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Info-Archiv

Auf dieser Seite finden Sie für etwa 1 Jahr alle wichtigen Texte, die bislang in den Rubriken "Infos aus dem Rathaus" und "Infos aus dem örtlichen Leben" veröffentlicht wurden.

24.11.2019

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 19. November 2019)

Auf Einladung von Bürgermeister Torsten Bartzsch kamen die 14 Mitglieder des Gemeinderates am Dienstag, dem 19. November 2019, im Ratssaal des Bürger- und Rathauses zu einer turnusmäßigen Sitzung zusammen.
Auf der Tagesordnung standen Themen wie der Betriebsplan für den Gemeindewald für das Jahr 2020 und die Reform der Struktur der Forstverwaltung, der jährliche Bericht über die Arbeit des Jugendhauses "Magnet" und die Vorstellung einer Konzeption für den Betrieb des neuen Jugendhauses am Hermannsplatz, die Neufestsetzung der Elternbeiträge für die Kindergärten und die Kleinkindbetreuung, die Vorstellung von Maßnahmen und Möglichkeiten für die Busbeschleunigung im Bottwartal und die Beratung der notwendigen Maßnahmen zur Sanierung und Modernisierung der Faultürme im Gruppenklärwerk Häldenmühle.
Bürgermeister Bartzsch gab zu Beginn der Sitzung bekannt, der Gemeinderat habe jüngst beschlossen, dass die Gemeinde der Ludwigsburger Energieagentur beitreten werde, zunächst für zwei Jahre auf Probe. Zudem informierte der Schultes, das Landratsamt Ludwigsburg habe die Gemeinde informiert, dass im kommenden Jahr voraussichtlich 10 Flüchtlinge neu in die Anschlussunterbringung aufgenommen werden müssten; dies sei in den bestehenden Unterkünften möglich.

Gemeindewald: Forststrukturreform und Betriebsplan für das Jahr 2020
Zu diesem Thema begrüßte Bürgermeister Bartzsch die Leiterin des Fachbereichs Forsten beim Landratsamt Lud-wigsburg, Frau Gundula Gmelin, und den Revierförster des Hardtwaldes, Herrn Jürgen Weis.
Frau Gmelin blickte zunächst auf das Jahr 2019 im Hinblick auf die Forstwirtschaft zurück, das aufgrund der trockenen Vorjahre nicht ganz einfach war. Da der Waldboden sehr trocken war, hätten die Niederschläge in diesem Jahr nicht ausgereicht. Vor allem ältere Bäume hätten darunter gelitten. Große Fichtenbestände seien zudem dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Dem werde durch Aufforstungen, zum Teil über die Naturverjüngung, begegnet. Der Murrer Gemeindewald habe mit einem Bestand von etwa einem Drittel Eichen gute Voraussetzungen für die Zukunft, doch Fichte, Weißtanne und auch Buche würden in den Prognosen im Hinblick auf Sturmrisiken, Trockenheit, Schädlinge und anderen Kriterien eine schlechte Zukunft haben. Daher mache sich die Forstwirtschaft Gedanken über neue Baumarten für die Zukunft, so unter anderem Elsbeere, Speierling, Douglasie, Schwarzkiefern, aber auch verschiedene Zedernarten, deren Eignung für die heimischen Standorte getestet werde. Das Land habe angesichts der Herausforderungen einen Notfallplan für den Wald aufgestellt. Der Holzpreis sei durch den großen Anfall an "Käferholz" gesunken. Höhere Kosten für die Holzernte und vermehrte Maßnahmen zur Sicherung der Verkehrssicherheit entlang von Straßen erhöhen den Aufwand der Waldbesitzer.
Ab dem kommenden Jahr werde der Staatswald nicht mehr wie bisher von den unteren Forstbehörden betreut, sondern in einer neuen Anstalt des öffentlichen Rechts. Auch ziehe sich das Land Baden-Württemberg aus der institutionellen Förderung zurück, weshalb künftig die Betreuung der Kommunal- und Privatwälder zu Gestehungskosten erfolgen müsse. Daher müsse die Struktur des Fachbereichs Forsten verändert werden. In einer Arbeitsgruppe mit Bürgermeistern und Vertretern des Landratsamtes wurde über eine Neuorganisation beraten. Danach könnten die kommunalen Waldbe-sitzer weiterhin vom Landratsamt betreut werden und zwar zu den Gestehungskosten. Die größere Belastung aufgrund höherer Standards für Kommunalwälder werde vom Land durch einen Mehrbelastungsausgleich ausgeglichen. Für den Hardtwald bringe der notwendige Neuzuschnitt der Forstreviere keine Änderung mit sich, auch Revierförster Jürgen Weis bleibe als bewährter Ansprechpartner.
Für den Holzverkauf als rein wirtschaftliche Dienstleistung müssten in Zukunft die Kosten in Rechnung gestellt werden.
Von Revierförster Jürgen Weis wurde anschließend der Betriebsplan zur Bewirtschaftung des Gemeindewaldes erläutert. Vorgesehen sei ein nachhaltiger Hiebsatz von 634 Festmetern. Allerdings sei darin auch eine große Menge Schadholz enthalten. Trockenschäden an Buchen und das Eschentriebsterben haben auch im Murrer Wald ihre Spuren hinterlassen. Bei Eichen könne man mit eigenen Sämlingen eine Verjüngung durchführen, was sehr gut sei. Die Fichte sei aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen am Rande ihres Verbreitungsgebietes. Nach der Planung werde das Forstwirtschaftsjahr 2020 mit einem kleinen Minus von rund 1.750 Euro abschließen.
Bürgermeister Bartzsch gab zum Abschluss als Termin für die diesjährige Brennholzversteigerung Samstag, den 28. Dezember 2019, um 10 Uhr bekannt. Er bedankte sich bei Frau Gmelin, die zum Jahresende in den Ruhestand gehe, für die gute Zusammenarbeit und bei Herrn Weis und den Waldar-beitern für die gute Arbeit zum Wohle des Murrer Waldes. Der Gemeinderat stimmte der vorgeschlagenen Neuorganisation der Forstverwaltung und dem Betriebsplan für das Jahr 2020 anschließend einstimmig zu.

Jugendhaus "Magnet": Bericht und Vorstellung der neuen konzeption
Bürgermeister Torsten Bartzsch begrüßte die Sozialpädagogen Cordula Kraft und Ulrich Harsch zu diesem Thema. Herr Harsch vermittelte den Mitgliedern des Gremiums anhand von Bildern einige Eindrücke von den Aktivitäten des Jugendhauses im ablaufenden Jahr. Frau Kraft lieferte dazu die Informationen.
Angesichts des bevorstehen Umzuges in ein neues Gebäude befinde sich das Jugendhaus an einem Wendepunkt. Die Besucherzahlen seien im Jahr 2019 leicht rückläufig gewesen. Dafür seien unter anderem die geringere Freizeit von Kindern und Jugendlichen aufgrund von Ganztagesschulen und die Aktivitäten vieler in Vereinen die Gründe. Insgesamt kamen gut 2.600 Kinder und Jugendliche von 6 bis 22 Jahren ins Jugendhaus, durchschnittlich etwa 16 Besucher pro Öffnungstag. Der Großteil der Besucher sei männlich, die meisten haben einen Migrationshintergrund.
Frau Kraft erläuterte die vielfältigen Angebote des Jugendhauses vom offenen Bereich über Einzelberatungen, Kochen und gemeinsames Essen, spezielle Angebote für Mädchen und Jungen oder auch die Betreuung einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien. Die Koope-ration mit Schulen, Ortsbücherei und anderen Institutionen und Beratungsstellen sei für die Arbeit sehr wichtig. Für viele der Besucher sei das Jugendhaus wie ein zweites Zuhause und eine wichtige Anlaufstelle bei vielerlei Fragen, Problemen und Herausforderungen. Neben den beiden Sozialpädagogen seien Im Jugendhaus eine FSJ-Praktikantin und eine Minijobberin eine wichtige Unterstützung.
Anschließende stellte Frau Kraft eine Konzeption für den Betrieb des Jugendhauses im Neubau am Hermannsplatz vor. Ein Kernpunkt sei, dass das Jugendhaus fest in das gesellschaftliche Leben und die soziale Infrastruktur der Gemeinde eingebunden sei. Die neuen, größeren Räume bieten Möglichkeiten, die bisherigen Angebote auszuweiten und neue zu entwickeln. Ziele der sozialpädagogischen Arbeit sollen dabei die Vermittlung von sozialen Kompetenzen, die Integration, die Inklusion, die Prävention und die Entwicklung und Förderung von Konflikt- und Kritikfähigkeit bei den Jugendlichen sein. Mit dem großen Saal, zwei Jugendräumen, einem Medienraum, der Werkstatt, der Küche und dem Außenbereich habe man dafür gute Voraussetzungen. Die Jugendlichen sollen auch selber Anstöße für Angebote geben und sie mitgestalten.
Von den Mitgliedern des Gremiums wurde die Arbeit des Jugendhaus-Teams sehr positiv bewertet und gelobt. Das neue Haus biete viele Chancen. Der Schultes ergänzte, es bleibe spannend, wie sich die Arbeit im Neubau entwickle. Die Gemeinde suche dafür auch nach weiteren Kräften. Vom Gemeinderat wurde der Bericht über die Arbeit und die neue Konzeption zur Kenntnis genommen.

Neufestsetzung der Elternbeiträge für die Kindergärten und die kleinkindbetreuung
Dem Gemeinderat lag ein Vorschlag zur Neufestsetzung der Elternbeiträge für die Kindergärten und die Kleinkindbetreuung vor. Auf Bitte von Bürgermeister Torsten Bartzsch erläuterte Gemeindekämmerer Albrecht Keppler, dass sich bis zum Kindergartenjahr 2017/2018 die Beiträge an den Lan-desrichtsätzen, die regelmäßig von den kommunalen und kirchlichen Spitzenverbänden erarbeitet werden, orientierte. Danach hat der Gemeinderat zur Entlastung der Eltern neue Empfehlungen zur Erhöhung nur zum Teil umgesetzt oder zurückgestellt.
Aufgrund des starken quantitativen und qualitativen Ausbaus der Betreuungsangebote und des damit einhergehenden Anstiegs der Kosten von rund 855.000 Euro im Jahr 2012 auf knapp 1,95 Millionen Euro im Jahr 2018 werde nun eine Anpassung empfohlen. Die Richtsätze sehen eine Erhöhung der Beiträge ab September 2019 um 3 % vor. Zusammen mit der zurückgestellten Erhöhung aus dem Jahr 2018 liegen die Elternbeiträge in Murr aktuell um 6 % unter dem Richtsatz. Aus Elternbeiträgen werden momentan 14,8 % der laufenden Betriebsausgaben gedeckt. In Baden-Württemberg solle ein Kostendeckungsgrad von 20 % angestrebt werden.
Die empfohlene Beitragserhöhung belaste die Eltern im Schnitt bei den Kindergärten mit Beträgen von 1 bis 3 Euro und bei der Kleinkindbetreuung von 2 bis 10 Euro, so Keppler.
Der Vorschlag wurde von den Mitgliedern des Gremiums unterschiedlich aufgenommen. So sprachen sich einige Gemeinderäte gegen die Erhöhung und für das Einfrieren der Beiträge aus. Der Zugang zur frühkindlichen Bildung solle nicht vom Geld abhängen, langfristig sollte eine völlige Kostenfreiheit der Kinderbetreuung das Ziel sein. Hier sei aber auch das Land Baden-Württemberg mit in der Pflicht. Die Gemeinde sei finanziell in der Lage, mit einem Verzicht auf eine Anpassung ein positives Signal an Eltern und Familien zu senden.
Auf der anderen Seite wurde festgestellt, dass die guten Betreuungsangebote in Murr auch den Eltern etwas wert sein müssten. Der Gemeinderat sei auch allen Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde verantwortlich. Bürgermeister Torsten Bartzsch gab zu bedenken, man sollte nicht auf Dauer mit den Rücklagen den laufenden Betrieb von Einrichtungen finanzieren. Auch wäre ein Verzicht auf eine Erhöhung ein falsches Signal ans Land. Gemeindekämmerer Albrecht Keppler sprach den Grundsatz der Gemeindeordnung an, nach dem Kommunen verpflichtet seien, die Kosten für ihre Aufgaben aus Steuern, Gebühren und Beiträgen zu bestreiten.
Am Ende des Tagesordnungspunktes stimmte der Gemeinderat mit knapper Mehrheit für die vorgeschlagene Erhöhung der Elternbeiträge.

Busbeschleunigung im Bottwartal
Bürgermeister Torsten Bartzsch erläuterte den Ratsdamen und -herren Möglichkeiten zur Busbeschleunigung im Raum Marbach - Bottwartal, die Ergebnis einer Untersuchung seien. Die Gutachter stellten fest, dass auch die Busse aufgrund des starken Verkehrs auf der Landesstraße 1100 immer wieder im Stau stehen und so starke Abweichungen vom Fahrplan entstehen. Vor allem der Abschnitt zwischen Marbach und Murr sei besonders betroffen.
Eine grundsätzliche und langfristige Lösung sei nach Auffassung des Landratsamtes nur durch eine Trennung von Bus- und Individualverkehr möglich. Dafür wurden verschiedene Vorschläge für eigene Busspuren gemacht, so unter anderem die Nutzung der alten Bahntrasse oder der Ausbau der Zufahrt zur Kläranlage. Kurzfristige Verbesserungen könnten allerdings auch schon mit einer besseren Justierung von Lichtsignalanlagen zur Bevorrechtigung der Busse erreicht werden. Auch der Anschlussknoten am Ortsausgang Richtung Steinheim von der Steinheimer Straße zur L 1126 könne für die Busse verbessert werden.
Allerdings, so der Schultes weiter, sei die empfohlene Aufhebung des Parkverbots in der Murrer Ortsdurchfahrt zu den Hauptverkehrszeiten aus Murrer Sicht nicht zu empfehlen, da sich das vor wenigen Jahren eingerichtete Parkierungskonzept sehr bewährt habe und beibehalten werden sollte.
Der Gemeinderat stimmte diesen Vorschlägen des Bürgermeisters zur Justierung der Ampelanlagen und zur Prüfung der Verbesserung des Knotens an der Ortsausfahrt Richtung Steinheim sowie der empfohlenen Kostenaufteilung zwischen den beteiligten Gemeinden und dem Landratsamt zu. Auch weitergehende Untersuchungen zur Realisierung einer Busspur zwischen Murr und Marbach wurden mehrheitlich befürwortet.

Sanierung und Modernisierung der Faultürme im Gruppenklärwerk Häldenmühle
Wie Bürgermeister Torsten Bartzsch dem Gemeinderat erläuterte, müsse im Gruppenklärwerk Häldenmühle einer der beiden Faultürme erneuert werden. Die Planung und Kostenberechnung ergibt für die Arbeiten einschließlich aller notwendigen Leistungen wie dem Neubau eines Maschinenhauses und eines Treppenturmes sowie dem Neubau einer zweiten Zufahrt auf das Gelände einen Aufwand von rund 6,50 Millionen Euro.
Der Gemeinderat beauftragte die Vertreter der Gemeinde einstimmig, in der Sitzung der Ver-bandsversammlung am kommenden Montag diesen Arbeiten zuzustimmen.

