Aus dem Gemeinderat
Unter dem Vorsitz von Bürgermeister Bartzsch trafen sich die Gemeinderäte zu der turnusmäßigen Sitzung am 21. Juli 2026 im Bürgersaal des Bürger- und Rathauses. Folgende Punkte wurden diskutiert und beschlossen:
Kommunale Wärmeplanung
- Durchführung einer Machbarkeitsstudie für ein mögliches Wärmenetz in der Ortsmitte
Bürgermeister Bartzsch leitete in dieses Thema ein, informierte über die Durchführung eines „Quick-Checks“, den die Ludwigsburger Energieagentur durchführte und begrüßte Herr Gruseck von der Ludwigsburger Energieagentur.
Herr Gruseck erläuterte die Vorgehensweise bei einem „Quick-Check“. Es wurde untersucht, welche Möglichkeiten der erneuerbaren Wärmeversorgung für Murr wirtschaftlich sind.
Herr Gruseck stellt die Ergebnisse des „Quick-Ckecks“ vor und teilte mit, dass eine alternative Wärmeversorgung für Murr wirtschaftlich ist und dies nun mit einer Machbarkeitsstudie genau untersucht werden müsste, welche Wärmeversorgung für die jeweiligen Bereiche in Murr in Frage kommen.
Der Gemeinderat beschloss mit großer Mehrheit die Durchführung einer vertieften Untersuchung im Rahmen einer BEW-Machbarkeitsstudie (Modul 1) für ein potenzielles Wärmenetz zwischen der Kirchgasse und dem Dorfplatz auf Grundlage der Kommunalen Wärmeplanung und der Ergebnisse des „Quick-Checks“ der LEA.
Klimaschutz
- Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Bauhof
Bürgermeister Bartzsch informierte, dass das Architekturbüro Ludwig + Ulmer im Jahr 2024 mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt wurde, um das PV-Anlagenpotenzial im Areal am Lindenweg näher zu untersuchen. Ein erster Teil, die PV-Anlage auf dem Dach des Altbaus der Lindenschule, wurde bereits 2025 umgesetzt.
Jetzt soll der zweite dieser Machbarkeitsstudie umgesetzt werden. Hierfür begrüßte er Herrn Ulmer und Frau Strommer vom Architekturbüro Ludwig + Ulmer, die die Errichtung einer PV-Anlage auf dem Bauhofdach prüften und vorstellten. Es wurde vorgeschlagen, eine Anlagengröße von 99kWp zu wählen und diese auf einer Teilfläche des Bauhofdachs in Ost-West-Richtung zu installieren.
Ein mögliches Mieter-Strommodell wurde geprüft, soll aber aus Kostengründen nicht umgesetzt werden.
Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Firma Riedel aus Murr zum Angebotspreis von 105.887,02 Euro mit der Errichtung einer PV-Anlage auf dem Bauhofdach mit einer Leistung von rund 99kWp zu beauftragen. Für die Realisierung dieses Projekts sollen Finanzmittel aus dem LuKIFG abgerufen werden.
Freiwillige Feuerwehr Murr
- Beschaffung eines Gerätewagens GW-Logistik 1
Bürgermeister Bartzsch führte in das Thema ein und informierte, dass der Gemeinderat im Februar 2026 den Feuerwehrbedarfsplan der Gemeinde Murr beschlossen hatte.
In diesem Feuerwehrbedarfsplan wurde darauf hingewiesen, dass es für den Fuhrpark der Feuerwehr unerlässlich ist, dass ein System für den Transport von Einsatzmitteln, Nachschub und Logistik in der Feuerwehr vorhanden sein muss.
Er begrüßte den Feuerwehrkommandanten Glück mit seinem Stellvertreter Wurster.
Herr Glück gab Auskunft über den GW-Logistik 1 und unterstrich dessen Wichtigkeit.
Die Feuerwehr benötige diesen, um weiterhin für die Einsätze unterschiedlichster Art gewappnet zu sein. Ein erstes Richtpreisangebot liegt bei ca. 226.500 Euro.
Für die Beschaffung des GW-Logistik 1 ist die Zusage der Landesförderung (ZFeuVwV) maßgeblich. Diese würde 50.000 Euro betragen. Der restliche Betrag soll über die LuKIFG Mittel finanziert werden.
Der Gemeinderat beschloss einstimmig bei einer positiven Förderzusage den GW-Logistik 1 im Rahmen einer Ausschreibung zu beschaffen.
Busbeschleunigung im Bottwartal
- Bau einer Busspur zwischen Marbach und Murr
Bürgermeister Bartzsch informierte, dass die dauerhafte Busspur durch die provisorische Errichtung einer Busspur, um die Brückensperrung zu umgehen, wieder Thema im Landkreis und bei den beteiligten Kommunen geworden ist.
Die Busspur soll auf dem Wirtschaftsweg „In der Au“ auf Gemarkung Marbach verlaufen. Dabei sollen die Busse aus Fahrtrichtung Marbach von der L1100 kommend auf den Wirtschaftsweg („unten“) einfahren und dann zwischen Bergkelterkreuzung und Tunnel Steinbruch wieder auf die L1100 einbiegen („oben“). Für die Gegenrichtung ist das Gleiche geplant. Mit einer neu zu bauenden Auffahrt soll die Zufahrt auf die L1100 „oben“ gewährleistet werden.
Das Projekt mit Gesamtkosten von rund 1,25 Mio Euro wurde in das LGVFG-Förderprogramm des Landes aufgenommen. Damit würde es zu 75 Prozent, mindestens aber mit 50 Prozent gefördert werden. Für Murr würden sich die Kosten auf 24.934 € belaufen (10% des kommunalen Anteils).
