöte gehabt.
Er sei dankbar, dass mit Christina Gaus, seit 2017 bei der Gemeinde tätig, eine kompetente Nachfolgerin gefunden wurde, bei der er die Gemeindefinanzen in guten Händen wisse.
Bürgermeister Torsten Bartzsch bezeichnete das fast 39-jährige Wirken von Albrecht Keppler als Glücksfall für Murr und die Gemeinde habe ihm sehr viel zu verdanken. Er bedankte sich im Namen der Gemeinde und des Gemeinderats bei Keppler sehr herzlich für alles und überreichte ihm unter dem Beifall der Anwesenden ein Fotobuch als Geschenk. Bei Frau Keppler und der Familie bedankte sich der Schultes dafür, dass sie dem Kämmerer mit dem Verständnis für seinen Einsatz den Rücken frei gehalten habe und überreichte Frau Keppler als Zeichen des Dankes einen Blumenstrauß.
Im Anschluss blickte Bartzschs Amtsvorgänger, der ehemalige langjährige Bürgermeister Manfred Hollenbach, auf die Einstellung von Albrecht Keppler im Jahr 1981 zurück. Obwohl für die ausgeschriebene Stelle schon zwei Bewerber in der näheren Auswahl waren und Kepplers Bewerbung "auf den letzten Drücker" eingegangen sei, habe ihn der junge Inspektor unter anderem durch seinen Sinn fürs Praktische sofort überzeugt, so dass er ihn dem Gemeinderat spontan zur Wahl vorgeschlagen habe. Keppler habe nie nur die Zahlen oder Paragraphen, sondern immer Inhalt und Zusammenhänge von Sachverhalten gesehen und wenn es für die Sache gut war, flexibel gehandelt und entschieden. Sein Engagement und sein Sachverstand seien vorbildlich gewesen.
Hollenbach bat im Nachhinein bei Frau Keppler um Nachsicht dafür, dass wegen kurzfristig angesetzter Besprechungen oft das heimische Mittagessen ausfallen musste. Er bezeichnete die Tätigkeit Kepplers ebenfalls als Glücksfall für die Gemeinde und für sich selbst als Bürgermeister und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit herzlich.
Im Namen des amtierenden Ratsgremiums bedankte sich Gemeinderat Markus Kaiser für die gute, offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit bei Albrecht Keppler und überreichte ihm für sein Hobby Wandern ein passendes Geschenk.
Albrecht Keppler selbst zeigte sich überwältigt von so viel Lob, Anerkennung und Wertschätzung, die ihm bezeugt worden seien. Seine Zeit bei der Gemeinde Murr sei geprägt gewesen von einer wunderbaren und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem früheren Bürgermeister Hollenbach und dem jetzigen Bürgermeister Bartzsch, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Mitgliedern der neun Gemeinderatsgremien, die während seiner Tätigkeit amtiert hätten.
Als er begonnen habe, sei Murr ein Dorf "im Dornröschenschlaf" gewesen, ohne Rücklagen und mit 4 Millionen DM Schulden. In den rund 39 Jahren als Kämmerer seien rund 580 Millionen Euro über die Gemeindekasse geflossen, Murr sei heute eine attraktive Gemeinde mit einer hervorragenden Infrastruktur und einer sehr gesunden Finanzsituation. Er empfinde Freude, Dankbarkeit und auch Stolz auf das, was in den letzten Jahren gemeinsam geschafft und geschaffen werden konnte.
Keppler bedankte sich herzlich bei Bürgermeister Bartzsch und dessen Vorgänger Hollenbach, bei den jetzigen und früheren Mitgliedern des Gemeinderats, bei den Kollegen der Nachbargemeinden, bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Finanzverwaltung, die - wenn es notwendig war - mit ihm durchs Feuer gegangen seien, und bei seiner Nachfolgerin, der neuen Kämmerin Christina Gaus, der er symbolisch den "Kämmererstab" mit allen guten Wünschen und einen symbolischen Geldsack mit auf den Weg gab. Seinen Dank richtete er auch an seine Frau und seine Familie, für die er wegen seiner Tätigkeit oft wenig Zeit gehabt habe, die aber immer zu ihm gestanden habe. In Zukunft habe er mehr Zeit und freue sich, diese zum Beispiel mit seinem Enkel zu verbringen.
Dieser hat im Übrigen mit seinen 15 Monaten die gesamte Sitzung aufmerksam und ohne einen Laut des Missfallens verfolgt.
Zum Abschluss erhoben sich die Mitglieder des Gemeinderats und alle Anwesenden und spendeten Albrecht Keppler lang anhaltenden und herzlichen Beifall.