Zum Abschluss der Sitzung kündigte Bürgermeister Torsten Bartzsch in einer persönlichen Erklärung an, dass er sich bei der im kommenden Jahr anstehenden Wahl des Bürgermeisters erneut um das Amt bewerben wolle. Er habe Murr als tolle Gemeinde schätzen gelernt, in der neben der guten Infrastruktur ein sehr gutes Miteinander gelebt werde und in der er mit seiner Frau schnell heimisch geworden sei. Die Aufgabe als Bürgermeister sei sowohl herausfordernd als auch erfüllend und er wolle gerne auch die künftigen Aufgaben mit gestalten.

31.10.2019

Jugendwoche im Jugendhaus Murr

Neben der Vorleseeallye in Kooperation mit der Ortsbücherei und dem Kindertheater in Kooperation mit der Lindenschule waren die Highlights der diesjährigen Jugendwoche die Begegnungen mit den Referenten Roland Heck am Montag- und Martina Spröhnle am Dienstagabend.
Roland Heck vom Kreuzbund Steinheim (Selbsthilfe für Alkohol-, Medikamenten- und Spielsüchtige) berichtete in seinem Vortrag "Ich dachte, ich bin der Coolste" schonungslos über seinen Alkoholabsturz, der auch zu einem beruflichen Abstieg und zum Scheitern seiner Ehe führte. In einer halbjährigen Therapie stellte er sich schmerzlich den Ursprüngen seiner Sucht, unter anderem einem mangelnden Selbstwertgefühl, und kriegte sein Leben langsam wieder in den Griff.
Ein Dutzend Jugendliche hörte gebannt zu, stellte Fragen und überdachte den eigenen Konsum.
Wir danken Herrn Heck für seinen engagierten Einsatz und den unbefangenen Umgang mit unseren Besuchern. Durch seine lockere Art hat er sicherlich den ein oder anderen zum Nachdenken angeregt.

"Ich bin so froh, dass ich ein Mädchen bin" war das Motto eines immerhin dreistündigen Workshops.
Die Dipl.-Pädagogin Martina Spröhnle aktivierte die Mädchen zunächst durch witzige Kennlernspiele, dann ging es darum, was den Teilnehmerinnen am Mädchensein gefällt und was nicht so sehr.
Genannt wurden unter anderem die Vorteile: Kinderkriegen und Gefühle besser zeigen können, und die Nachteile: Angst vor Anmache und ungerechte Behandlung in Beruf, Familie und Gesellschaft. Später ging es noch um Schönheit: Was finde ich an mir schön und was nicht?
Zum Schluss wurden gegenseitig Komplimente aufgeschrieben, zum Beispiel: Ich finde dich goldig, loyal, hübsch usw. Diese Zettel sollen die Mädels an schlechten Tagen aufmuntern. Die fünf Besucherinnen zwischen 12 und 18 Jahren gingen entspannt und gestärkt aus dem Workshop nach Hause.  Die Referentin äußerte sich begeistert, dass die Mädels drei Stunden lang höchst aufmerksam und konzentriert bei der Sache waren. Ein dickes Lob an Frau Spröhnle und die Teilnehmerinnen!
C . Kraft, Jugendhaus Magnet, Murr

31.10.2019

Rund 80 Zugezogene erlebten einen geselligen und informativen Neubürgerempfang

Bürgermeister Torsten Bartzsch bei der Begrüßung der Neubürgerinnen und Neubürger im Bürgersaal
Bürgermeister Bartzsch vor den Gästen an Kaffeetischen im Bürgersaal
Die Jugendkapelle des Musikvereins mit Dirigentin Angelika Hornung auf der Bühne des Bürgersaals
Jugendkapelle mit Dirigentin auf der Bühne des Bürgersaals

Informationen über den neuen Wohnort am 26. Oktober bei Kaffee und Kuchen im Bürgersaal

Alle zwei Jahre werden in Murr die neu Hinzugezogenen zum Neubürgerempfang eingeladen, um sie in ihrer neuen Heimat willkommen zu heißen und sie über ihren neuen Wohnort in geselliger Runde zu informieren.
So auch wieder am Samstag, dem 26. Oktober 2019, im Murrer Bürgersaal, als rund 80 neue Murrerinnen und Murrer von Bürgermeister Torsten Bartzsch in Murrs guter Stube begrüßt wurden. Diese 80 Gäste unterschiedlichen Alters standen stellvertretend für über 700 Neubürgerinnen und Neubürger, die in den vergangenen zwei Jahren nach Murr gezogen sind.
Bürgermeister Torsten Bartzsch hieß sie in ihrem neuen Wohnort herzlich willkommen und wünschte ihnen, dass sie sich in Murr - soweit nicht schon geschehen - wirklich heimisch fühlen. Dass dies am Samstagnachmittag schon möglich war, dafür war im Bürgersaal vom Team der Gemeindeverwaltung alles bestens vorbereitet. Auf schön dekorierten Tischen standen Kaffeegeschirr und Getränke, leckere Kuchen waren vorbereitet und so ergab sich gleich nach der Begrüßung durch den Schultes eine gemütliche Atmosphäre mit angeregten Gesprächen. Bartzsch konnte unter den Anwesenden auch einige Mitglieder des Gemeinderats in der Runde willkommen heißen.
Im Anschluss spielte auf der Bühne die Jugendkapelle des Musikvereins mit Dirigentin Angelika Hornung und brachte gekonnt musikalischen Schwung in den Bürgersaal, was mit lebhaftem Applaus quittiert wurde. Danach stellte Bürgermeister Torsten Bartzsch anhand einer Präsentation den Neubürgern ihre neue Heimatgemeinde vor und streifte dabei die Historie, die wirtschaftlichen Kennzahlen, die gute Verkehrsanbindung, die gute Infrastruktur der Gemeinde im sozialen, sportlichen, versorgungstechnischen und kulturellen Bereich und ging auch auf das vielfältige und lebendige Vereinsleben in Murr ein, für das sich heute der Musikverein stellvertretend präsentiere. Die Gemeinde biete im Prinzip alle Voraussetzungen, um hier gut leben und sich wohlfühlen zu können. Auch wer sich engagieren wolle, finde dazu in Murr etliche Möglichkeiten, so Bartzsch, und nannte dafür beispielhaft den ehrenamtlichen Arbeitskreis Asyl oder das "Café Memory" des Krankenpflegefördervereins für die Betreuung von Demenzkranken.
Die Präsentation des Bürgermeisters wurde durch einen zweiten Auftritt der jungen Musikerinnen und Musiker der Jugendkapelle abgerundet, der die Gäste erneut musikalisch gut unterhielt. Der Vorsitzende des Musikvereins, Martin Bäuerle, stellte seinen Verein und dessen Aktivitäten anschließend vor und lud alle Neu-Murrerinnen und -Murrer herzlich ein, zu den Veranstaltungen wie dem Brückenfest zu kommen, oder sich auch im Musikverein oder den anderen Murrer Vereinen und Gruppen in der Freizeit zu betätigen oder zu engagieren.
Nach diesem geselligen und informativen Kaffeenachmittag lud Bürgermeister Torsten Bartzsch die Gäste noch ein, ihn auf einem kleinen Spaziergang durch den Ort zu begleiten, was von etlichen Neubürgerinnen und Neubürgern auch angenommen wurde.

25.10.2019

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 22. Oktober 2019)

Am Dienstag, dem 22. Oktober 2019, traten die 14 Mitglieder des Gemeinderats auf Einladung und unter Vorsitz von Bürgermeister Torsten Bartzsch im Ratssaal des Bürger- und Rathauses zu einer turnusmäßigen Sitzung zusammen. Anwesend waren auch einige Zuhörerinnen und Zuhörer sowie Vertreter der Lokalpresse.
Auf der Tagesordnung stand ein Bericht der Syna GmbH, dem für das Murrer Strom- und Gasnetz zuständigen Energieversorger, die grundsätzliche Entscheidung über die Erneuerung der sanierungsbedürftigen Kanäle und Leitungen in der Blankensteinstraße sowie die formale Aufhebung der Gebührensatzung für den örtlichen Gutachterausschuss, der aufgrund des neuen überörtlichen Gutachterausschusses für das Bottwartal und Umgebung nicht mehr besteht.
Zu Beginn der Sitzung begaben sich die Gremiumsmitglieder und die Gäste aber in den Bürgersaal, wo ihnen der Schultes die erneuerte Ton- und Lichttechnik, die neuen Bühnenvorhänge und die neuen Stühle vorstellte. Auf Beschluss des Gemeinderates waren diese Dinge im Bürgersaal nach 30 Jahren erneuert bzw. modernisiert worden. Das Ratsgremium konnte sich überzeugen, dass die Tonanlage und die Bühnenbeleuchtung sowie die Vorhänge auf der Bühne nun auf neuem technischem Stand sind und die Stühle mit Nummerierung und anthrazitfarbenen Polstern ein neuer und zeitloser gestalterischer Bestandteil der "guten Stube" Murrs darstellen. Die Ratsdamen und -herren pflichteten der Einschätzung des Bürgermeisters bei, dass die insgesamt aufgewendeten Gelder von rund 125.000 Euro für diese Modernisierungen gut investiert seien und vor allem den Nutzern des Bürgersaales, vor allem den Vereinen, nun zeitgemäße Bedingungen bieten.

Bericht der Syna GmbH zur Energieversorgung in Murr
Mit den so genannten Konzessionsverträgen hat die Gemeinde zum 1. Januar 2013 der Süwag Energie AG das Recht und den Auftrag übertragen, das Strom- und das Gasnetz zu betreiben und so die Energieversorgung in Murr zu sichern. In den Verträgen sind regelmäßige Berichte im Gemeinderat vorgesehen.
Dazu begrüßte Bürgermeister Torsten Bartzsch am Dienstag von der Süwag-Tocher Syna GmbH als Netzbetreiber den regionalen Standortleiter Michael Meyle und die Kommunalbetreuerin Katharina Eckstein. Diese erläuterten dem Gremium anhand von Tabellen und Daten ausführlich und detailliert unter anderem Größe und Ausbaustand der Strom- und Gasnetze, die gelieferten Mengen von Strom und Gas, Art und Zahl der Anlagen für erneuerbare Energie im Ort und die geplanten weiteren Ausbaumaßnahmen.
So gibt es in Murr insgesamt 3.689 Entnahmestellen für Strom, das heißt Stromzähler, und 1.049 Entnahmestellen für Gas, das heißt Gaszähler. Der Anteil des ins Netz eingespeisten, dezentral erzeugten Stromes aus regenerativen Quellen - vor allem 146 Solar- bzw. Photovoltaikanlagen - an der Gesamtstrommenge betrage in Murr 16,89 %, was nach den Worten Meyles ein guter Wert ist. Meyle ging auch auf das Alter und den Zustand von Strom- und Gasnetz ein und erläuterte, dass beim Stromnetz der Anteil von Erdanschlüssen mittlerweile bei 84,3 % liege, der Rest sind noch Freileitungen.
Frau Eckstein schilderte, welche Ausbauprojekte in Planung seien. Vor allem sind dies die weitere Verlegung von Stromfreileitungen unter die Erde im Zusammenhang mit Baumaßnahmen zur Erneuerung von Kanälen und Wasserleitungen.
Zum Schluss ging Michael Meyle noch auf die Versorgungssicherheit und Störfälle bei der Stromversorgung ein, wo Murr im Jahr 2017 mit 2,9 Minuten im Vergleich einen sehr guten Wert aufweist und schilderte die Maßnahmen zur Sicherung der Stromversorgung.

Sanierung der Blankensteinstraße
Bürgermeister Torsten Bartzsch begrüßte zu diesem Thema den Leiter des Verbandsbauamtes Großbottwar, Diplom-Ingenieur Jürgen Ruoff.
Dieser erläuterte den Mitgliedern des Gremiums, dass Abwasserkanal und Wasserleitungen in der Blankensteinstraße in die Jahre gekommen seien. Der Kanal bestehe ausschließlich aus den alten Spitzmuffenrohren, die heutzutage nicht mehr verwendet werden. Auch der Rohrdurchmesser genüge den heutigen Anforderungen nicht mehr und muss vergrößert werden.
Die Trinkwasserleitung besteht aus alten Graugussleitungen und sollten gegen neue duktile Gussleitungen mit einem größeren Durchmesser ausgetauscht werden. Im Zuge der Maßnahme werde auch ein Ausbau der Straße und der Gehwege empfohlen, der Gehweg sollte durchgehend mit einem 3 cm hohen Tiefbord versehen werden. Insgesamt erfordern die Arbeiten einen Aufwand von rund 1,36 Millionen Euro.
Bürgermeister Torsten Bartzsch fügte an, die betroffenen Anwohner sollten möglichst frühzeitig über die Baumaßnahmen informiert werden, die in Bauabschnitten durchgeführt werden sollen. Die Anlieger könnten im Zuge der Maßnahmen auch ihre Hausanschlüsse erneuern, was empfohlen werde. Dabei und bei eventuellen Arbeiten im vorderen Bereich der Grundstücke müssten die Eigentümer aber selbst aktiv werden.
Sobald die Arbeiten ausgeschrieben und vergeben seien, sollen die Anlieger in einer Informationsveranstaltung über Umfang, Ablauf und Zeitplan unterrichtet werden. Herr Ruoff kündigte an, dass die Arbeiten nach Ausschreibung und Vergabe im Frühjahr 2020 beginnen könnten, so dass genügend Zeit für die Terminabstimmung bleibe.
Die Ratsmitglieder betonten, die Information der Eigentümer und Anwohner sowie die Abstimmung mit privaten Erneuerungsmaßnahmen im Bereich Wasser und Abwasser seien wichtig. Einstimmig wurde beschlossen, das Projekt in Angriff zu nehmen; das Verbandsbauamt erhielt den Auftrag, die Arbeiten auszuschreiben.

Aufhebung der Gutachterausschussgebührensatzung
Da - wie bekannt - die Gemeinde Murr mit den Nachbarkommunen im Bereich Marbach/Bottwartal einen Zweckverband für einen gemeinsamen Gutachterausschuss ins Leben gerufen hat und sich dieser mit der ersten Sitzung der Verbandsversammlung am 25. September 2019 konstituiert hat, wurde der Gutachterausschuss der Gemeinde aufgelöst. Die entsprechende Satzung über die Erhebung von Gebühren für Gutachten wurde damit gegenstandslos und muss formal aufgehoben werden.
Dem Vorschlag von Bürgermeister Torsten Bartzsch, dies zu beschließen, stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wies Bürgermeister Torsten Bartzsch auf den bevorstehenden Neubürgerempfang am kommenden Samstag, dem 26. Oktober 2019, hin, zu dem auch die Mitglieder des Gemeinderates eingeladen seien. Von 780 Personen, die in den vergangenen zwei Jahren neu nach Murr gezogen seien, hätten etwa 80 ihre Teilnahme zugesagt.
Dem Gemeindebauhof wurde vom Gremium ein großes Lob für seinen Einsatz und sein Engagement rund um den Bottwartal-Marathon am Sonntag, dem 20. Oktober 2019, ausgesprochen.