Der Gemeinderat beschloss mit großer Mehrheit die Realisierung der Busspur zwischen Murr und Marbach und der Übernahme des kommunalen Anteils unter der Voraussetzung, dass sich das Land an der Maßnahme mit einem Anteil von 75 Prozent der förderfähigen Kosten beteiligt, der Landkreis 50 Prozent des kommunalen Komplementäranteils übernimmt und die anderen Projektbeteiligten Marbach, Murr, Steinheim, Großbottwar, Oberstenfeld und Beilstein ebenfalls ihre finanziellen Anteile übernehmen.
Weiter wird beschlossen, dass die Busspur als Kreisstraße in die Straßenbaulast des Landkreises übernommen wird und die Gemeindeverwaltung ermächtigt wird, eine Kostenvereinbarung zur möglichen Sanierung in 30 Jahren abzuschließen.
Lindenweg – Gehwegausbau
Bürgermeister Bartzsch erläuterte, dass ein neues Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter zum Schuljahr 2026/2027 in Kraft tritt.
Dieser Rechtsanspruch wird über die Anpassung des kommunalen Schulkindbetreuungsangebots abgedeckt. Es wurde im Jahr 2025 beschlossen, dass die komplette Schulkindbetreuung von der Lindenschule in das ehemalige Internatsgebäude der ehemaligen Tennisakademie umziehen wird.
Um eine sichere Fußwegverbindung zwischen der Lindenschule und der ehemaligen Tennisakademie anbieten zu können, ist geplant, die vorhandene Rasengitterfläche auf der Südseite des Lindenwegs zu erweitern und auf der Seite des ehemaligen Internatsgebäudes einen Fußweg herzustellen, sodass die Kinder einen sicheren Fußweg haben.
Der Gemeinderat beschloss einstimmig, die Firma Ernst Seybold GmbH & Co.KG aus Ludwigsburg zu einem Angebotspreis von 62.475,00 Euro mit der Erweiterung des Gehwegs und der Verlängerung des Regenwasserkanals im Lindenweg zu beauftragen.
Die Arbeiten werden in den Sommerferien ausgeführt und rund 2-3 Wochen dauern.
Einführung einer Katzenschutzverordnung
Bürgermeister Bartzsch führte aus, dass die Gemeindeverwaltung bereits mehrfach von verschiedenen Personen aus Murr gebeten wurde, eine Katzenschutzverordnung einzuführen. Im Dezember 2025 wurden die Kreiskommunen in einem Schreiben des Landrats ebenfalls gebeten, die Voraussetzungen zum Erlass einer Katzenschutzverordnung zu prüfen. Das Hauptziel einer Katzenschutzverordnung ist es, dass Freigängerkatzen von Besitzern und wildlebende Katzen ohne Besitzer zwingend kastriert und geimpft werden sollen. Die Besitzer von Katzen werden somit in die Verantwortung genommen und die Kastration, das Chippen und das Registrieren der Tiere in einer Datenbank vorgeschrieben.
Reine Hauskatzen, die sich nicht im Freien aufhalten, sind davon ausgenommen. Durch die Katzenschutzverordnung ergibt sich eine Möglichkeit, die Population von Streunerkatzen in Murr stark zu senken, da diese sich nicht mehr miteinander vermehren können. Durch die Kastration werde Tierleid vermindert, da so die Anzahl verwilderter Katzen, die im Vergleich zu Hauskatzen deutlich öfter an Hunger und Krankheiten leiden, zurückgeht. Ebenso werden Tierheime dadurch entlastet.
Der Gemeinderat beschloss mit großer Mehrheit die Katzenschutzverordnung nach § 13b des Tierschutzgesetzes für die Gemeinde Murr. Die Satzung tritt zum 01.08.2026 in Kraft.
Finanzzwischenbericht 2026
Frau Weese führt die aktuellen Zahlen zum Stichtag 30. Juni 2026 des Finanzzwischenberichts aus.
Sie teilte mit, dass die Ergebnisse der Mai-Steuerschätzung bei den Kommunen ankamen. Für die nächsten drei Jahre ist weiterhin mit deutlich geringeren Steuereinnahmen zu rechnen.
Sie ging auf die wichtigsten Erträge und Aufwendungen des Ergebnishaushalts ein.
Aus heutiger Sicht ist mit rund 110.000 € Mehrerträgen im Ergebnishaushalt zu rechnen. Die Mehreinnahmen sind hauptsächlich auf Gewerbesteuereinnahmen zurückzuführen, die erfreulicherweise aktuell im Vergleich zum Planansatz um einiger höher ausfallen.
Im Haushaltsplan 2026 wurde im Ergebnishaushalt mit einem negativen ordentlichen Ergebnis von 1.703.031 Euro geplant. Aufgrund des aktuellen Standes kann davon ausgegangen werden, dass im Haushaltsjahr 2026 mit Mehrerträgen im Vergleich zur Haushaltsplanung gerechnet werden kann. Sollten die Aufwendungen im Ergebnishaushalt voll ausgeschöpft werden, ist mit einem negativen ordentlichen Ergebnis von ca. 1,593 Mio. Euro zu rechnen.
Der Gemeinderat nahm den Finanzzwischenbericht 2026 zur Kenntnis.
Annahme von Spenden
Bürgermeister Bartzsch teilt mit, dass im Zeitraum vom 01. April bis 30. Juni und am 26. Februar Spenden in Höhe von 3.937,12 Euro eingegangen sind.
Bürgermeister Bartzsch bedankte sich im Namen der Gemeinde Murr bei allen Spendern.
Der Gemeinderat beschloss die Annahme von Spenden, die in der Gemeinde in der Zeit vom 01. April bis zum 30. Juni und am 26. Februar zugegangen sind.