06.12.2019

Murrs Seniorinnen und Senioren erlebten einen stimmungsvollen, geselligen Nachmittag in der Gemeindehalle

Die älteren Mitbürger wurden von den Mitgliedern des Gemeinderats mit Partner bestens bewirtet
Mitglieder des Gemeinderats bei der Bewirtung der Gäste
Bürgermeister Torsten Bartzsch bedankt sich bei den Tänzerinnen und deren Trainerinnen vom Tanzsportverein Murr für ihren Auftritt
Bürgermeister Bartzsch mit Mitgliedern des Tanzsportvereins Murr
Achim Meyer (links) und Peter Gorges (rechts) machten sich kabarettistische Gedanken über Weihnachten
Die Kabarettisten Achim Meyer (links) und Peter Gorges (rechts) auf der Bühne der Gemeindehalle

Seit vielen Jahren ist es gute Tradition, dass Bürgermeister und Gemeinderäte mit Partnerinnen und Partnern den älteren Einwohnern der Gemeinde am ersten Adventssonntag einen schönen, unterhaltsamen Nachmittag in der Gemeindehalle bereiten. So auch dieses Jahr am 1. Dezember 2019.
Von den über 1.000 persönlich eingeladenen Seniorinnen und Senioren ab 71 Jahren waren knapp 300 zur Adventsfeier gekommen, wurden mit Kaffee und Kuchen und Getränken von den gewählten Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde mit Partnern aufmerksam bewirtet und mit einem bunten Programm aufs Beste unterhalten. Festlich und weihnachtlich geschmückte Tische mit Dekorationen von Team des Kindergartens Lindenweg schufen dafür den Rahmen. Die Halle war am Vormittag von Gemeindemitarbeiterinnen und -mitarbeitern aus Bauhof und Rathaus vorbereitet worden.
Nachdem Bürgermeister Torsten Bartzsch die Gäste zu Beginn herzlich begrüßt hatte, übergab er zusammen mit seinen Stellvertretern, den Gemeinderäten Markus Kaiser und Uwe Riedel, Blumen und Wein an die ältesten anwesenden Einwohner der Gemeinde. Das Bühnenprogramm wurde eröffnet von Lilli Stiel, einer jungen Pianistin aus der Klavierklasse von Natela Diesendorf von der Musikschule Marbach-Bottwartal, die mit Ludwig van Beethovens bekanntem Stück "Für Elise" nicht nur ihr Können zeigte, sondern den älteren Mitbürgern viel Freude bereitete.
Pfarrer Daniel Renz von der evangelischen Kirchengemeinde Murr beschäftigte sich in seiner Ansprache danach mit dem Sinn der Advents- und Weihnachtszeit aus christlicher Sicht.
Der spannenden Begegnung zwischen Schwaben und Nicht-Schwaben und den daraus entstehenden Missverständnissen gewannen die Musik-Kabarettisten Achim Meyer und Peter Gorges erstaunliche Einsichten und spritzige Pointen ab, mit denen sie die Lachmuskeln der Gäste nachhaltig bearbeiteten. Beide sind Fachleute für dieses Thema: Der eine lebt eigentlich schon immer im Schwäbischen und der andere ist einfach im falschen Land geboren.
Viel Schwung und Akrobatik gab es dann auf der Bühne der Gemeindehalle zu erleben. Das Schautanz-Duo Annika und Lilly und die Gardesolo-Tänzerinnen Annalena und Hannah zeigten eindrucksvoll Proben aus der Arbeit des Tanzsportvereins Murr. Fetzige Musik, rhythmisches Gespür, turnerische Akrobatik und tänzerische Anmut vereinten sich zu einer Darbietung, die die Gäste zu lebhaftem Beifall animierte.
Nach den Tänzerinnen kamen die Kabarettisten Achim Meyer und Peter Gorges noch einmal auf die Bühne. Bei ihrem zweiten Auftritt war Weihnachten Gegenstand ihrer Gedanken- und Wortspiele. Die beiden zeigten, dass man auch diesem Thema mit Geist, Witz und viel Humor etliche lustige Gedanken und Pointen abgewinnen kann. Mit Sprache, Gedichten und musikalischen Beiträgen gestaltete sich ihr Auftritt sehr vielfältig und abwechslungsreich.
Zum Ende dieses Nachmittags stimmten die beiden Musiker Sabine Fleischle und Martin Lutz zusammen mit den Gästen in der Halle bekannte Weihnachtslieder an. Mit "Oh Tannenbaum", "Oh du fröhliche", "Alle Jahre wieder" und "Stille Nacht" wurde es stimmungsvoll und weihnachtlich in der Gemeindehalle.
Am Ende gingen die Gäste gut unterhalten und voller Weihnachtsstimmung nach einem schönen Nachmittag erfüllt nach Hause.