27.09.2019

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 24. September 2019)

Zur ersten regulären Sitzung nach der Sommerpause begrüßte Bürgermeister Torsten Bartzsch die 14 Mitglieder des Gemeinderats am Dienstag, dem 24. September 2019, im Ratssaal des Bürger- und Rathauses. In Anwesenheit von einigen Zuhörerinnen und Zuhörern und Vertretern der Lokalpresse ging es bei der Sitzung um die Neugestaltung der Aufbahrungsräume im Neuen Friedhof, die Fortschreibung des Lärmaktionsplans und die Umstellung weiterer Teilbereiche der örtlichen Straßenbeleuchtung auf die LED-Technik.
Unter dem Punkt Bekanntgaben informierte der Schultes die Mitglieder des Gremiums, dass die Lindenschule im Rahmen des "Digitalpakts Schule" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung mit einer Förderung in Höhe von 71.100 Euro im Zeitraum bis April 2022 für eine bessere Ausstattung mit digitaler Technik rechnen könne. Damit würden Maßnahmen zur Verbesserung der Ausstattung mit 80 % gefördert, die restlichen 20 % steuere die Gemeinde bei. Als Grundlage habe die Schule einen so genannten Medienentwicklungsplan erstellt, in dem die Projekte, die gefördert werden sollen, zusammengestellt sind.
Als erste Maßnahme solle ein Klassenzimmer mit einer digitalen Tafel ausgestattet werden.

Neugestaltung der Aufbahrungsräume im Neuen Friedhof
In der vor rund 40 Jahren eingeweihten Aussegnungshalle im Neuen Friedhof gibt es drei Aufbahrungsräume für Särge, von denen zwei mit Kühlaggregaten ausgestattet sind, die an der Decke installiert sind.
Bürgermeister Torsten Bartzsch schlug vor, die drei Aufbahrungsräume zu modernisieren, da Wand- und Bodenbeläge sowie die Deckenkonstruktion deutlich in die Jahre gekommen sind und auch der Bodenbelag aus Klinker nicht mehr zeitgemäß ist. Vorschläge zur Neugestaltung hatte der örtliche Architekt Peter Ludwig mitgebracht, die er in der Sitzung erläuterte.
Danach soll der Boden der Räume mit Feinsteinzeug neu gefliest, die Wände mit Feinputz und im Sockelbereich mit Fliesen versehen und die jetzige Gitterkonstruktion an der Decke durch ein Textilsegel aus speziellem Gewebe in der Mitte des Raumes ersetzt werden. Dies sei notwendig, um die natürliche Beleuchtung durch die vorhandenen Oberlichter und auch die Luftzirkulation für die Kühlaggregate in Zukunft sicherzustellen. In einem Gipskartonfries in drei Meter Höhe solle eine indirekte Beleuchtung angebracht werden.
Nach Auskunft von Bürgermeister Torsten Bartzsch wäre dafür ein Kostenaufwand von etwa 45.000 Euro erforderlich; für 2.600 Euro solle noch ein zweiter Aufbahrungswagen angeschafft werden.
In der Beratung wurde überlegt, ob es nicht besser aussehe, die Wände ohne Fliesen und vollständig mit Putz auszustatten. Doch mit dem Hinweis auf die Reinigung des Bodens und das Rangieren mit den Aufbahrungswägen, welche Spuren an den Wänden hinterlassen können, entschied sich das Gremium dafür, die Wände etwa 1,50 m hoch ebenfalls mit Feinsteinzeug fliesen zu lassen. Einstimmig wurde der vorgeschlagenen Neugestaltung und den damit verbundenen Ausgaben zugestimmt.

Fortschreibung des Lärmaktionsplans
Von 2013 bis 2015 hat die Gemeinde Murr in Zusammenarbeit mit den Kommunen Steinheim an der Murr, Großbottwar, Oberstenfeld und Beilstein einen Lärmaktionsplan zur Beruhigung und Verstetigung des Straßenverkehrs aufgestellt. Auf Grundlage dieses Planwerks wurden in Murr der Kreisverkehr an der Kreuzung Bietigheimer Straße/Im Langen Feld/Bei der Bergkelter gebaut, der Pflasterbelag in der Ortsmitte gegen einen leiseren Asphaltbelag getauscht und in der Steinheimer Straße nachts eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h angeordnet.
Aufgrund der rechtlichen Vorgaben des Umweltministeriums sollen die Lärmaktionspläne nach spätestens fünf Jahren fortgeschrieben werden, wie Hauptamtsleiterin Brigitte Keller erläuterte. Nach der aktuellen Rechtssprechung bestehe, so Keller, in der neuen Runde eher die Aussicht, für weitere Straßen in Murr eine Anordnung von 30 km/h Höchstgeschwindigkeit von der Verkehrsbehörde zu erreichen.
Die Fortschreibung des Lärmaktionsplans solle wieder in interkommunaler Zusammenarbeit erfolgen, so Keller weiter. Da sich die Verkehrsströme aufgrund der bereits durchgeführten Maßnahmen verändert haben können, sollen Kontrollzählungen an verschiedenen Knotenpunkten durchgeführt werden, deren Ergebnisse die Grundlage für die Fortschreibung des Plans sind.
Für die verschiedenen Untersuchungen, Zählungen, Analysen, Überarbeitungen und Planungen liegen nach den Worten von Keller Honorarangebote des Ingenieurbüros Kurz und Fischer und der Planungsgruppe Kölz vor, die sich insgesamt auf ca. 21.000 Euro belaufen. Das Ratsgremium stimmte der Fortschreibung des Lärmaktionsplans und der Vergabe der entsprechenden Aufträge an die vorgeschlagenen Büros einstimmig zu.
Laut Bürgermeister Torsten Bartzsch werde der Lärmaktionsplan wieder wie ein Bebauungsplan aufgestellt, so dass die frühzeitige und detaillierte Information der Öffentlichkeit gewährleistet sei.

Umstellung weiterer Teilbereiche der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik
Am 18. Dezember 2018 hatte der Gemeinderat beschlossen, weitere 278 Straßenleuchten in Murr auf die neue, energiesparende LED-Technik umzustellen. Im Frühjahr kam von Bundesumweltministerium die Zusage, dass die Maßnahme im Rahmen der "Nationalen Klimaschutzinitiative" mit einem Zuschuss von 20 % gefördert wird, wie Bürgermeister Torsten Bartzsch erläuterte. Die geschätzten Kosten für diese Umstellung lagen ursprünglich bei etwa 90.000 Euro.
Drei Firmen wurden um Angebote gebeten. Der Gemeinderat vergab den Auftrag einstimmig an den günstigsten Bieter, die Firma Süwag Energie AG, zum Angebotspreis von knapp 86.000 Euro. Im Zuge der Beratung wurde vom Schultes erläutert, dass die neuen Leuchten die Möglichkeit bieten, nachts in einem frei zu wählenden Zeitfenster eine geringere und damit energiesparendere Leistung einzustellen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung erläuterte Bürgermeister Torsten Bartzsch noch einmal die Notwendigkeit der kurzfristigen Sperrung des neuen Kreisverkehrs an der Bietigheimer Straße in der Zeit vom 2. bis zum 6. Oktober 2019, weil fehlerhaftes Belagmaterial eingebaut worden sei, welches ausgetauscht wird (zu den Einzelheiten der Sperrung siehe gesonderte Veröffentlichung). Gleichzeitig sollen dabei auch die noch fehlenden Markierungen (Zebrastreifen an den Zufahrten Bietigheimer Straße ortseinwärts und ortsauswärts und Bei der Bergkelter, Fahrbahnkennzeichnungen) und Beschilderungen angebracht werden.
Es sei zu hoffen, dass diese kurze Sperrung an einem langen, schulfreien Wochenende, bei der auch am Feiertag gearbeitet werde, ohne größere Schwierigkeiten ablaufe und danach der Kreisverkehr vollständig funktionsfähig sei.

13.09.2019

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 10. September 2019)

Zu einer kurzfristig einberufenen Sitzung trafen sich die Mitglieder des Gemeinderates am Dienstag, dem 10. September 2019, zum Ende der Sommerferien am Neubau des Jugendhauses am Hermannsplatz. Bürgermeister Torsten Bartzsch hatte diese außerplanmäßige Sitzung einberufen, da die Entscheidung über das Material und die Gestaltung der Außenfassade zügig getroffen werden musste, um den Baufortschritt nicht zu verzögern.
Architekt Albrecht Scheible und seine Mitarbeiterin Anneke Nuding vom Planungsbüro D'Inka Scheible Hoffmann Lewald aus Fellbach hatten Materialproben mitgebracht. Zur Auswahl standen eine naturbelassene Holzverkleidung aus Lärche sowie zwei grau vorlasierte Varianten aus Lärche und aus Weißtanne.
Nach eingehender Erläuterung und Beratung der Vor- und Nachteile entschied sich das Ratsgremium einstimmig für die lasierte Variante aus Weißtanne. Das Holz dafür stamme aus heimischen Wäldern, für die Lasur gebe die Herstellerfirma eine langjährige Gewährleistung und durch den Lasuranstrich werde das Holz unempfindlicher gegen Witterungseinflüsse und deren optische Auswirkungen.
Mit der Entscheidung vom Dienstag sei weiter ein zügiger Baufortschritt möglich, so Bürgermeister Torsten Bartzsch, so dass das neue Jugendhaus wie geplant zu Beginn des nächsten Jahres fertiggestellt werden könne.

13.09.2019

Dorfplatzfest

Zwei Tage war der Dorfplatz am Kirbewochenende (7. und 8. September 2019) beim Dorfplatzfest wieder Mittelpunkt des geselligen Lebens in Murr. Unzählige Einwohnerinnen und Einwohner sowie Gäste feierten - obwohl das Wetter am Sonntag nicht ideal war. Gastgeber und Programmgestalter waren im Wesentlichen die Murrer Vereine und Organisationen. Hier ein paar Bilder als Rückblick auf das Festwochenende.

Bürgermeister Torsten Bartzsch begrüßt die Gäste zum Auftakt des Dorfplatzfestes
Als Moderator führte Dr. Thomas Hentschel durch das Programm am Samstag
Aus Murr, musikalisch und mit viel Ausstrahlung: The Guni-Sisters eröffneten das Bühnenprogramm
Martin Lutz begeisterte mit Musik und Comedy
Vor der Bühne und auf dem gesamten Dorfplatz war am Samstag viel los – hier beim Auftritt des Trios „bix cake“
Musik mit viel Talent und Gefühl von Karen und Peter Reichert aus Murr alias „Sugar’n’Honey“
Die Helfer an den Ständen hatten alle Hände voll zu tun – wie hier beim Skiclub Murr
Rockten am Samstag abend die Bühne: Friends and The Barbers mit fetzigem Rock’n’Roll und Rockabilly
Festliche Atmosphäre im Bürgersaal beim Gottesdienst mit den Posaunenchören aus Murr und aus Stuttgart-Untertürkheim sowie dem SGV-Chor
Die rumänischen Gäste aus Zsobok begeisterten mit der Tanzvorführung der Trachtengruppe und dem leckeren Baumkuchen
Als Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins eröffnete Uwe Riedel den verkaufsoffenen Sonntag
Setzten auch bei schlechtem Wetter fröhliche Akzente. Die Moderatoren des Sonntag Michael Buck (links) und Uwe Funk (rechts)
Schwung und Akrobatik boten die Tänzerinnen des TSV Murr
Viel Sonne im Regen: Lauter Gewinner bei der Sonnenblumenaktion des OGV Murr
Der Chor der Lindenschule mit Sabine Lörcher schmetterte fröhliche Lieder aus voller Kehle
Die Bläserklasse – eine Kooperation von Lindenschule und Musikverein – bewies ihr Können vor großer Kulisse
Die jungen Musiker der Jugendkapelle des Musikvereins mit Dirigentin Angelika Hornung bereicherten ebenfalls das Programm
Stimmungsvolle und bekannte Melodien boten die Knöpflesdrucker der Harmonikafreunde Murr
Auch ruhige Momente gab es beim Dorfplatzfest beim Vorlesen mit Angelika Dümmel in der Ortsbücherei
Eine Herausforderung für junge Kletterer bot der CVJM
Nicht nur gekonnt, sondern auch ganz schön gewagt: Das Männerballett des Murrer Karneval-Vereins 2005
Den fetzigen Schlussakkord eines gelungenen Dorfplatzfestes boten die Gässlesfetzer des Musikvereins Murr

02.08.2019

Hohe Qualität des Murrer Trinkwassers

Das Trinkwasser zählt zu einem der am besten und häufigsten kontrollierten Lebensmittel.
Auch das Murrer Trinkwasser wird ständig überwacht und regelmäßig untersucht, es ist von höchster Güte und Reinheit. Neben den laufenden mikrobiologischen Untersuchungen werden auch regelmäßig physikalisch-chemische Trinkwasseruntersuchungen erstellt.
Nach der Trinkwasseranalyse durch das Landratsamt Ludwigsburg vom 09. April 2019 weist das Murrer Trinkwasser, das als Mischwasser zu 1/3 Eigenwasser und zu 2/3 aus Wasser der Landeswasserversorgung besteht, unter anderem folgende Parameter auf:

Gesamthärte (Härtebereich hart) 18,1 ° dH
Magnesium 18,60 mg/l
Fluorid < 0,10 mg/l
Nitrat 16,00 mg/l

Nach § 2 der Trinkwasserverordnung wird das Trinkwasser auch auf zahlreiche Schadstoffe wie z. B. Arsen, Blei, Cadmium, Quecksilber, polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, organische Chlorverbindungen sowie auf Pflanzenschutzmittel untersucht. All diese Schadstoffe sind im Murrer Trinkwasser nicht enthalten bzw. liegen unter der messtechnisch erfüllbaren Nachweisgrenze.
Wie seit Jahren steht den Murrer Haushalten damit ein qualitativ sehr hochwertiges Trinkwasser und Lebensmittel zur Verfügung.

30.07.2019

Ab 1. August 2019: Bessere Busverbindungen in Marbach und im Bottwartal

Landrat Dr. Rainer Haas (hinten links) und Marbachs Bürgermeister Jan Trost haben das Linienbündel 6 Marbach – Bottwartal der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit dabei waren auch die beiden Geschäftsführer von RBS und VVS Manfred Hovenjürgen und Horst Stammler (4. und 5. v. rechts) sowie Bürgermeister und Vertreter der weiteren betroffenen Gemeinden.
Landrat, RBS- und VVS-Geschäftsführer sowie Bürgermeister der beteiligten Gemeinde vor einem Bus zum Start des neuen Fahrplans

RBS bleibt Betreiber des Linienbündels

Zum 1. August 2019 gibt es in Marbach und im Bottwartal ein deutlich verbessertes Fahrplanangebot. Fahrgäste aus Marbach, Murr, Steinheim, Großbottwar, Beilstein, Oberstenfeld, Ludwigsburg, Erdmannhausen, Affalterbach und Aspach können sich auf ein verbessertes Angebot freuen. Die Konzession für die Buslinien 443, 453, 456, 456A, 457, 460, 460A, 461, 462, 463, 464, 465 bleibt nach wie vor beim bisherigen Unternehmen Regionalbus Stuttgart (RBS). Die Tochtergesellschaft Friedrich Müller Omnibus (FMO) fährt im Auftrag der RBS.
"Es ist erfreulich, dass mit der RBS das in den letzten Jahrzehnten in diesem Verkehrsraum tätige Unternehmen die Konzession erhalten hat und ich hoffe, dass die FMO den zukünftigen Betrieb im Bottwartal in bewährter Weise fortsetzen wird. Wir begrüßen die zusätzlichen Fahrleistungen, die der Betreiber angeboten hat. Sie bieten dem Kunden einen erheblichen Mehrwert", so Landrat Dr. Rainer Haas. "Wir weiten das Fahrplanangebot deutlich aus und bieten rund 400.000 Fahrplankilometer pro Jahr mehr an als bisher. Das entspricht einer Fahrplanausweitung von rund 35 Prozent" sagte RBS-Geschäftsführer Manfred Hovenjürgen bei der Inbetriebnahme.
"Für das Linienbündel Marbach/Bottwartal wurden 11 neue Gelenkbusse und 10 neue Solobusse mit der neuesten Abgasnorm Euro 6 angeschafft. Alle Neufahrzeuge sind barrierefrei, mit Klimaanlagen und WLAN ausgestattet und bieten einen hohen Fahrgastkomfort", so Hovenjürgen weiter. Er wies darauf hin, dass mehrere mittelständische Busunternehmer aus der Region RBS und FMO beim Betrieb unterstützen. Unter anderem die Firma Gross aus Talheim und die Firma Zügel aus Wüstenrot.
Seit 2009 ist die EU-Verordnung Nr. 1370/2007 in Kraft. Sie gibt vor, dass alle Buslinien, die öffentlich gefördert werden, nach bestimmten Vergabevorschriften ausgeschrieben werden müssen. Damit nicht jede einzelne Linie extra vergeben werden muss, wurden Linienbündel geschnürt, in diesem Fall das Bündel 6 im Landkreis Ludwigburg. Zu diesem Linienbündel zählen die bisherigen Liniennummern 443, 453, 456, 456A, 457, 460, 460A, 461, 462, 463, 464. Neu hinzu kommt die Linie 465. Das Bündel Ludwigsburg 6 bekommt keine Zuschüsse vom Landkreis und den Kommunen. Das Risiko des eigenwirtschaftlichen Verkehrs trägt das Verkehrsunternehmen, das auch die Fahrgeldeinnahmen bekommt.

Haushaltsverteilung und Schnupperfahrten
Die Fahrgäste aus den betroffenen Gemeinden wurden im Rahmen einer Haushaltsverteilung informiert. Die Fahrpläne für die neuen Angebote sind bereits im Internet auf den Seiten des Verkehrsverbundes Stuttgart (www.vvs.de) abrufbar. Wer das neue Angebot testen möchte, hat zum Start des neuen Bündels am Donnerstag, 1. August 2019, die Möglichkeit dazu. In allen Bussen der betroffenen Linien, die an diesem Tag unterwegs sind, kann man den ganzen Tag lang kostenlos mitfahren (bis Betriebsschluss um 6 Uhr des Folgetages).

Die Verbesserungen im Einzelnen: Linie 443 Marbach - Ludwigsburg
Die Busse von Ludwigsburg nach Neckarweihingen fahren künftig montags bis freitags tagsüber in einem konsequenten Stunden-Takt. Einzige Ausnahme ist am Vormittag. Dann sind die Busse teilweise nur alle zwei Stunden unterwegs. Neu ist auch, dass die Linie in Ludwigsburg über das Klinikum statt über die Marbacher Straße fährt. Dadurch gibt es künftig eine Direktverbindung von Marbach zum Klinikum Ludwigsburg. Durch den neuen Fahrplan wird auch der Energie- und Technologiepark Marbach sowie der Marbacher Stadtteil Eichgraben besser an den ÖPNV angebunden.

Linie 460 Beilstein - Oberstenfeld - Großbottwar - Steinheim - Murr - Marbach
Der Halbstunden-Takt der Linie wird stark ausgeweitet und gilt künftig montags bis samstags bis etwa Mitternacht. Auch an Sonn- und Feiertagen wird tagsüber ein Halbstunden-Takt auf der Linie eingeführt. Am Wochenende fallen die Fahrten nach Winzerhausen weg. Sie werden künftig von der Linie 461 übernommen. Die Linie 460 ist damit durchgehend im einheitlichen Takt unterwegs.

Linie 461 Winzerhausen - Großbottwar - Steinheim - Murr - Marbach
In den Zeiten, in denen die S-Bahnen viertelstündlich von und nach Marbach fahren, gibt es zwischen Steinheim und Marbach einen Viertelstunden-Takt. Dafür sorgen die Busse der Linie 461 gemeinsam mit den Bussen der Linie 460. In den nächsten Jahren wird der Viertelstunden-Takt der S-Bahn schrittweise zu einem durchgehenden Viertelstunden-Takt montags bis freitags tagsüber ausgebaut. Der Fahrplan der Linie 461 zwischen Steinheim und Marbach wird dann dementsprechend angepasst. Dadurch wird künftig auch das Wohngebiet Steinheim-Horrenwinkel, das auf der Strecke der Linie 461 liegt, besser angebunden. Auch am Wochenende verbessert sich die Anbindung des Horrenwinkels: Samstags fährt die Linie 461 zwischen Winzerhausen und Großbottwar im Stundentakt und zweistündlich weiter über den Horrenwinkel nach Steinheim. An Sonn- und Feiertagen sind die Busse alle zwei Stunden zwischen Winzerhausen und Steinheim unterwegs. Auch für Winzerhausen gelten verbesserte Takte: Montags bis freitags wird weitgehend alle 30 Minuten, spätabends und samstags stündlich sowie an Sonn- und Feiertagen zweistündlich gefahren. Anstelle der Linie 460 übernimmt am Wochenende künftig die Linie 461 die Fahrten nach Winzerhausen.

Linie 462 (künftig X46) Beilstein - Großbottwar - Marbach
Die Schnellbuslinie 462 erhält künftig - wie andere Schnellbuslinien im VVS-Gebiet auch - eine "X-Liniennummer" und wird X46 heißen. Der bewährte Fahrplan wird weitgehend beibehalten und morgens und abends um jeweils eine zusätzliche Fahrt ergänzt.

30.07.2019

Verabschiedung der Mitglieder des Gutachterausschusses der Gemeinde Murr

Von links: Vorsitzender Jürgen Ringer, Guido Seitz, Ute Lindenlaub-Knoll, Brigitte Keller, Marcus Leibbrandt, Berthold Buck
Die scheidenden Mitglieder des bisherigen Gutachterauschusses

Am 27. Juni 2019 fand die letzte Sitzung des Gutacherausschusses der Gemeinde Murr statt. In Zukunft wird diese Aufgabe der Zweckverband "Gemeinsamer Gutachterausschuss Bottwartal und Umgebung" übernehmen.
Die Gemeinde Murr bedankt sich bei den ehrenamtlich tätigen Gutachtern für ihr Engagement.
Bürgermeister Bartzsch überreichte
Herrn Berthold Buck für 27 Jahre,
Herrn Jürgen Ringer für 11 Jahre,
Herrn Marcus Leibbrandt für 11 Jahre,
Herrn Uwe Riedel für 11 Jahre,
Frau Ute Lindenlaub-Knoll für 7 Jahre und
Herrn Guido Seitz für 7 Jahre
für ihre langjährige Tätigkeit ein Präsent.

26.07.2019

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 23. Juli 2019)

Zu seiner ersten regulären Arbeitssitzung - nach der Konstituierung am 2. Juli 2019 - kam der neu gewählte Gemeinderat am Dienstag, dem 23. Juli 2019, auf Einladung von Bürgermeister Torsten Bartzsch im Ratssaal des Bürger- und Rathauses zusammen.
Die 14 am 26. Mai 2019 neu oder wieder gewählten Ratsdamen und -herren beschäftigten sich dabei mit fälligen Sanierungen und Reparaturen von Schäden im Kanalnetz der Gemeinde, erließen eine Satzung als Grundlage für den geplanten verkaufsoffenen Sonntag am 8. September 2019, vergaben Aufträge für den Neubau des Jugendhauses am Hermannsplatz, verabschiedeten die Änderung des Bebauungsplans "Haugweg" als Satzung, fällten grundlegende Entscheidungen im Zusammenhang mit der Einführung des neuen kommunalen Haushaltswesens und wurden über den Stand der Gemeindefinanzen zur Jahresmitte sowie das Ergebnis einer allgemeinen Finanzprüfung informiert.
Neben den Mitgliedern des Gremiums begrüßte Bürgermeister Torsten Bartzsch auch einige Zuhörer und Vertreter der Lokalpresse bei der Sitzung.

Kanalsanierungen
Murrs Kanalnetz erstreckt sich über rund 34 Kilometer. Die so genannte Eigenkontrollverordnung des Landes gibt eine regelmäßige Kontrolle der Kanäle durch eine Befahrung mit Kamera etwa alle 15 Jahre vor. Der Leiter des Verbandsbauamtes Großbottwar, Jürgen Ruoff, den Bürgermeister Torsten Bartzsch in der Sitzung begrüßte, erläuterte, von Juli 2017 bis März 2018 sei in Murr eine Befahrung und Kontrolle des gesamten Kanalnetzes durchgeführt worden. Die Aufnahmen und Protokolle seien vom Verbandsbauamt ausgewertet worden.
Ruoff präsentierte am Beispiel von Fotos die Schäden, die dabei festgestellt wurden. Dabei handelt es sich um nicht fachgerecht hergestellte Hausanschluss-Stutzen, die in den Kanal hineinragen und den Durchfluss behindern oder den Eintritt von Fremdwasser und Erdreich in den Kanal von außen ermöglichen, um Längs- und Radialrisse an den Kanalrohren oder um Wurzeleinwüchse von außen, die den Kanal mit der Zeit komplett verstopfen können. Saniert werden müssten, so Ruoff, insgesamt etwa 1.100 Anschluss-Stutzen, etwa 380 Risse und andere Schäden. Aufgrund der rechtlichen Vorgaben müssten die Schäden früher oder später behoben werden. Die Arbeiten könnten fast ausschließlich in Robotertechnik und damit bis auf eine Ausnahme ohne Aufgrabungen ausgeführt werden; zum Teil müssten Kanalstrecken mit so genannten Inlinern neu von innen abgedichtet werden. Das vom Verbandsbauamt erarbeitete Sanierungskonzept erfordere einen Finanzaufwand von etwa 1,26 Millionen Euro.
Bürgermeister Torsten Bartzsch schlug vor, die Sanierungsarbeiten wegen des Umfangs und den möglichen Auswirkungen auf die Abwassergebührenhöhe und der Kosten in zwei Lose aufzuteilen und entsprechend auszuschreiben. Die Mitglieder des Gremiums sahen zu dem vorgeschlagenen Sanierungskonzept keine Alternative, bezeichneten die Aufteilung in zwei Lose als sinnvoll und beauftragten das Verbandsbauamt einstimmig mit der Ausschreibung.

Erlass einer Satzung für einen verkaufsoffenen Sonntag an der Murrer Kirbe
Bürgermeister Torsten Bartzsch erläuterte, am Kirbewochenende 7. und 8. September 2019 werde - wie erstmals im Jahr 2014 - in Murr wieder ein Dorfplatzfest mit Beteiligung der Murrer Vereine und Organisationen und mit einem Bühnenprogramm an beiden Tagen durchgeführt, für das bereits seit letztem Jahr die Vorbereitungen laufen. Zwar habe der Handels- und Gewerbeverein im vergangenen Jahr einen großen verkaufsoffenen Sonntag organisiert, wolle sich aber auch dieses Jahr mit einem solchen am Kirbewochenende beteiligen.
Als rechtliche Grundlage dafür sei eine Satzung der Gemeinde notwendig, auch müssten die Kirchengemeinden angehört werden. Diese hätten grundsätzlich keine Einwendungen.
Vom Gemeinderat wurde die vorgeschlagene Satzung, nach der am Kirbesonntag, dem 8. September 2019, Läden und Verkaufsstellen von 12 bis 17 Uhr offen sein dürfen, einstimmig verabschiedet.

Vergabe von Arbeiten für den Neubau des Jugendhauses
Am 1. März 2019 fand der erste Spatenstich als Start für den Neubau eines Jugendhauses am Hermannsplatz statt (s. Bericht im Nachrichtenblatt Murr Nr. 10 vom 8. März 2019, Seite 2), am 14. Juni 2019 konnte bereits Richtfest gefeiert werden (s. Bericht im Nachrichtenblatt Murr Nr. 25 vom 21. Juni 2019, Seite 2 und 4).
Bürgermeister Torsten Bartzsch schilderte, dass nun als letzte Gewerke die Möblierung (Küchenschränke und Einbaumöbel) und die Herstellung der Außenanlagen vergeben werden müssten. Für beide Gewerke wurden Ausschreibungen durchgeführt, die Submission fand am 9. Juli 2019 statt.
Aufgrund der vorliegenden, geprüften Angebote vergab der Gemeinderat die Aufträge an die jeweils wirtschaftlichsten Bieter, und zwar für die Möblierung an die Firma Schäble aus Goldburghausen und für die Außenanlagen an die Firma Benignus, Backnang. Der Schultes wies darauf hin, wenn der Zeitplan weiterhin so eingehalten werden könne, könne das neue Jugendhaus wie geplant Anfang 2020 eingeweiht werden.

Bebauungsplan "Haugweg 1. Änderung im Bereich Talstraße 1 bis 5 mit örtlichen Bauvorschriften" - Satzungsbeschluss
Am 9. April 2019 hatte der Gemeinderat beschlossen, den Bebauungsplan "Haugweg" aus dem Jahr 1977 im Bereich der Grundstücke Talstraße 1 bis 5 zu ändern, um dort auf der Fläche einer ehemaligen, aufgegebenen Werkstatt mit Schuppen, Scheunen und einem Wohnhaus den Bau eines Acht-Familien-Wohnhauses mit Flachdach, Penthouse und Tiefgarage zu ermöglichen. Dies entspricht dem generellen städtebaulichen Ziel, Flächen im Innenbereich wieder zu nutzen und damit die Überbauung neuer Flächen im Außenbereich zu vermeiden.
Bauamtsleiterin Brigitte Keller erläuterte auf Bitte des Vorsitzenden die wesentlichen Planinhalte, das bisherige Verfahren, das auch eine faunistische Relevanzprüfung beinhaltete, und die eingegangenen Stellungnahmen von anderen Stellen, die sich im Wesentlichen auf die Untersuchung des Baugrundes auf eventuelle Altlasten und die Sicherung eventueller archäologischer Bodenfunde beziehen. Diese Hinweise seien in den Bebauungsplan aufgenommen worden, so Keller.
Nachdem in der Beratung kurz die Gestaltung der Gebäude mit einem Flachdach angesprochen worden ist, hat der Gemeinderat den Änderungs-Bebauungsplan mit großer Mehrheit als Satzung beschlossen.

Finanzzwischenbericht zum 30. Juni 2019
Wie es seit langem Tradition ist, wurde der Gemeinderat in der Sitzung über den Stand der Gemeindefinanzen zur Jahresmitte informiert. Bürgermeister Torsten Bartzsch merkte dazu an, man spüre an den etwas geringeren Zuflüssen aus der Gewerbesteuer, dass sich die allgemeine Konjunktur etwas abzuschwächen scheine.
Die Zahlen wurden von Gemeindekämmerer Albrecht Keppler erläutert. Er führte aus, wie immer seien die Einnahmen aus der Gewerbesteuer im Haushaltsplan für das Jahr 2019 sowohl realistisch - aufgrund der Einnahmen der vorherigen Jahre - als auch optimistisch für dieses Jahr mit 5 Millionen Euro geplant worden. Dass nun zur Jahresmitte nicht wie gewohnt etwa die Hälfte davon eingenommen werden konnte, sondern mit knapp 1,6 Millionen Euro erst 32 % des Planansatzes, liege tatsächlich an einer leichten konjunkturellen Eintrübung im zweiten Quartal des Jahres. Tatsächlich müsse damit gerechnet werden, dass am Jahresende nicht die geplanten 5 Millionen Euro, sondern eventuell 4 Millionen Euro an Gewerbesteuer in die Gemeindekasse fließen. Dies sei jedoch immer noch ein sehr guter Wert, den andere Kommunen in der Größe von Murr nicht erreichen. Letztlich seien es in Murr tatsächlich rund 12 Betriebe, die etwa zwei Drittel des Gewerbesteueraufkommens der Gemeinde erwirtschaften und wenn es bei diesen nicht ganz so gut laufe, sei das sofort spürbar.
Die anderen Zahlen der Einnahmen- und Ausgabenaufstellung seien unauffällig, so Keppler. Die Gemeindekasse konnte zur Jahresmitte rund 8,25 Millionen Euro Einnahmen und rund 8,93 Millionen Euro Ausgaben registrieren; die Differenz von etwa 676.000 Euro konnte der Geldanlage entnommen werden, die Gemeindekasse war immer liquide. Der Finanzzwischenbericht sei Grundlage dafür, beruhigt in die Sommerpause zu gehen und gebe keinerlei Anlass zu Sorge, so der Kämmerer abschließend.
Die Mitglieder des Gremiums nahmen den Bericht denn auch zustimmend zur Kenntnis.