02.12.2019

„Organisch – Fragmentarisch“ – Ausstellung von Dorothea Geppert-Beitler und Elke Zemelka am 24. November 2019 eröffnet

Professor Dr. Helge Bathelt bei seiner Eröffnungsrede
Professor Dr. Helge Bathelt am Mikrofon

Etliche Kunstinteressierte waren am späten Nachmittag des Sonntags, 24. November 2019, ins Bürger- und Rathaus gekommen, als Bürgermeister Torsten Bartzsch als Hausherr im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Kulturprisma Murr" eine Ausstellung mit Werken von Dorothea Geppert-Beitler und Elke Zemelka eröffnete. Der Schultes freute sich, dass mit dieser Ausstellung mit dem Titel "Organisch - Fragmentarisch" die jahrelange Kooperation mit dem Verband Bildender Künstler und Künstlerinnen Baden-Württemberg, Region Ludwigsburg, (VBKW) fortgesetzt und mit Leben erfüllt werde und begrüßte neben den beiden Künstlerinnen die Regionalleiterin des VBKW Susanne Feix. Er bedankte sich bei Dorothea Geppert-Beitler und Elke Zemelka dafür, dass sie ihre Kunstwerke für einige Wochen im Bürger- und Rathaus präsentieren und so für Farbe, Leben und Inspiration im Gebäude sorgen. Bartzsch lud die Gäste der Vernissage zum Betrachten der Kunstwerke und zur Auseinandersetzung mit ihnen ein und wünschte allen einen schönen Nachmittag mit angeregten Gesprächen.
Im Anschluss führte Professor Dr. Helge Bathelt, langjähriger Leiter der Volkshochschule Herrenberg und ein ausgewiesener Kenner der Kunst und der regionalen Kunstszene, fachkundig, lebendig und mit persönlichem Bezug zu den beiden Künstlerinnen in die Ausstellung und das Schaffen von Dorothea Geppert-Beitler und Elke Zemelka ein. Er bescheinigte ihnen, eine absolut sehenswerte und spannende Ausstellung konzipiert und gehängt zu haben, bei der die ganz unterschiedlichen Sichtweisen, künstlerischen Mittel und individuellen Bildsprachen in einen spannungs- und kontrastreichen Dialog treten.
Bei Elke Zemelka spielt nach den Worten Bathelts ihre Lebensphase und ihr künstlerisches Wirken in Mexiko eine große Rolle. Ihr Werk spiegele unter anderem mittelamerikanische Formen, Farben und Gestaltungsvorstellungen wider, kombiniere sie mit europäischen Bestandteilen und entwickle so eine ganz eigene Faszination und Ausstrahlung. Zemelkas Beitrag zur zeitgenössischen Kunst stufte Bathelt als bedeutend ein.
Wie Elke Zemelka beschäftige sich Dorothea Geppert-Beitler ebenfalls mit der Darstellungsform Fotografie. In Serien, in denen vielfach Blumen- und Blütenmotive Verwendung finden, schafft sie mit Verfremdungen, Reduktion, Licht- und Farbvariationen eine sich entwickelnde Bildwelt, die den Betrachter einlädt, ihren Empfindungen, Gedanken und Absichten bei der Gestaltung zu folgen. Dabei üben ihre Bilder oft einen leisen meditativen Sog aus, der den Interessierten durchaus in seinen Bann zu ziehen vermag.
Bathelt wünschte der Ausstellung, die in den Räumen des Murrer Bürger- und Rathauses einen sehr schönen Rahmen gefunden habe, die vielen Betrachter, die sie verdiene. Kunst und Gebäude gehen eine sehr geglückte Verbindung ein.
Bei angeregten Gesprächen, einem Gläschen zu trinken und einem kleinen Imbiss ging die Vernissage am Sonntag dann zu Ende. Zu sehen sind die Bilder von Dorothea Geppert-Beitler und Elke Zemelka im Bürger- und Rathaus bis zum 12. Januar 2020 zu den üblichen Öffnungszeiten. Diese sind: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr, Montag von 13.30 bis 18 Uhr, Dienstag von 13.30 bis 16.30 Uhr und Donnerstag von 13.30 bis 17.30 Uhr.

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