Einführung des Neuen Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens (NKHR)
Die Einführung des Neuen Kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens (NKHR), so Bürgermeister Torsten Bartzsch, zum 1. Januar 2020 (wie vom Gemeinderat am 26. Juli 2016 grundsätzlich beschlossen) sei ein großes Projekt, das nun immer konkreter werde. Der Gemeinderat werde im Herbst in einer Informationsveranstaltung ausführlich darüber informiert. Die stellvertretende Kämmerin der Gemeinde, Christina Gaus, widme sich dieser Aufgabe sei langem intensiv.
Gaus erläuterte den Ratsmitgliedern, zur Einführung des NKHR seien im Vorfeld zwei grundsätzliche Entscheidungen notwendig. Zum Einen könne der künftige Gesamthaushalt, der grundsätzlich in produktorientierte Teilhaushalte gegliedert werde, innerhalb dieser Teilhaushalte wiederum an den vorgegebenen Produktbereichen oder an der örtlichen Organisation ausgerichtet werden. Vorgeschlagen werde eine produktorientierte Untergliederung, da diese nach den bisherigen Erfahrungen anderer Gemeinden vorteilhafter ist. So wirken sich Organisationsänderungen nicht auf die Struktur des Haushalts aus und ein Verglich über mehrere Jahre sei leichter möglich. Vorgeschlagen werde auch eine Aufteilung in die drei großen Teilhaushalte "Innere Verwaltung", "Gemeindeaufgaben" und "Finanzwirtschaft".
Zum Zweiten könne auf Grundlage der Gemeindehaushaltsverordnung in der Eröffnungsbilanz, die bei Einführung des NKHR erstellt werden müsse, auf den Ansatz geleisteter Investitionszuschüsse, insbesondere an Vereine für Beschaffungen und Investitionsmaßnahmen, verzichtet werden. Damit könne die Belastung zukünftiger Haushaltsjahre so gering wie möglich gehalten werden, da diese Zuschüsse ansonsten, obwohl sie für die Gemeinde nicht vermögenswirksam sind, analog einer Eigeninvestition kontinuierlich abgeschrieben werden müssten.
Beiden Vorschlägen stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

Allgemeinde Finanzprüfung in den Jahren 2011 bis 2016
Wie gesetzlich vorgesehen, wird auch die Gemeinde Murr regelmäßig von der Gemeindeprüfungsanstalt auf die Gesetzmäßigkeit ihres Handelns und ihre finanzielle und wirtschaftliche Situation geprüft. Die letzte Prüfung fand von April bis Juni 2017 statt, wie Gemeindekämmerer Albrecht Keppler erläuterte. Außer kleineren Hinweisen seien im Prüfungsbericht keine Anstände enthalten. Die finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Gemeinde werden als "geordnet" und die Leistungsfähigkeit und Aufgabenerfüllung der Gemeinde als dauernd gesichert bezeichnet, so Keppler. Dies sei in der Terminologie der Prüfungsanstalt im Prinzip als Bestnote zu verstehen.
Aus der Mitte des Gemeinderats wurde für die Arbeit der Verwaltung gedankt, die für dieses gute Ergebnis gesorgt habe.

Im weiteren Verlauf der Sitzung gab Bürgermeister Torsten Bartzsch bekannt, dass am 26. Oktober 2019 wieder ein Neubürgerempfang im Bürgersaal veranstaltet werden soll.
Zudem ging er auf eine Anfrage aus dem Gremium auf die Arbeiten zur Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrhauses ein. Dabei habe es Verzögerungen gegeben, denen nachgegangen wird, und einzelne Arbeiten seien nicht sauber ausgeführt worden. Zwar könnte die Baumaßnahme nicht, wie ursprünglich geplant, Ende Juli fertiggestellt werden, er sei aber optimistisch, so der Schultes, dass dies im Lauf des Monats August gelinge.

05.07.2019

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 2. Juli 2019)

Der Gemeinderat in seiner neuen Zusammensetzung am Abend der konstituierenden Sitzung. Hinten von links nach rechts: Bürgermeister Torsten Bartzsch, Florian Gärtner, Said Benali, Giorgio Monteleone, Thomas Utz, Hauke Bühler, Julian Riedel, Uwe Riedel, Marcus Leibbrandt. Vorne von links nach rechts: Gunter Eberhardt, Markus Kaiser, Liane Sinn, Ellen Mohr-Essig, Tayfun Tok, Guido Seitz
Der neue Gemeinderat vor dem Haupteingang des Bürger- und Rathauses

Mit der konstituierenden Sitzung am Dienstag, dem 2. Juli 2019, hat der neu gewählte Gemeinderat seine Arbeit aufgenommen. Die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 gewählten Gemeinderätinnen und Gemeinderäte wurden von Bürgermeister Torsten Bartzsch im Ratssaal des Bürger- und Rathauses auf ihr Amt verpflichtet und entschieden zu Beginn der neuen Amtsperiode über die Besetzung von Ausschüssen und Gremien. Damit ist das neue Ratsgremium arbeitsfähig und kann die Sacharbeit aufnehmen.

Verpflichtung der Gemeinderäte
Nach der Feststellung, das Landratsamt habe mit der Mitteilung, dass es bei der Wahl am 26. Mai 2019 keine Beanstandungen gegeben habe, auch formal die Rechtmäßigkeit als Grundlage für den Start in die neue Amtsperiode bestätigt, merkte Bürgermeister Torsten Bartzsch an, Wahlen seien in der Demokratie Ausdruck des Volkswillens. Er gratulierte den Gewählten zu ihrer Wahl, mit der ihnen die Wählerinnen und Wähler Vertrauen ausgedrückt hätten. Gleichzeitig dankte Bartzsch allen, die sich bei der Wahl als Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung gestellt hätten. Er freue sich auf die Zusammenarbeit, so der Schultes.
Das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler, das mit der Wahl zum Ausdruck gekommen sei, sei gleichzeitig auch Verpflichtung, bei der Ausübung des Amtes auf das Gemeinwohl zu achten. Auch erwarten die Bürgerinnen und Bürger von den Mitgliedern des Gemeinderats Verlässlichkeit und Kontinuität. Trotz vieler rechtlicher Rahmenbedingungen würden viele Themen auf kommunaler Ebene entscheiden und Entscheidungen, die vom Gemeinderat getroffen werden, wirken sich unmittelbar vor Ort aus.
In den kommenden fünf Jahren der neuen Amtsperiode gebe es viele Themen, mit denen sich das Gremium befassen werde. Hauptziele der Arbeit sollten der Erhalt und der Ausbau der guten Infrastruktur und der hohen Lebensqualität in Murr sein.
Bartzsch stellte fest, es sei normal und wichtig, dass es bei den Beratungen auch unterschiedliche Meinungen gebe. Vor allem sei es jedoch wichtig, dass dabei die Sache immer im Vordergrund stehe und nicht persönliche oder parteipolitische Erwägungen, alle Diskussionen in einem Klima gegenseitiger Wertschätzung geführt würden und im Gemeinderat ein gutes menschliches Klima gepflegt werde. Diese Atmosphäre übertrage sich auf die Gemeinde. Ein wichtiger Grundsatz sei auch, dass einmal gefasste Beschlüsse - unabhängig ob einstimmig oder mehrheitlich - als Entscheidungen des Gemeinderates gemeinsam getragen und nach außen vertreten werden.
Der Schultes wies zum Schluss noch auf die wichtigsten Bestimmungen der Gemeindeordnung, der Hauptsatzung und der Geschäftsordnung hin, die den rechtlichen Rahmen für die Arbeit des Gemeinderates bilden und bot die Unterstützung der gesamten Gemeindeverwaltung an, wenn es Fragen gebe.
Wie es in Murr seit vielen Jahren Tradition ist, sprach anschließend Gemeinderat Gunter Eberhardt als dienstältestes Gremiumsmitglied stellvertretend für alle Gemeinderäte die Verpflichtungsformel: "Ich gelobe Treue der Verfassung, Gehorsam den Gesetzen und gewissenhafte Erfüllung meiner Pflichten. Insbesondere gelobe ich, die Rechte der Gemeinde gewissenhaft zu wahren und ihr Wohl und das ihrer Einwohner nach Kräften zu fördern." Danach verpflichtete Bürgermeister Torsten Bartzsch jedes einzelne Gemeinderatsmitglied per Handschlag feierlich für das neue Amt, was auch durch die Unterschiften der Gemeinderäte auf einer Urkunde noch dokumentiert wurde.

Besetzung von Ausschüssen und Gremien
Zur konstituierenden Sitzung eines neuen Gemeinderates gehört es auch, dass die Posten der Bürgermeister-Stellvertreter, die Ausschüsse des Gemeinderates und die Vertreter der Gemeinde in zahlreichen Gremien besetzt werden.
Für das Amt des Ersten Bürgermeister-Stellvertreters wurde aus der Mitte des Gremiums eine Wahl beantragt, weil der mehrheitlich von den Vertretern der Gruppierungen vorgeschlagene Kandidat zwar der Stimmenkönig bei der Wahl war, jedoch nicht der stärksten Gruppierung im Gremium angehöre. In Murr sei es lange Tradition, dass die stärkste Gruppierung den Ersten Stellvertreter stelle.
Bei der anschließend durchgeführten geheimen Wahl wurde Gemeinderat Markus Kaiser, der bei der Wahl die meisten Stimmen erhalten hat, mehrheitlich zum Ersten Bürgermeister-Stellvertreter bestimmt und nahm die Wahl an.
Für das Amt des Zweiten Stellvertreters war Gemeinderat Uwe Riedel vorgeschlagen; der Vorschlag wurde vom gesamten Gremium im Wege der Einigung auch angenommen und Gemeinderat Riedel nahm die Wahl an.
Für die Besetzung des Ältestenrates, des Verwaltungs- und Technischen Ausschusses, des Umlegungsausschusses und des Kultur- und Sport-Ausschusses lagen Vorschläge der im Gemeinderat vertretenen Gruppierungen vor, die die Stimmenverhältnisse im Gesamtgemeinderat widerspiegeln, auf die sich die Mitglieder des Gremiums einigten.
Genauso war es bei der Nominierung der Gemeinderats-Vertreter in mehreren Verbänden, Gremien, Versammlungen und Körperschaften, die ebenfalls im Wege der Einigung vorgenommen wurden.
So war der neue Gemeinderat schon nach kurzer Zeit in der ersten Sitzung arbeitsfähig.
Zum Schluss der Sitzung ehrte Bürgermeister Torsten Bartzsch noch Gemeinderat Uwe Riedel für seine 10-jährige Mitgliedschaft im Gremium und den dabei erbrachten ehrenamtlichen Einsatz und überreichte ihm dafür Stele und Urkunde des baden-württembergischen Gemeindetags und ein Präsent der Gemeinde sowie seiner Frau einen Blumenstrauß für den Rückhalt für ihren Mann.

28.06.2019

Aus dem Gemeinderat: Ehrungen und Verabschiedungen zum Ende der Amtsperiode

Geehrte und ausscheidende Gemeinderäte nach der Sitzung vor dem Bürger- und Rathaus – von links nach rechts: Bürgermeister Torsten Bartzsch, Dr. Knut Etzel, Liane Sinn, Gunter Hekel, Eugen Hofmann, Rainer Fröbel, Guido Seitz, Harry Max, Said Benali und Dorothe Heidinger
Geehrte und ausscheidende Gemeinderäte mit Bürgermeister Torsten Bartzsch vor dem Haupteingang des Bürger- und Rathauses

Ehrungen langjähriger Mitglieder und die Verabschiedung ausscheidender Räte standen im Mittelpunkt der letzten Sitzung des bisherigen Gemeinderates, die am Dienstag, dem 25. Juni 2019, auf Einladung von Bürgermeister Torsten Bartzsch bei tropischen Temperaturen im Ratssaal des Bürger- und Rathauses stattfand. Unter den zahlreichen Gästen waren einige Alt-Gemeinderäte und vor kurzem gewählte Mandatsträger des neuen Gemeinderats, der mit seiner ersten Sitzung am kommenden Dienstag, dem 2. Juli 2019, seine Amtsperiode beginnt.
Bevor er jedoch die Ehrungen und Verabschiedungen vornahm, gab Bürgermeister Torsten Bartzsch bekannt, das Landratsamt habe zwischenzeitlich die Rechtmäßigkeit der Gemeinderatswahl vom 26. Mai 2019 festgestellt. Danach befanden die Mitglieder des bisherigen Ratsgremiums per Beschluss einstimmig, dass bei den neu gewählten Räten keine Hinderungsgründe für den Eintritt in den Gemeinderat gemäß den Bestimmungen der Gemeindeordnung bestehen. Somit liegen auch formal alle Voraussetzungen vor, damit die neu gewählten Gemeinderäte kommende Woche ihre Arbeit aufnehmen können.

Ehrungen langjähriger Gemeinderatsmitglieder
Bürgermeister Torsten Bartzsch erläuterte, der Gemeindetag Baden-Württemberg habe für mehrjährige Mitgliedschaft in kommunalen Ratsgremien Ehrungen vorgesehen, um das Engagement für das Gemeinwesen und den tätigen Einsatz für unsere Demokratie an der kommunalen Basis zu würdigen und zu betonen. Daher würden langjährige Gemeinderätinnen und Gemeinderäte mit einer Stele, einer Urkunde und einer Nadel öffentlich ausgezeichnet. Heute könne er die Gemeinderäte Said Benali, Dorothe Hedinger, Uwe Riedel (in Abwesenheit) und Guido Seitz für 10-jährige Mitgliedschaft, Gemeinderätin Liane Sinn und Gemeinderat Dr. Knut Etzel für 20-jährige Mitgliedschaft, die Gemeinderäte Gunter Hekel und Eugen Hofmann für jeweils 25-jährige Mitgliedschaft und Gemeinderat Rainer Fröbel für 30-jährige Mitgliedschaft im Murrer Gemeinderat ehren.
Gemeinderat Said Benali, der auch im neuen Gremium wieder dabei ist, gehört dem Gemeinderat seit 10 Jahren an. Als junger Familienvater waren ihm in dieser Zeit die Belange von Familien und Kinder wichtig, was in seiner Mitgliedschaft im Kindergartenausschuss zum Ausdruck kommt. Aber auch im Verwaltungs- und Technischen Ausschuss bringt er sich ein. Über seine Gemeinderatstätigkeit hinaus ist er in vielen Bereichen in der Gemeinde sehr aktiv und engagiert.
Gemeinderat Guido Seitz ist ebenfalls seit 10 Jahren im Gremium und auch in der neuen Amtsperiode mit dabei. Er gehörte oder gehört dem Verwaltungs- und Technischen Ausschuss, dem Umlegungsausschuss, dem Kultur- und Sport-Ausschuss, dem Gutachterausschuss, dem Aufsichtsrat der früheren Kommunalbau Murr und anderen Gremien an und engagiere sich darüber hinaus im Vorstand des SGV Murr, als einer von drei Sprechern des sehr regen Arbeitskreises Asyl und als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins.
Seit 20 Jahren als Gemeinderätin aktiv und auch Mitglied im neuen Gemeinderat ist Liane Sinn. Sie wirkte oder wirkt mit im Beirat der Sozialstiftung, im Umlegungsausschuss, im Kultur- und Sport-Ausschuss, im Kuratorium der Kleeblatt-Gesellschaft und im Zweckverband des Verbandsbauamts Großbottwar. Darüber hinaus legt sie als Vorsitzende des SGV Murr als größtem Verein im Ort immer großen Wert auf die Interessen und Bedürfnisse der Vereine und ihrer Mitglieder und trägt als Mitglied und langjährige Leiterin der SGV-Gesangsabteilung auch viel zum musikalischen und kulturellen Leben in der Gemeinde bei.
Den Geehrten überreichte Bürgermeister Torsten Bartzsch die Stele, die Urkunde und die Ehrennadel des baden-württembergischen Gemeindetags sowie ein Präsent der Gemeinde und bedankte sich herzlich für die engagierte Mitwirkung und die Zusammenarbeit im Gemeinderat und das ehrenamtliche Engagement für die Gemeinde und ihre Bürgerinnen und Bürger. Für die Partnerinnen und Partner der Geehrten gab es ebenfalls einen Blumenstrauß oder einige Flaschen mit guten Tropfen als Dank dafür, dass sie das Engagement im privaten Bereich mittragen.

Verabschiedung und Ehrung ausscheidender Gemeinderats-Mitglieder
In einem Rückblick auf die zu Ende gehende Amtsperiode des Gemeinderats stellte Bürgermeister Torsten Bartzsch fest, in der Demokratie werde Verantwortung immer auf Zeit übertragen und bei Wahlen neu verteilt. Sehr positiv sei die gute Wahlbeteiligung bei der zurückliegenden Gemeinderatswahl am 26. Mai 2019, die auf starkes Interesse am Geschehen in der Gemeinde schließen lasse. Die zurückliegenden fünf Jahre seien geprägt gewesen von vielen Themen und Projekten, denen sich die Mitglieder des Gemeinderats mit viel Engagement, Arbeit, Ideen und Fleiß gewidmet hätten und die die Gemeinde vorangebracht hätten.
Der Schultes nannte beispielhaft die Unterbringung von Flüchtlingen und lobte in diesem Zusammenhang die engagierte Arbeit der Freiwilligen im Arbeitskreis Asyl, den Neubau eines Jugendhauses, den Ausbau der Kinderbetreuung, die Realisierung neuer Wohngebiete im "Langen Feld" und die bevorstehende Erweiterung des Kleeblatt-Pflegeheims. Er dankte allen Mitgliedern des Gemeinderats für das große Engagement in diesen fünf Jahren und dankte auch den Partnern und Familien, die diesen Einsatz mittragen. Der Einsatz in einem Ehrenamt wie dem als Gemeinderat werde heute oft anders als früher beurteilt. Umso mehr sei die große Sachlichkeit und Zielstrebigkeit hervorzuheben, mit denen die Ratsmitglieder ihr Amt ausgeübt und somit einen wertvollen Beitrag für die Entwicklung des Gemeinwesens und die Demokratie auf örtlicher Ebene geleistet hätten. Dadurch, dass es selten parteipolitische Debatten und Entscheidungen gegeben habe, sondern Sachlichkeit und das Gemeinwohl die Debatten im Gemeinderat geprägt haben, hätte der Gemeinderat das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.
Bartzsch wünschte den ausscheidenden Mitgliedern des bisherigen Gremiums alles Gute, vor allem Gesundheit und Freude über die zusätzliche Zeit, über die sie nun verfügen könnten.
Auf eigenen Wunsch, so Bartzsch, seien sechs Mitglieder des Gemeinderats nicht mehr zur Wahl am 26. Mai 2019 angetreten, scheiden daher aus dem Gremium aus und werden gleichzeitig für die Jahre ihres ehrenamtlichen Engagements geehrt. Damit gehe quasi eine Ära zu Ende, denn insgesamt verlassen 125 Jahre Gemeinderats-Erfahrung heute das Gremium.
Gemeinderätin Dorothe Heidinger sei vor zehn Jahren zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt worden und in dieser Zeit zum Beispiel Mitglied im Zweckverband Gruppenklärwerk Häldenmühle und im Beirat der Sozialstiftung gewesen. Als Teil einer Murrer Familie sei sie sehr im Ort verwurzelt, habe stets das Gemeinwohl im Auge gehabt und ihre eigen Meinung klar vertreten. Als Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins werde sie auch weiterhin ehrenamtlich im Ort aktiv sein.
Nach 15 Jahren im Gremium scheidet auch Gemeinderat Harry Max aus. Sein großes Engagement drücke sich zum Beispiel in seiner Mitarbeit im Kleeblatt-Kuratorium, im Beirat der Sozialstiftung und in der Landeswasserversorgung aus. Als Selbstständiger und Inhaber einer Tankstelle habe er viele Kontakte zu Kunden und Bürgern und daher ein Gespür für deren Bedürfnisse gehabt. Die Interessen der Betriebe wie auch die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen seien ihm immer ein großes Anliegen gewesen. Seine ruhige, ausgleichende Art habe den Beratungen gut getan.
Gemeinderat Dr. Knut Etzel scheidet nach 20-jähriger Tätigkeit aus dem Gemeinderat aus. Als Mitglied im Kultur- und Sport-Ausschuss, im Zweckverband des Gruppenklärwerks Häldenmühle und im Verwaltungs- und Technischen Ausschuss habe er an vielen Themen mitgearbeitet. Durch seinen Beruf als Zahnarzt habe er viele Kontakte zu Einwohnern gehabt und daher immer gewusst, wo der Schuh drückt. In seiner ruhigen überlegten Art seien ihm zukunftsweisende, nachhaltige und konstruktive Lösungen immer wichtig gewesen. In vielen Bereichen konnte er seine vielfältigen Erfahrungen einbringen. Gemeinderat Dr. Etzel bedankte sich bei den Bürgerinnen und Bürgern, bei den Mitgliedern des Ratsgremiums und bei der Gemeindeverwaltung für Zusammenarbeit und Vertrauen in diesen 20 Jahren. Bei vielen schwierigen Entscheidungen konnten dank der guten Atmosphäre im Gemeinderat gute Lösungen gefunden werden. Er befürchte, dass aufgrund von immer mehr Regeln und Vorschriften die Arbeit eines Gemeinderates schwieriger und umständlicher werde und er wünschte dem neuen Ratsgremium eine glückliche Hand.
Mit Gemeinderat Gunter Hekel verlasse nach 25 Jahren das Mitglied das Gremium, das in den letzten 20 Jahren Stimmenkönig gewesen sei. Seit seinem Eintritt in den Gemeinderat sei er in vielen Ausschüssen und Gremien Mitglied gewesen und habe viele Jahre als erster Stellvertreter des Bürgermeisters eine besondere Verantwortung gehabt. Torsten Bartzsch bedankte sich auch persönlich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, als er selbst 2012 als Bürgermeister in Murr begonnen hatte. Als Mitglied einer alten Murrer Familie und Sohn eines langjährigen Gemeinderats kennt Hekel die Verhältnisse im Ort genau und in allen Details und habe auch durch seinen Beruf und als langjähriges Mitglied der Feuerwehr im Ort unzählige Kontakte. Immer sei ihm der Ausbau und der Erhalt der Infrastruktur ein besonderes Anliegen gewesen. Dabei habe Hekel stets einen klaren Standpunkt gehabt und diesen auch immer vertreten.
Gemeinderat Gunter Hekel erinnerte sich an seine Anfangszeit im Ratsgremium, in der er sich in Beratungen und Abstimmungen an die Aufgabe herantasten musste. Er habe sein Amt als Gemeinderat immer als Dienst an seiner Heimatgemeinde und für ihre Einwohner verstanden. Die Zeit im Gemeinderat sei in vieler Hinsicht sehr prägend gewesen. Hekel hob den guten Gemeinschaftsgeist im Ratsgremium und in der Gemeinde hervor, der sich früher noch durch Unternehmungen wie die Sonderzugfahrten ausgedrückt habe. Dieses gute Miteinander, den so genannten "Murrer Weg", wünsche er auch dem neuen Gemeinderat.
Ebenfalls nach 25 Jahren verlässt Gemeinderat Eugen Hofmann auf eigenen Wunsch das Gremium, so Bartzsch weiter. In vielen Ausschüssen und Institutionen wie dem Gemeindeverwaltungsverband, der früheren Kommunalbau Murr, dem Verwaltungs- und Technischen Ausschuss, dem Ältestenrat und als stellvertretender Bürgermeister habe er sich aktiv eingebracht. Als selbstständiger Bäckermeister und Betriebsinhaber habe er immer Wert auf pragmatische Lösungen gelegt. Wichtig sei ihm immer auch der Blick über die Gemeindegrenzen hinaus gewesen und eine intakte und gut ausgebaute Infrastruktur in Murr. Auch als Förderer und Unterstützer vieler Veranstaltungen und Vereine im Ort sei Eugen Hofmann bekannt und geschätzt. Grundlage und Leitlinie für seinen Einsatz als Gemeinderat sei stets die gute Weiterentwicklung der Gemeinde und ihrer Einrichtungen gewesen.
Gemeinderat Eugen Hofmann selber hält es für wichtig, dass den Mitgliedern des Gemeinderats immer das Gemeinwohl das wichtigste Anliegen sei. Auch dass Projekte in der Regel erst dann angegangen werden, wenn die Finanzierung und auch die spätere Unterhaltung gesichert sei, ist ein wichtiger Grundsatz. Der "Murrer Weg", Themen bei allen unterschiedlichen Auffassungen und kontroversen Debatten schließlich gemeinsam zu entscheiden und diese Entscheidung auch gemeinsam zu vertreten, habe sich als gute Vorgehensweise bewährt.
Gemeinderat Rainer Fröbel sei 1989 zum ersten Mal in den Gemeinderat gewählt worden und verlasse das Gremium nun auf eigenen Wunsch nach 30 Jahren, so Bürgermeister Torsten Bartzsch. In dieser Zeit sei er unter anderem Mitglied im Kultur- und Sport-Ausschuss, im Kindergarten-Ausschuss, im Gemeindeverwaltungsverband Steinheim - Murr, im Aufsichtsrat der Kommunalbau, im Verwaltungs- und Technischen Ausschuss, im Beirat der Sozialstiftung und im Ältestenrat gewesen und habe auch als Bürgermeister-Stellvertreter besondere Verantwortung übernommen. Er habe sich sehr breit und auf vielen Themenfeldern engagiert und aktiv eingebracht. Als Lehrer und Rektor habe er natürlich über viel Fachwissen und Erfahrungen in diesem Bereich gehabt und dieses wie in den Bereichen Betreuung und Soziales zum Nutzen der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Seine rhetorische Begabung und Artikulationskunst hätten in den Beratungen des Gemeinderats oft neue Wege und Horizonte aufgezeigt. Auch in 20 Jahren als Mitglied des Kreistags habe er zum Wohle der Gemeinde gearbeitet. Neben dem Engagement als Gemeinderat sei Gemeinderat Fröbel auch im Arbeitskreis Asyl, als Mitglied des SGV-Chors und des Kirchenchors aktiv und werde sicher auch weiterhin aktiv am Gemeindeleben mitwirken.
Gemeinderat Rainer Fröbel dankte für die Würdigung und erinnerte an seine Anfangszeit als Gemeinderat, in der viele soziale und politische Umbrüche passiert seien. Vom Studium in Heidelberg über das Engagement in einer Bürgerinitiative nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl bis hin zum Mitglied des Ratsgremiums habe er viele Entwicklungen erlebt und viel gelernt. Fröbel hob besonders die wohldosierte, solide Finanzpolitik in Murr hervor, die es erlaube, auch schwierige Themen entspannt anzugehen und wichtige Projekte leichter zu planen. Er dankte den Kollegen im Gemeinderat, Bürgermeister Torsten Bartzsch und den Mitarbeitern der Gemeinde für die vertrauensvolle und offene Zusammenarbeit und wünschte dem neuen Ratsgremium alles Gute für die Arbeit.
Bürgermeister Torsten Bartzsch überreichte den Gemeinderäten Heidinger, Dr. Etzel, Hekel, Hofmann und Fröbel die Stele, die Urkunde und die Ehrennadel des Gemeindetags Baden-Württemberg, ein Präsent der Gemeinde sowie allen Ausscheidenden für die Mitwirkung im Gemeinderat noch ein besonderes Geschenk. Zudem bedankte sich der Schultes bei den Partnerinnen und Partnern der nun ehemaligen Gemeinderäte herzlich dafür, dass sie das Ehrenamt im familiären Bereich immer mitgetragen haben und oft auf den Partner verzichten mussten. Auch dafür gab es jeweils ein Geschenk als Zeichen des Dankes.
Im Anschluss sprachen die Vertreter der politischen Gruppierungen - Liane Sinn für die Freie Wählervereinigung, Markus Kaiser für die CDU und Guido Seitz für die SPD - ihren ausscheidenden Mitgliedern herzlichen Dank für ihre Arbeit im Gemeinderat und die Zusammenarbeit aus und gaben der Hoffnung Ausdruck, auch in Zukunft von der Erfahrung und dem Rat der ausscheidenden Kollegen noch zu profitieren.
Danach beendete Bürgermeister Torsten Bartzsch als Vorsitzender zum letzten Mal offiziell eine öffentliche Sitzung des Gemeinderats in der Amtsperiode 2014 bis 2019.

25.06.2019

Richtfest am Jugendhaus-Neubau schon dreieinhalb Monate nach Spatenstich

Bürgermeister Torsten Bartzsch (links) und Architekt Albrecht Scheible (zweiter von links) beim Richtfest
Bürgermeister Bartzsch und Architekt Scheible vor den Gäste ndes Richtfests
Nach dem Richtfest zerschmettert der Zimmermann sein Glas auf dem Boden
Der Zimmerman zerschmetter das Glas vom Dach des Neubaus

Bereits dreieinhalb Monate nach dem offiziellen Spatenstich für den Jugendhaus-Neubau am Hermannsplatz im März dieses Jahres konnte am Freitag, dem 14. Juni 2019, das Richtfest gefeiert werden. In Anwesenheit von Mitgliedern des Gemeinderates, Planern, Vertretern am Bau beteiligter Firmen und Büros und Mitarbeitern und Besuchern des Jugendhauses freute sich Bürgermeister Torsten Bartzsch über den schnellen und reibungslosen Baufortschritt. Im Frühjahr 2020 soll der rund 2,5 Millionen Euro teure Neubau fertiggestellt sein.
Bartzsch erinnerte an den sorgfältig vorbereiteten Beschluss des Gemeinderates vor etwa drei Jahren, das neue Jugendhaus am Hermannsplatz zu errichten, als immer deutlicher wurde, dass der bisherige Standort des Jugendhauses im Alten Schulhaus am Kirchplatz wegen räumlicher Enge und fehlendem Freibereich den Anforderungen an eine qualitativ gute offene Jugendarbeit nicht mehr genügt. "Wir wollen gute Rahmenbedingungen für die Kinder und Jugendlichen schaffen und das Geld dafür ist hier gut angelegt", so der Schultes.
Er erinnerte an die Gespräche, Abstimmungen und Planungen im Vorfeld, in denen Hochwasser- und Grundwasserschutz, Lärmschutz und Parkplätze eine Rolle spielten. Alles sei in die Planung mit eingeflossen und es gebe zum Beispiel jetzt genauso viel Parkplätze wie vorher. Bartzsch sprach dem Architekturbüro "D'Inka Scheible Hofmann Lewald" und den beteiligten Firmen ein Lob für den guten Entwurf und die bisherige engagierte Arbeit in der Bauphase aus, alles sei bislang hervorragend zusammengelaufen.
Mit den Jugendhausleitern Ulrich Harsch und Cordula Kraft werde derzeit auch schon an einer Konzeption gearbeitet, mit der das neue Haus dann auch mit Leben erfüllt werden soll. Dazu werde neben der bisherigen FSJ-Stelle, die im Herbst neu besetzt werden, weiteres Personal gesucht.
Auf das Raumprogramm ging danach Architekt Albrecht Scheible vom Planungsbüro ein. Neben dem großen Saal, der viel Platz auch für Bewegungsmöglichkeiten habe, und dem zentralen Thekenbereich biete das neue Haus auch Rückzugsmöglichkeiten für Beratungsgespräche, Musikhören oder andere Aktivitäten.
Nachdem der Zimmermann den Richtspruch vom Dach vorgetragen, dem neuen Haus und seinen Nutzern alles Gute gewünscht und zur Bekräftigung sein Glas auf dem Boden zerschmettert hatte, konnten die Gäste des Richtfestes unter Führung des Architekten anschließend den Rohbau besichtigen. Danach lud Bürgermeister Torsten Bartzsch alle Anwesenden noch zu einem zünftigen Vesper ein.

24.05.2019

Petra Durst-Benning in Murr

Auch in Murr hat sie zahlreiche Fans: Petra Durst-Benning, eine der erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen. Am Donnerstag, dem 9. Mai 2019, war sie zu Gast im Murrer Bürgersaal, um ihr neuestes Buch vorzustellen: Den zweiten Band der neuen Reihe "Die Fotografin".
Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine junge Frau Anfang des 20. Jahrhunderts, Mimi Reventlow, die für die damalige Zeit schon sehr emanzipiert war, wie so manche Frauen-Figur in den inzwischen über 20 bisher erschienenen Romanen der Autorin. Mimi Reventlow ist Fotografin, übt also einen Beruf aus, was für Frauen der damaligen Zeit schon ungewöhnlich war.
Wie Petra Durst-Benning ihren Leserinnen im Anschluss an die Lesung verriet, wendet sie für jeden Plot ihrer Bücher viel Zeit zur Recherche im Vorfeld auf, und so erfuhren die Zuhörerinnen viel Interessantes über die Anfänge der Fotografie und auch über die beginnende Industrialisierung mit allen ihren Verwerfungen in der Textilherstellung, speziell der Leinenweberei in Laichingen auf der schwäbischen Alb, wo die Geschichte um Mimi Reventlow spielt. Es entwickelte sich eine fesselnde Geschichte, die von der sympathischen Autorin spannend vorgetragen wurde.
Ein umfangreicher Büchertisch der Buchhandlung Taube aus Marbach bot in ansprechender Weise jede Menge Bücher der Autorin an und rundete damit den rundum gelungenen Veranstaltungsabend ab.

24.05.2019

Fantasie und Wirklichkeit werden in Bildern dreier Malerinnen lebendig

Ausstellung von Gisela Göppel, Brigitte Traub und Monika Waldmann wurde am 12. Mai eröffnet - Werke bis zum 30. Juni 2019 im Bürger- und Rathaus zu sehen

Eine große Zahl von Kunstinteressierten fand am Sonntag, dem 12. Mai 2019, den Weg ins Bürger- und Rathaus, um an der Eröffnung einer Ausstellung mit Bildern von Gisela Göppel, Brigitte Traub und Monika Waldmann teilzunehmen. Bürgermeister Torsten Bartzsch zeigte sich in seiner Begrüßung als Hausherr erfreut, dass am späten Nachmittag des Muttertags so viele Besucherinnen und Besucher gekommen waren, um die Vernissage unter dem Titel "Fantasie und Wirklichkeit" mitzuerleben. Gerne öffne die Gemeinde das Bürger- und Rathaus für die Kunst, so der Schultes, weil das Gebäude dafür gute Voraussetzungen habe, weil dann für einige Wochen anregende und inspirierende Kunstwerke die Wände schmücken und weil dadurch interessierte Besucher das Haus besuchen und die Räume beleben.
Unter den Gästen begrüßte Bartzsch auch seinen Amtsvorgänger, Murrs Ehrenbürger Manfred Hollenbach mit Ehefrau, und seinen Beilsteiner Amtskollegen Patrick Holl mit Ehefrau.
Diese, Désirée Holl, hatte auch eine Aufgabe bei der Vernissage übernommen, nämlich die der Einführungsrednerin. Ihr gelang es, als Kunsthistorikerin sehr fachkundig, aber gleichzeitig auch sehr persönlich und einfühlsam, dazu überaus lebendig über die Werke in der Ausstellung sowie die künstlerische Handschrift der drei Malerinnen zu sprechen und sie den Gästen nahezubringen. Dazu hatte sie ausführliche Vorgespräche mit Gisela Göppel, Brigitte Traub und Monika Waldmann geführt und sich vor der Ausstellungseröffnung vor Ort bereits ein Bild von den gezeigten Werken gemacht.
Als Leitmotiv wählte sie den Titel der Ausstellung "Fantasie und Wirklichkeit", der in den Bildern - ob eher abstrakt oder eher gegenständlich - wie auch in der gesamten Ausstellung eine Rolle spiele. Ohne Fantasie sei künstlerisches Schaffen nicht möglich, sie sei der Antrieb, aus eigener Anschauung der Wirklichkeit heraus und den Emotionen, Assoziationen und Stimmungen, die dadurch ausgelöst werden, ein Bild, ein Kunstwerk zu erschaffen.
Fantasie werde aber auch beim Betrachter ausgelöst, der beim Anschauen der Bilder seine ganz eigenen Eindrücke habe und sich eigene Gedanken zu ihnen mache.
Dies gelte, so Désirée Holl, auch, wenn die künstlerischen Voraussetzungen, Entwicklungen und Handschriften der drei Malerinnen unterschiedlich seien. So habe Gisela Göppel eine fundierte künstlerische Ausbildung absolviert und ist unter anderem als Dozentin für Aquarelltechnik tätig. Ihre Bilder in Aquarell, Pigment- und Mischtechniken wurzeln oft in einer Fantasiewelt und haben meist eine Prise Humor.
Monika Waldmann bevorzugt Landschaften und Blumen als Motive und Brigitte Traub malt oft nach Motiven, die sie von Reisen als Fotos mitgebracht hat.
Alle drei Künstlerinnen sind Teil einer Malgruppe, lernen mit- und voneinanderund malen schon seit Jahren miteinander.
Mit nahezu 80 Bildern ist die Ausstellung sehr reichhaltig, vielfältig und abwechslungsreich, was die Malstile, Techniken und Bildmotive angeht.
Die musikalische Gestaltung der Vernissage am 12. Mai 2019 haben der Gitarrist Julian Staudenmaier und die Sängerin Miriam Lutz beigesteuert. Mit ihren vielfältigen Stücken zeigten sie ihr großes Können, musikalischen Schwung und Sensibilität und dass sie hervorragend aufeinander eingespielt sind und setzten so der Veranstaltung noch ein weiteres Glanzlicht auf.
Die Ausstellung wird im Bürger- und Rathaus Murr bis zum 30. Juni 2019 zu den folgenden Öffnungszeiten des Bürgermeisteramtes Murr zu sehen sein: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr, Montag von 13.30 bis 18.00 Uhr, Dienstag von 13.30 bis 16.30 Uhr und Donnerstag von 13.30 bis 17.30 Uhr.

10.05.2019

Mordfälle mit reizvollem Bouquet und perfekter musikalischer Note

Barbara Gräsle und Stephan Kalinke
Die Musiker Barbara Gräsle und Stephan Kalinke mit Instrumenten auf der Bühne des Bürgersaals
Sprecher Rudolf Guckelsberger
Sprecher Rudolf Guckelsberger auf der Bühne in Aktion

Abend mit Duo "BitterGreen", Sprecher Rudolf Guckelsberger und besonderen Tropfen als perfekte Unterhaltungs-Cuvée

Was sich mancher vielleicht nicht so recht vorstellen konnte - eine Kombination aus Musik, Texten und besonderen Weinen - erwies sich am Samstag, dem 4. Mai 2019, im Murrer Bürgersaal als perfekte Unterhaltungs-Cuvée, als das Duo "BitterGreen" mit den Musikern Barbara Gräsle und Stephan Kalinke und Sprecher Rudolf Guckelsberger ihr Programm "Tödlich im Abgang - Weinkrimis und Musik" auf Einladung der Veranstaltungsreihe "Kulturprisma Murr" präsentierten. Eine fein aufeinander abgestimmte Mischung aus schöner Musik, subtil-makabren Krimitexten, die überaus lebendig vorgetragen wurden, und einigen besonderen Tropfen direkt aus Murr begeisterte die rund 50 Gäste im Bürgersaal ohne Einschränkungen.
"BitterGreen" - das waren an diesem Abend die studierte und preisgekrönte Gitarristin, Banjo-Spielerin und Sängerin Barbara Gräsle und der wandlungsfähige und stimmgewaltige Sänger, Bassist und Mandolinen-Spieler Stephan Kalinke. Als perfekt aufeinander eingespieltes Duo spielten und sangen sie Lieder vornehmlich von großen amerikanischen Singer-Songwritern wie John Denver, Gordon Lightfoot, James Taylor oder Jim Croce. Lieder, die Geschichten erzählen und dabei Bilder im Kopf entstehen lassen, Songs, die den meisten vertraut sind, die man sofort mitsummen kann und dies auf eine ungemein feinfühlige, musikalisch perfekte Weise und mit viel Liebe zum Detail arrangiert und dargeboten. Perfekt das variantenreiche, dynamisch-sensible Gitarrenspiel von Barbara Gräsle auf verschiedenen Instrumenten (darunter eine eigens für sie gebaute neun-saitige Gitarre), kongenial die Bassbegleitung von Stephan Kalinke und sein wandlungsfähiger Gesang und absolut hinreißend die zweistimmigen Gesangsparts. Dies alles verlieh vertrauten Stücken wie "Time in a bottle", "If you could read my mind" oder auch "Kugel im Colt" von Udo Lindenberg eine besondere, persönliche Note und war Takt für Takt einfach ein wunderbarer Hörgenuss. Dazu die sympathisch-unprätentiöse Ausstrahlung der beiden Musiker, die das Publikum von der ersten Minute begeisterte.
Quasi als dritter Musiker auf der Bühne erwies sich Sprecher Rudolf Guckelsberger. Der bekannte SWR-Moderator und Nachrichtensprecher modulierte mit seiner wohltönenden Stimme die Krimitexte wie Musikstücke - vielfältig, nuanciert, spannend und überaus lebendig. Dabei handelte es sich beileibe nicht um schöne Begebenheiten, die er da vorträgt. Mordtaten sind es, Kriminalfälle von bekannten Autoren, die jeder für sich Perlen der Formulierkunst darstellen, aber durchweg eine mal mehr, mal weniger makabre Note haben. Subtil, wie ein Mann geschildert wird, der seine mittlerweile ungeliebte Ehefrau loswerden will und letztendlich selber zum Opfer seiner Gattin wird. Auch die Leidenschaft für gute Tropfen, kombiniert mit typisch männlicher Sammellust, kostet das eine oder andere Opfer das Leben. Es tut einem ja wirklich in der Seele weh, wenn geschildert wird, wie die Gefährtin eines Mannes dessen wertvolle Champagner-Sammlung als Vollbad missbraucht oder in "Tod einer Weinkönigin" die junge unsensible Geliebte einen edlen Tropfen in der Mikrowelle und mit einem Beutel Glühwein-Gewürz misshandelt. Wie Rudolf Guckelsberger diese makabren Begebenheiten auf der Bühne lebendig macht, wie er sprachlich in die verschiedenen Rollen schlüpft, wie er - mal laut, mal leise, mal drohend, mal einschmeichelnd - den Gefühlen der Protagonisten Ausdruck verleiht, ist schlichtweg begeisternd. Er ist ein Meister der Sprechkunst und wird wie die Musiker immer wieder mit Beifall belohnt.
Passend zu den Geschichten wurde den Gästen im Bürgersaal eine Auswahl besonderer Tropfen aus Murrer Anbau angeboten. So konnte man sich in das "Champagner-Bad" mit einem hauseigenen Sekt noch besser hineinfühlen. Ein edler Roséwein garnierte die Geschichte "Großer schwarzer Vogel" von Simone Ruggeri und ein rosa Chardonnay symbolisierte für das Publikum den edlen Tropfen, der in einer anderen Geschichte vom späteren Opfer als schnöder "Rotspon" bezeichnet wird - was den Weinliebhaber zum Mörder werden lässt. Mit einem Gläschen Lemberger konnten sich die Gäste besser hineinversetzen in die Gefühle des verletzten Liebhabers, als er seinen edlen Tignanello als Glühwein enden sieht. Zum Schluss servierte das engagierte Kulturprisma-Bewirtungsteam Karin Schmudde, Martina und Konrad Storz jedem Besucher noch ein paar köstliche Pralinen aus Murrer Herstellung, die die abschließende Geschichte nicht nur illustrierten, sondern auch versüßten.
Insgesamt erlebten die Besucher im Bürgersaal mit Barbara Gräsle, Stephan Kalinke und Rudolf Guckelsberger und ihrem Programm "Tödlich im Abgang" einen Abend, der Gehör- und Geschmackssinn auf besondere und vielfältige Art und Weise verwöhnte, was sie zum Schluss auch mit begeistertem Applaus zum Ausdruck brachten. Eine Zugabe von Musikern und Sprecher war die Belohnung.

12.04.2019

Aus dem Gemeinderat (Sitzung vom 9. April 2019)

Die Verabschiedung des Haushaltsplans für 2019, des letzten nach dem traditionellen kameralen System vor Einführung des neuen kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens, stand im Mittelpunkt der Sitzung, zu der sich die 14 Mitglieder des Gemeinderats am Dienstag, dem 9. April 2019, unter Vorsitz von Bürgermeister Torsten Bartzsch im Ratssaal des Bürger- und Rathauses trafen.
Daneben wurden Bauaufträge für die Umgestaltung der Heerstraße zwischen Frauenstraße und Steinäckerstraße, für den Jugendhaus-Neubau und für die Anlage eines Generationenplatzes im Gebiet "Langes Feld VI" vergeben. Für die Neuorganisation der Gutachterausschüsse auf überörtlicher Ebene aufgrund der neuen Gutachterausschussverordnung hat der Gemeinderat ebenfalls die notwendigen Beschlüsse gefasst. Zudem brachte das Gremium die Modernisierung von Technik und Möblierung im Bürgersaal des Bürger- und Rathauses auf den Weg.
Bürgermeister Torsten Bartzsch konnte als Vorsitzender auch etliche Zuhörerinnen und Zuhörer, darunter Vertreter der örtlichen Presse, im Ratssaal begrüßen.

Haushaltsplan für das Jahr 2019
Der Haushaltsplan für das Jahr 2019 sei der letzte, der nach der traditionellen kameralistischen Systematik erstellt worden sei, so Bürgermeister Torsten Bartzsch; ab 2020 gelte auch in Murr das neue kommunale Haushalts- und Rechnungswesen, dessen Einführung in diesem Jahr vorbereitet werde.
Die allgemeine wirtschaftliche Lage scheine sich momentan etwas einzutrüben, so Bartzsch, doch könne man in Murr 2019 mit Rekord-Steuereinnahmen rechnen und werde mit diesen Einnahmen beträchtliche Investitionen in die Infrastruktur bestreiten.
Kämmerer Albrecht Keppler erläuterte sodann die wichtigsten Zahlen des Planwerks, seinem 39. Haushaltsplan, den er in Murr verantworte. Gegenüber der Vorberatung im Dezember 2018 habe sich nichts Wesentliches geändert.
Mit 19,4 Millionen Euro weise der Verwaltungshaushalt mit den Einnahmen und Ausgaben des laufenden Betriebs das höchste Volumen der Gemeindegeschichte auf. Positiv sei, dass dies vor allem den hohen Einnahmen zu verdanken sei, vor allem den Steuereinnahmen, die erfreuliche 66 % der Gesamteinnahmen ausmachen. An Steuern und Zuweisungen rechne man 2019 mit rund 12,9 Millionen Euro und damit mit rund 1 Million Euro mehr als im letzten Jahr. Auch dieses Jahr werde optimistisch geplant und mit 5 Millionen Einnahmen aus der Gewerbesteuer gerechnet. Erfreuliche Konsequenz sei unter anderem, dass Steuern, Gebühren und Abgaben, zum Teil schon seit Jahren stabil, auch 2019 nicht erhöht werden müssen.
Dem gegenüber stehen im Verwaltungshaushalt vor allem die Ausgaben für Verwaltung und Betrieb der Gemeindeeinrichtungen, die sonstigen Finanzausgaben (unter anderem die Umlagen an Land und Landkreis) und die Personalausgaben. Die Aufwendungen für die rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinde (auf etwa 65 Vollzeitstellen) mit gut 3,8 Millionen Euro seien der am stärksten wachsende Ausgabenposten. Dem stehen aber vielfältige Leistungen und Angebote der Gemeinde für die Bürgerinnen und Bürger gegenüber, so der Kämmerer.
Erfreulich sei auch, dass in diesem Jahr mit einer Zuführung von gut 3,4 Millionen Euro an den Vermögenshaushalt gerechnet werden könne. Dieser, mit 9,1 Millionen Euro der zweithöchste Vermögenshaushalt in der Gemeindegeschichte, sei 2019 geprägt von beträchtlichen Investitionen und Baumaßnahmen, mit denen die Infrastruktur der Gemeinde ausgebaut und verbessert werde. Der Neubau eines Jugendhauses, die Erweiterung des Kleeblatt-Pflegeheims, Erneuerung von Gebäuden im Freibad "Wellarium", Erweiterungen des Kinderbetreuungsangebots und Erneuerung und Umgestaltung von Straßen seien hier die größten Maßnahmen, insgesamt betrage das Investitionsvolumen im Jahr 2019 etwa 7,4 Millionen Euro. Auch für neue Aufgaben wie zum Beispiel Überlegungen über die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum würden Mittel im Haushaltsplan bereitgestellt.
Für diese Ausgaben, so Kämmerer Keppler, sei eine Entnahme aus der Rücklage, dem Sparstrumpf der Gemeinde, in Höhe von knapp 3,7 Millionen Euro notwendig. Auch in den kommenden Jahren werde man auf die Rücklage zurückgreifen müssen, um Erhalt, Erneuerung und Ausbau der Infrastruktur und der Angebote der Gemeinde zu finanzieren.
Insgesamt müsse man damit rechnen, dass die Spielräume der Gemeinde in Zukunft etwas kleiner werden könnten, doch könne man auf einer soliden und zufriedenstellenden finanziellen Grundlage ins Jahr 2019 blicken, fasste Keppler den aktuellen Haushalt zusammen.
In der Beratung des Gemeinderats wurde unter anderem auf Zeiten zurückgeblickt, in denen die Gemeinde noch Schulden hatte und für wichtige Maßnahmen Darlehen aufnehmen musste. Die Entwicklung zur guten aktuellen Situation sei nicht selbstverständlich, sondern beruhe auf Sparsamkeit, Realismus und Solidität. Positiv sei, dass mit Baumaßnahmen wie dem neuen Jugendhaus und der Erweiterung von Betreuungsangeboten für Kinder in die Zukunft investiert werde. Entscheidungen für solche Projekte, aber auch für die Unterbringung von Flüchtlingen zeigen nicht nur, dass heute viele Themen anders als vor zwanzig Jahren behandelt werden, sondern dass auch der Gemeinderat insgesamt für gute Lösungen auf kommunaler Ebene und damit für eine gute Entwicklung der Gemeinde sorge und den inneren Zusammenhalt fördere.
Nachdem die Mitglieder des Gremiums Gemeindekämmerer Keppler, seinem Team und der Gemeindeverwaltung insgesamt für die solide Arbeit im Interesse der gesunden finanziellen Situation der Gemeinde gedankt hatten, wurde der vorgeschlagene Haushaltsplan für das Jahr 2019 einstimmig verabschiedet.

Vergabe der Arbeiten für die Umgestaltung der Heerstraße zwischen Frauenstraße und Steinäckerstraße
Im Januar hatte der Gemeinderat eine Umgestaltung der Heerstraße zwischen Frauenstraße und Steinäckerstraße im Zusammenhang mit der Neubebauung des ehemaligen Thürrauch-Areals beschlossen (s. Nachrichtenblatt Nr. 4 vom 25. Januar 2018, Seite 2).
Jürgen Ruoff, der Leiter des Verbandsbauamtes Großbottwar, war in der Sitzung anwesend und erläuterte dem Gremium, dass auf die Ausschreibung drei Angebote für die Ausführung der Arbeiten eingegangen seien. Im Gremium wurde darüber beraten, inwieweit die Bedürfnisse von Personen mit Einschränkungen beim Gehen (Rollator-Fahrer) und beim Sehen bei der Gestaltung der Randsteine Berücksichtigung finden. Nach den Worten von Herrn Ruoff habe man diesen Anforderungen durch einen so weit wie möglich abgesenkten Gehweg Rechnung getragen; eine Lösung, die beiden Gruppen gerecht werde, sei aber an dieser Stelle nur schwer zu realisieren und mache an einem einzigen Punkt als Insellösung auch wenig Sinn.
Das Gremium kam überein, dieses Thema einmal grundsätzlich zu beraten und vergab die Arbeiten einstimmig an den günstigsten Bieter, die Firma Eurovia Teerbau aus Stuttgart.

Änderung des Bebauungsplans "Haugweg" im Bereich des Grundstücks Talstraße 1 bis 5
Die ehemaligen Gebäude auf dem Grundstück Talstraße 1 bis 5, unter anderem eine Werkstatt, sollen abgerissen und das Areal nach dem Wunsch eines Bauträgers mit einem 8-Familien-Haus bebaut werden. Wie Hauptamtsleiterin Brigitte Keller erläuterte, entspricht eine Nachverdichtung im Innenbereich und eine Wohnnutzung brachliegender Gewerbeflächen im Ort den grundsätzlichen städtebaulichen Zielsetzungen. Daher müsse der Bebauungsplan, der an dieser Stelle ein Dorfgebiet mit zweigeschossiger Bauweise vorsieht, geändert werden. Diese Bebauungsplan-Änderung könne nach dem Baugesetzbuch im beschleunigten Verfahren durchgeführt werden. Der Entwurf dafür werde vom Bauträger ausgearbeitet und in einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderats vorgestellt.
Der Gemeinderat begrüßte das Bauprojekt und leitete die Aufstellung eines Planes zur Änderung der bestehenden Planfestsetzungen einstimmig ein.

Vergabe weiterer Gewerke für den Neubau des Jugendhauses
Am 1. März 2019 fand mit dem Spatenstich der offizielle Start des Neubaus eines Jugendhauses am Hermannsplatz statt (s. Nachrichtenblatt Nr. 10 vom 8. März 2019, Seite 2) statt. Der Bau, so Bürgermeister Torsten Bartzsch in der Sitzung, schreite planmäßig voran.
Er schlug vor, weitere Aufträge für die Klempner- und Schlosserarbeiten, die Schiebladenkonstruktion, die Innentüren, die Estrich-, Fliesen-, Parkett- und Malerarbeiten zu vergeben. Die Auftragssumme für diese Gewerke liege insgesamt nur leicht über der Kostenschätzung der Architekten.
Einstimmig vergab der Gemeinderat daraufhin die Aufträge für die genannten Gewerke an den jeweils günstigsten Bieter.

Vergabe der Arbeiten für einen Generationenplatz im Baugebiet "Langes Feld VI, 3. Abschnitt"
Im Dezember 2018 hatte der Gemeinderat beschlossen, den im Bebauungsplan vorgesehenen Generationenplatz im Neubaugebiet "Langes Feld VI, 3. Abschnitt" auf Grundlage eines Entwurfs des Planungsbüros "Kukuk Freiflug" GmbH aus Stuttgart anlegen und gestalten zu lassen. Die notwendigen Arbeiten dafür wurden zwischenzeitlich ausgeschrieben.
Nach den Worten von Bürgermeister Torsten Bartzsch sind sechs Angebote eingegangen, das günstigste von der Firma Garcke aus Ingersheim liege mit knapp 60.000 Euro etwas unter der ursprünglichen Kostenberechnung. Auf seinen Vorschlag hin vergab der Gemeinderat daraufhin den Auftrag einstimmig an diese Firma.

Gründung eines Zweckverbandes "Gemeinsamer Gutachterausschuss Bottwartal und Umgebung"
Bürgermeister Torsten Bartzsch erläuterte den Ratsmitgliedern, aufgrund der neuen Gutachterausschussverordnung aus dem Jahr 2017 sollen in Baden-Württemberg neue Gutachterausschüsse auf übergemeindlicher Ebene gebildet werden. Die bisherige kleinteilige Struktur mit landesweit rund 1.000 Gutachterausschüssen gewährleiste nach Auffassung des Landes aufgrund der kleinen Zuständigkeitsbereiche nicht länger die Erfüllung der Aufgaben in der notwendigen Vollständigkeit und der erforderlichen Qualität.
Zudem muss nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes die Bewertung von Grundstücken als Grundlage für die Besteuerung auf eine neue Grundlage gestellt werden, die die Gutachterausschüsse vor völlig neue Herausforderungen stellen würde.
Ziel sei es daher, so der Schultes, neue überörtliche Gutachterausschüsse für mehrere Gemeinden zu bilden. Mit den Städten und Gemeinden Affalterbach, Benningen, Erdmannhausen, Großbottwar, Marbach am Neckar, Oberstenfeld, Pleidelsheim und Steinheim an der Murr wurden dazu bereits mehrfach Gespräche geführt. Um die Aufgaben in Zukunft sach- und fachgerecht zu erfüllen, solle im Sommer ein Zweckverband gegründet werden. Dieser solle seinen Sitz in Großbottwar haben, das erforderliche Personal einstellen und in Zukunft für alle beteiligten Kommunen Gutachten erstellen, die Kaufpreissammlung führen und die Bodenrichtwerte ermitteln. In einer Verbandsversammlung seien die einzelnen Gemeinden durch den Bürgermeister vertreten, in den gemeinsamen Gutachterausschuss sollen je Kommune mindestens zwei, höchstens aber vier Gutachter bestellt werden.
Der Schultes schilderte die wichtigsten Details der vorgeschlagenen Satzung, in der die Arbeit des Zweckverbandes und auch die Finanzierung und Verteilung der anfallenden Kosten geregelt werde. Danach soll der neue Verband im Sommer gegründet werden und im August 2019 seine Arbeit aufnehmen.
Einstimmig stimmte der Gemeinderat den Vorschlägen, der Satzung und dem Beitritt der Gemeinde Murr zum neuen Zweckverband zu und benannte im Anschluss auch gleich vier Personen, die von der Gemeinde Murr als Vertreter im neu zu bildenden überörtlichen Gutachterausschuss vorgeschlagen werden.

Modernisierung des Bürgersaals
Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren wurde das Bürger- und Rathaus eingeweiht. Nach dieser Zeit sei festzustellen, so Bürgermeister Torsten Bartzsch, dass insbesondere Technik und Ausstattung des Bürgersaals nicht mehr zeitgemäß und erneuerungsbedürftig sind.
Dies gelte zum Beispiel für die 300 Stühle. Man habe mit dem Kultur- und Sport-Ausschuss unter mehreren Musterstühlen einen Holzstapelstuhl mit geteiltem Polster ausgesucht, der mit Sitz- und Reihennummerierung versehen werden könne. Für die Anschaffung von 300 solcher neuer Stühle fallen nach einem vorliegenden Angebot ca. 43.000 Euro an.
Um die Erneuerung von Ton- und Lichttechnik anzugehen, sei ein örtlicher Fachmann für Veranstaltungstechnik hinzugezogen worden. In den Gesprächen mit diesem habe sich herausgestellt, dass eine Erneuerung der Bühnentechnik auf dem jetzigen Standard am sinnvollsten sei, die für den Großteil der Veranstaltungen im Bürgersaal ausreiche. Sonder- oder Spezialausstattungen für einzelne Veranstaltungen könnten hinzugemietet werden, einzelne Künstler oder Gruppen bevorzugen in der Regel ihre eigene Ton- und Lichttechnik.
Darauf sei ein detailliertes Leistungsverzeichnis erstellt worden, nach dem für die Erneuerung der Lichttechnik ein Aufwand von ca. 48.000 Euro und für die der Tontechnik ca. 42.000 Euro geschätzt werden.
Für die Erneuerung des Bühnenvorhangs, der in Zukunft nicht mehr von unten nach oben, sondern zu den Seiten hin öffnen solle, und neue seitliche und hintere Aufhänge würden etwa 20.000 Euro Kosten anfallen, so der Schultes.
Der Gemeinderat stimmte zu, die Anschaffung der vorgeschlagenen Stühle gleich in Auftrag zu geben und für die Erneuerung von Ton-, Lichttechnik und Vorhänge Ausschreibungen durchzuführen und die Aufträge dafür dann aufgrund der eingegangenen Angebote zu vergeben. Die Arbeiten sollen nach den Worten von Bürgermeister Torsten Bartzsch in den Sommerferien durchgeführt werden, wenn in der Regel keine Veranstaltungen im Bürgersaal stattfinden.

05.04.2019

Neue Wellenmaschine für das Wellarium

Einbau der Wellenmaschine im Wellarium

Gegen Ende der letzten Freibadsaison 2018 ist die alte Wellenerzeugungsanlage des Mineralwellenfreibads "Wellarium" kaputtgegangen. Aus diesem Grund wurde für das Mineralfreibad eine neue Wellenmaschine von der API Water Fun GmbH erworben.
Bereits in der vergangenen Woche baute die Firma API mit Unterstützung der Firma Wildermuth aus Bietigheim-Bissingen die neue Anlage unterirdisch im Freibad ein.
Die Gesamtkosten der Maßnahmen belaufen sich auf ca. 104.000,00 Euro.
Somit ist der Wellengang im Wellarium pünktlich zu Beginn der diesjährigen Freibadsaison ab dem 1. Mai 2019 sichergestellt.

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